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Wirtschaft

Ausstellung zum Bauhaus-Jubiläum

Im Neumarkter Raumwerk sind Möbelstücke des bekannten Herstellers Thonet zu sehen. Sein Stil stammt aus den 1920er Jahren.
Von Eva Gaupp

Unternehmerin Janina Gruber hat eine Bauhaus-Ausstellung ins Raumwerk geholt. Foto: Gaupp
Unternehmerin Janina Gruber hat eine Bauhaus-Ausstellung ins Raumwerk geholt. Foto: Gaupp

Neumarkt.Wenn von S 32, S 64 oder B 9 die Rede ist, denken Unbedarfte wahrscheinlich erst einmal an das Spiel Schiffeversenken ihrer Kindheit oder an Schachzüge. Die Insider assoziieren mit diesen Buchstabenkombinationen sofort Bauhaus-Klassiker der Möbelbranche. Spätestens, wenn der Laie den berühmten Stühlen, Sesseln, Tischen und Regalen der Firma Thonet gegenübersteht, fällt der Groschen. Denn wer kennt sie nicht die reduzierten Formen aus Stahlrohr, die seit ihrer Entwicklung in den 1920er Jahren bis heute in modernen Wohnräumen stehen.

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2019 wird 100 Jahre Bauhaus gefeiert; Filme und Ausstellungen erinnern an die damals Neue Sachlichkeit, die revolutionären Ideen, die heute so vertraut erscheinen. Das Raumwerk in der Regensburger Straße zeigt bis 16. Oktober eine Ausstellung ausgewählter Bauhaus-Möbel von Thonet.

Die Thonet-Möbel im Bauhaus-Stil sind reduziert, sachlich und zeigen die typische Stahlrohrkonstruktion. Foto: Gaupp
Die Thonet-Möbel im Bauhaus-Stil sind reduziert, sachlich und zeigen die typische Stahlrohrkonstruktion. Foto: Gaupp

Janina Gruber, die Inhaberin von Gilbert Interiors, hat die Wanderausstellung von Hamburg nach Neumarkt geholt. „Der Künstler ist gleichzeitig Handwerker. Sonst hätten wir kein Design und Möbel wären einfach nur industrielle Billigprodukte.“ Die Verbindung von Ästhetik und Alltagstauglichkeit ist es, was sie fasziniert.

Und sie findet in dem Stil auch die Leitlinie des Raumwerks wieder, das sie zusammen mit ihrem Vater Wilhelm Gilbert und Hubert Wengert gegründet hat. Es sind weniger die romantischen, manieristischen Objekte, als vielmehr die zurückhaltenden Formen, die sie und ihre Geschäftspartner vertreten. „Aber jedes Stück hat eine Geschichte und besondere Details.“ Neues zu wagen, Veränderungen herbeizuführen – eine Aufbruchstimmung wie damals spürt Janina Gruber auch aktuell in der Gesellschaft.

Neben den Thonet-Ausstellungsstücken ist auch eine Bauhaus-Wiege von Tecta zu sehen. In ihr hat Janina Gruber als Baby gelegen. Foto: Gaupp
Neben den Thonet-Ausstellungsstücken ist auch eine Bauhaus-Wiege von Tecta zu sehen. In ihr hat Janina Gruber als Baby gelegen. Foto: Gaupp

Außerdem wurde ihr die Bauhaus-Geschichte im wahrsten Sinn des Wortes in die Wiege gelegt: Als Baby schaukelten ihre Eltern sie in einer original Bauhaus-Wiege, einem Werk aus Kreisen und Dreiecken.

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