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B299: BUND fordert einen Ausbau-Stopp

Die Ortsgruppe Neumarkt hält den Ausbau für unnötig und zu teuer. Die Fußgängerbrücke bei Pölling sei „menschenverachtend“.

Die Bundesstraße rund um Neumarkt wird verbreitert. Foto: Nicole Selendt  Foto: Nicole Selendt
Die Bundesstraße rund um Neumarkt wird verbreitert. Foto: Nicole Selendt Foto: Nicole Selendt

Neumarkt.In der Debatte um den Ausbau der B299 rund um Neumarkt und der neuen Anbindung des Neumarkter Ortsteils Stauf hat der Bund Naturschutz einen offenen Brief an Oberbürgermeister Thomas Thumann geschrieben. Unterzeichnet ist er stellvertretend von dem Leiter der Ortsgruppe Neumarkt, Alfons Greiner.

Der BUND wirft in seinem Brief einige Fragen auf – zum Beispiel zu den Beschlüssen, die die neue Verkehrsanbindung betreffen. Die Beurteilung des Verkehrs habe sich in der Gesellschaft in den vergangenen fünf Jahren grundlegend verändert. „Die Zeiten, in denen ein Verkehrsminister Scheuer lebt, sind längst vorbei“, schreibt der BUND. Die Diskussion um den Klimawandel habe den Individualverkehr auf den Prüfstand gestellt und fordere neue Lösungen. „Dazu gehört bestimmt nicht mehr der Ausbau einer Umgehung zur autogerechten Schnellspur.“ Deshalb müsse der Stadtrat neu diskutieren und entscheiden – als Gremium einer Stadt der Nachhaltigkeit.

Alfons Greiner berichtet von gesprächen mit Pöllingern, die von Vertretern der Straßenbaubehörden „ziemlich rüde angegangen“ worden seien. Die Behörde stehe auf dem Standpunkt, es sei schon alles entschieden und die Behörde wisse schon, was zu tun sei. Er kenne viele, die über die Planung schimpften, aber nie einen Leserbrief schreiben würden.

Greiner wirft dem Oberbürgermeister vor, dass der Gesamtausbauplan „offensichtlich im Stadtrat in der Vergangenheit auch nie die Darstellung erfahren“ habe, wie es aufgrund der starken Veränderung notwendig gewesen wäre. Erst die Bürger hätten das Problem in die Öffentlichkeit gebracht. „Wir können in der Stadt nicht über neue, nachhaltige Verkehrskonzepte diskutieren, es dann aber zulassen, dass die alten, überkommenen Strukturen für Rückschritt sorgen.“

Die Ortsumgehung von Mühlhausen – ebenfalls ein Teil des Ausbaus der B299 – habe gezeigt, „in welchen Gigantismus Planungen ausufern können, wenn sie nicht demokratisch kontrolliert werden“, schreibt Greiner weiter. Auch der Bund Naturschutz habe die Ortsumgehung befürwortet, seie jedoch entsetzt gewesen über die Rücksichtslosigkeit, mit der die Umsetzung erfolgt sei. „Nur wenn der Bürger sieht, dass sich die verantwortlichen staatlichen Organe verantwortungsvoll bei der Umsetzung der Planung verhalten, wird er weiteren Projekten gegenüber offenbleiben.“

Auch an der geplanten Fußgänger- und Fahrradbrücke in Pölling übt der BUND Kritik: Damit würden diese Verkehrsteilnehmer zusammen mit Rollstuhlfahrern und Menschen mit Gehhilfen zu Menschen zweiter Klasse abgestempelt. „Es ist ungehörig und menschenverachtend, denen eine sechs Meter hohe Brücke – mehr als zwei Stockwerke – zuzumuten.“ Stattdessen fordert er eine ebenerdige Lösung. Der Verkehr auf dem Ring müsse nicht beschleunigt werden, da der Ring bereits sehr gut von Verkehrsteilnehmern angenommen werde. Trotzdem sei er nicht so stark belastet, dass ein Ausbau gerechtfertigt sei. Und eine Beschleunigung des Verkehrs belaste zusätzlich die Anwohner der Stadtteile. Als Fazit fordert Greiner, den Ausbau der B299 – auch angesichts der Corona-Pandemie – fünf Jahre auszusetzen.

Das Vorhaben

  • Weitere Schritte:

    Der Abschnitt zwischen Pölling und dem Autohaus Kölbl soll dreispurig mit Überholstrecken ausgebaut werden.

  • Beschlüsse:

    Seit 2011 arbeitet das Staatliche Straßenbauamt an den Plänen, im Juli 2017 wurden sie im Stadtrat besprochen.

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