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Auto: Flexibilität schwer zu schlagen

Wenig Alternative zum Pkw: Im dünn besiedelten Flächenlandkreis Neumarkt sind die Wege in die Arbeit oft weit.
Von Wolfgang Endlein

Das Auto bringt Johannes Oettl in die Arbeit nach Regensburg.
Das Auto bringt Johannes Oettl in die Arbeit nach Regensburg. Foto: Friedl

Finsterweiling. Johannes Oettl lebt in Finsterweiling. Werktags macht sich der 34-Jährige auf den Weg in die Arbeit nach Regensburg – mit dem Auto. „Wenn es gut läuft, bin ich in 35 Minuten da.“ Früher brauchte Oettl eineinhalb Stunden – wenn Bus und Zug pünktlich fuhren.

Die Route seines täglichen Arbeitswegs als Azubi ist dem Kfz-Meister noch gut in Erinnerung. Frühmorgens wurde er von der Familie zum Bahnhof nach Batzhausen gefahren, von dort ging es mit dem Zug nach Regensburg und dann mit dem Bus in den Stadtosten. Abends fuhr Oettl mit dem Bus zurück. Eine Ochsentour. Inzwischen hat Oettl längst einen Führerschein und fährt mit dem Auto. Die nahe Autobahn macht dies zudem noch attraktiver.

Auto dominantes Verkehrsmittel

Wie Oettl pendeln jeden Tag fast 30 000 Menschen aus beziehungsweise in den Landkreis zu ihrer Arbeit. Sehr viele von ihnen benutzen dabei das Auto. Laut einer Studie aus dem Jahr 2002 legten die Menschen im Landkreis 64 Prozent aller Wege – nicht nur die in die Arbeit – mit dem Auto zurück. 47 Prozent davon als Autofahrer, 18 Prozent als Mitfahrer. „Auch in Zukunft wird der motorisierte Individualverkehr zentraler Bestandteil der Mobilität im Landkreis sein“, sagt Michael Gottschalk, am Landratsamt für die Kreisentwicklung zuständig. Leben in einem Flächenlandkreis wie dem Neumarkter, der einer der am dünnsten besiedelten in ganz Bayern ist, macht Mobilität schwierig. Zumindest, wenn sie nachhaltig sein soll.

Zwar hat der Landkreis ein Rufbus-Netz aufgebaut, das Gottschalk als flächendeckend bezeichnet, für Oettl ist der ÖPNV (siehe nebenstehenden Artikel) dennoch keine Alternative mehr. Für Berufstätige seien die Abfahrtszeiten oft zu früh, ist seine Meinung. Hat man zudem unregelmäßige Arbeitszeiten wie Oettl, kann es mit dem ÖPNV schwierig, weil langwierig oder bei Randzeiten gar unmöglich werden. Zumal, wenn man nach Finsterweiling will. „Das Auto ist einfach am flexibelsten.“

Ein Auto, ein Fahrgast

Und so fahren wie der 34-Jährige täglich viele Menschen mit dem Auto – nicht selten tun sie das alleine. Oder wie eine Statistik des Verkehrsverbunds Großraum Nürnberg (VGN) aus dem Jahr 2002 für den Landkreis präzisiert: 1,56 Personen pro Auto und Tag. Der Nachhaltigkeit zuliebe ließe sich da einiges verbessern. Auch Oettl hat schon Fahrgemeinschaften gebildet, wie er berichtet. Aber auch hierbei stößt man schnell an Grenzen, wenn unterschiedliche Arbeitszeiten vorliegen.

Nichtsdestotrotz fördert der Landkreis die Bildung von Fahrgemeinschaften im Sinne einer besseren Ausnutzung von Pkws. Im Internet findet sich unter www.neumarkt-opf.mifaz.de die Mitfahrzentrale, die seit fünf Jahren Mitfahrgelegenheiten eröffnen soll. Der Landkreis sei einer der ersten mit diesem Angebot gewesen, sagt Gottschalk. Inzwischen sei das System auf Ebene der Metropolregion etabliert. 14 106 Aufrufe hatte die Mitfahrzentrale für den Landkreis im Jahr 2015 und 557 Suchanfragen. Derartige Angebote bedürften intensiver Werbung, sagt Gottschalk. Es sei wie bei vielen Angeboten für eine nachhaltigere Mobilität: „Man braucht einen langen Atem“.

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