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Bücher

Autorin liest am Truppenübungsplatz

„Wolfsgrund“ heißt Gerda Stauners neuer Roman. Er wird an eingem ungewöhnlichen Ort vorgestellt – in Schmidheim.
Von Günter Treiber

Die Autorin Gerda Stauner stellte ihr Buch vor. Foto: Treiber
Die Autorin Gerda Stauner stellte ihr Buch vor. Foto: Treiber

Parsberg.Vom fiktiven Fichtenried zum realen, aber verlassenen Ort Schmidheim im heutigen Truppenübungsplatz Hohenfels zieht sich die Geschichte um den Protagonisten Melchior Beerbauer und seiner Familie im letzten Teil der Trilogie der Autorin Gerda Stauner.

Ungewöhnlich ist der Ort, an dem die erste Buchbesprechung stattfindet. Nämlich eben dieses Schmidheim. Sie steht vor dem einstigen Kirchlein, das, völlig zerstört, 2008 wieder für ein Fledermaus-Zuhause renoviert wurde, und liest aus ihrem Buch. Zuvor gab es einige Informationen von Norbert Wittl über den Truppenübungsplatz früher und heute und speziell zum Ort Schmidheim, zu dem drei Personen gekommen waren, die 1951 auswiesen worden sind.

Gerda Stauner versteht es auch in ihrem dritten Roman, ihren Figuren Leben einzuhauchen, so dass der Leser das Gefühl bekommt, „ich bin mitten im Geschehen“. Man vergisst Zeit und Raum und möchte das Buch erst gar nicht mehr zur Seite legen.

Zumal sie ihren Protagonisten, dem letzten aus der großen Familie Beerbauer, die einst in Fichtenried ihr fiktives Zuhause hatten, längst Vergessenes recherchieren lässt. Beim Lesen spürt man es, dass sie selbst es war, die zwei Jahre lang recherchiert hat, um ihre Trilogie abschließen zu können.

Melchior, ein ziemlich frustrierter Redakteur einer Tageszeitung, der kurz vor der Rente steht, zweifelt oft an sich selbst. Er hütet ein großes Geheimnis, er hat einen 30-jährigen unehelichen Sohn. Würde er das Geheimnis lüften, verlöre er seinen besten Freund Franzi. Die Auflösung ist von Gerda Stauner raffiniert beschrieben, wird aber selbstverständlich hier nicht verraten.

Die Autorin versteht es auch ausgezeichnet, Vergangenheit und Gegenwart meisterlich zu verknüpfen, so dass beim Lesen nie Langeweile aufkommt. Ihre fiktiven Personen und fiktiven Orte kann man ins reale Leben setzen. Sie selbst sagte einmal, dass sie schon als Kind nicht genug kriegen konnte, wenn ihre Oma aus der Vergangenheit erzählt hat.

Es zeichnet sie aus, dass sie diese frühen Erfahrungen und Erzählungen sowie ihre eigene Recherchen, die sie zwei Jahre lang am Truppenübungsplatz betrieben hat, in einen Roman einbaut. Man liest auch zwischen den Zeilen viel über Stauners persönliche Meinung und Empfindung.

„Ihr“ Melchior, der Unzufriedene, vergleicht sich im Roman selbst mit dem einsamen Wolf, der jüngst im Truppenübungsplatz gesichtet wurde. Einsam, ausgegrenzt, eine „Displced Person“, eine vertriebene Person. Sein Fazit: „Ich möchte sein wie ein Zugvogel, einfach wegfliegen, wenn es ungemütlich wird“.

Kurz & knapp: Trilogie

  • Grasmond: Ein dunkles Geheimnis. Eine Familie die schweigt.
  • Sauforst: Ein vaterloser Junge. Ein rätselhafter Stammbaum.
  • Wolfsgrund: Ein einsamer Wolf. Ein verlassenes Dorf. Zwei Menschen am Scheideweg.
  • Erschienen: Im SüdOst Verlag. Verkauf ist unter anderem in Parsberg beim Buchfink.

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