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Region Neumarkt
Mittwoch, 19. September 2018 26° 1

Justiz

Auseinandersetzung eskalierte

Ein Mann soll eine Frau bedroht und geschlagen haben. Der Richter fand, dass er sich zu heftig gewehrt hat.
von Luis Münch

 Das Amtsgericht Neumarkt beschäftigte sich mit einer  Auseinandersetzung.  Foto: Frank Rumpenhorst/dpa
Das Amtsgericht Neumarkt beschäftigte sich mit einer Auseinandersetzung. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Neumarkt. Neumarkt. „Und jetzt bring ich sie um!“ Das soll ein 40-Jähriger zu Lena B. (Namen geändert), einer Freundin von Maria A, gesagt haben. Die beiden Freundinnen hatten sich Anfang September vergangenen Jahres zum Grillen getroffen, als der Angeklagte gegen 20 Uhr vor dem Haus von Maria A. aufkreuzte.

Die Staatsanwaltschaft warf dem Angeklagten vor, den Kopf von Lena B. nach einer Auseinandersetzung gegen die Wand gestoßen zu haben. Außerdem soll er sie in das linke Handgelenk gebissen und mit den Worten „Wenn du die Polizei holst, kommst du nicht lebend aus deinem Haus“ gedroht haben. Deshalb musste sich der Mann am Dienstagvormittag vor dem Neumarkter Amtsgericht verantworten.

„Ich wollte dem Bewohner im Erdgeschoss einen Zettel mit meiner neuen Telefonnummer bringen“, erklärte der Angeklagte. Nachdem Maria A. Lena B. abgeholt hatte, seien die beiden Freundinnen zusammen mit Marias Kind und ihrer Mutter in deren Garten gesessen. „Ich habe gehört, dass sie über mich gelästert haben. Ich wollte nicht in Konflikt mit ihnen kommen“, sagte der 40-Jährige.

Als er bei dem Bewohner geklingelt hatte, habe niemand die Tür aufgemacht. Deshalb machte er sich wieder auf den Weg zu seinem Auto. „Maria A. hat mich aufgehalten und mich angeschrien“, sagte der 40-Jährige. Lena B. hätte den Mann dann schubsen wollen, habe ihm „alle zehn Finger ins Gesicht gedrückt“ und danach noch mit der Hand ins Gesicht geschlagen. „Als ich mich ins Auto gehockt habe, hat sie an die Scheibe geschlagen“, schilderte der Angeklagte.

„Mir war alles zu viel“

Mit beiden Frauen habe der Mann schon von vornherein schlechte Erfahrungen gemacht. Maria A. habe der Mann insgesamt 800 Euro geliehen, wovon er bisher nur 100 Euro zurückbekommen habe. „Ich will mit denen nichts mehr zu tun haben“, stellte der Angeklagte klar. Der Mann behauptete, Maria A. habe Abstand zu ihm gesucht, damit sie der Rückzahlung des Geldes entgehen könnte.

„Er hat mich angemault, als er in den Hof kam“, sagte die 24-jährige Maria A. Sie sei dann aufgestanden und habe dem 40-Jährigem befohlen, den Hof zu verlassen. Als es zu einer Auseinandersetzung der beiden kam, mischte sich Lena B. ein. „Ich bin dann wegen einem Nervenzusammenbruch auf den Boden gesunken. Mir war in dem Moment alles zu viel“, erklärte Maria A. Sie beobachtete, wie der 40-Jährige zu Lena B. rannte. „Er hat sie hochgezogen, gegen die Wand gedrückt und dann gebissen“, erklärte MariaA.
Immer wieder schüttelte der Angeklagte während der Verhandlung den Kopf, als könne er nicht glauben, was Maria A. erzähle. Die 19-jährige Lena B. erklärte, dass sie dem Mann gedroht hätte, die Polizei zu rufen, falls er den Hof nicht verlassen würde. Der Angeklagte habe ihr dann hinterher geschrien, dass sie nicht mehr lebend aus ihrem Haus kommen würde. Die Mutter von Maria A. habe dann die Polizei gerufen.

Verfahren wurde eingestellt

Nach einer fünfminütigen Unterbrechung stellte Richter Rainer Würth das Verfahren ein. Der Mann sei vorher strafrechtlich noch nicht in Erscheinung getreten. „Ein bisschen was war wohl. Sie haben sich ein bisschen mehr gewehrt, als erforderlich war“, sagte der Richter. Die Geschichte sei allerdings nicht so gravierend. „Sorgen Sie dafür, dass Sie die Frauen nicht mehr antreffen, damit es keinen Ärger mehr gibt“, riet Richter Würth dem 40-Jährigen.

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