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Aus Protest: Bauern aus dem Landkreis Neumarkt kippen die Milch in den Gully

Der Landwirt Fritz Wienert aus Dantersdorf in der Gemeinde Velburg schüttet rund 2500 Liter Milch in den Abfluss.

Die Milchbauern aus der Region solidarisieren sich durch diese Maßnahme mit den französischen Milchbauern. „Offiziell darf der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) nicht mehr zum Milch-Lieferstopp aufrufen. Dies ist sogar unter Strafe gestellt. Doch persönliche Aktionen zur Solidaritätsbekundung können nicht bestraft werden“, sagt der BDM-Kreisvorsitzende Wienert. Er weiß, dass er mit diesem Verhalten nicht allein da steht. Auf dem Hof von Wienert versammelten sich gestern mehrere Milcherzeuger aus dem gesamten Landkreis, die es Fritz Wienert gleichtaten und ebenfalls ihre Milch wegschütteten.

Fritz Wienert erklärt den Grund: „Die Existenz, nicht nur der deutschen, sondern der gesamten europäischen Milchbauern, ist stark gefährdet. Die Produktionskosten werden seit geraumer Zeit nicht mehr durch den erzielten Milchpreis gedeckt. Beim BDM ist man überzeugt, das es schon innerhalb des nächsten halben Jahres ein großes Milchbauernsterben geben wird.

Die französischen Milcherzeuger haben sich deshalb zum Lieferstopp entschieden, so wie ihn auch die deutschen Berufskollegen schon einmal praktiziert haben. Beim BDM hat man erfahren, das bayerische Molkereien den französischen Milchbauernaufstand unterlaufen wollen und bayerische Milch nach Frankreich liefern, damit sich dort die Milchknappheit nicht auswirkt. Deshalb nun die Solidaritätsbekundung der regionalen Milcherzeuger mit den französischen Berufskollegen.

Fritz Wienert ist überzeugt, das sich diese Solidaritätserklärung mit den französischen Milcherzeugern schon in wenigen Tagen flächendeckend bundesweit ausbreiten wird und die deutschen Molkereibetrieb dann keine Milch mehr haben werden, die sie nach Frankreich transportieren können. Für den BDM-Funktionär aus Dantersdorf, der auch Mitglied im Bundesvorstand ist, hat die Bundesregierung die Mechanismen dafür, Einkommensverbesserungen für die Milcherzeuger herbeizuführen, doch die Politik nimmt die Anliegen der Milchbauern nicht wirklich ernst und schaut zu, wie hier ein Berufsstand vor die Hunde geht, sagen die betroffenen Landwirte. Diese stellen sich auf einen „heißen Herbst“ ein, der das Instrument des Milchlieferstopps erneut notwendig macht, auch wenn der Interessensverband BDM nicht offiziell dazu aufrufen darf.

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