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Gastronomie

Bachhausen hat wieder ein Wirtshaus

Seit 47 Jahren gab es in dem Ort keine Gaststätte. Nun endet die Durststrecke: Das Gasthaus Grüner Baum öffnet am Sonntag.
Von Hans Gleisenberg

Ein echter Hingucker: die Gaststube mit dem freigelegten Kappengewölbe Foto: Gleisenberg
Ein echter Hingucker: die Gaststube mit dem freigelegten Kappengewölbe Foto: Gleisenberg

Mühlhausen.Seit gut 47 Jahren ist der Ort Bachhausen, gelegen zwischen Gießgraben und Rossbach, nun schon ohne Wirtshaus. Denn damals hat Georg Hiltl das Wirtshaus zur Linde geschlossen. Diese, im wahrsten Sinne des Wortes Durststrecke wird nun am kommenden Sonntag beendet, wenn Armin Dietz in sein schmuckes neues Museumswirtshaus „Grüner Baum“ einlädt.

Es ist bemerkenswert, mit wie viel Herzblut und Akribie der in Altdorf geborene und jetzt in Neumarkt wohnende Wirt das alte Bauernhaus aus dem 18. Jahrhundert saniert und mit einem beeindruckenden historischen Ambiente ausgestattet hat.

Im Gespräch mit dem Tagblatt verrät Armin Dietz, dass er schon lange auf der Suche war, um ein geeignetes Objekt für seinen Lebenstraum zu finden. „Als wir 2014 das Gebäude kauften, gab es zuerst nur den Gedanken, das Gewölbe mit einer Schänke zu bestücken. Doch daraus wurde letztlich mehr.“ Das Haus wird heute aber auch zu Wohnzwecken genutzt. In einer der Wohnungen hat seine Tochter Einzug gehalten.

Ein arbeitsreicher Weg

Im Biergarten gibt es auch Schatten. Foto: Gleisenberg
Im Biergarten gibt es auch Schatten. Foto: Gleisenberg

„Wir haben gleich erkannt, dass wir hier ein Juwel erworben haben“, sagt Armin Dietz. Er macht aber auch keinen Hehl daraus, dass die Sanierung eine Herkulesaufgabe für ihn und seine Familie gewesen ist. Ohne Experten von Fachfirmen sei dies nicht möglich gewesen. 2015 hatte die Familie mit den Arbeiten begonnen.

Besonders arbeitsintensiv war das Freilegen des Deckengewölbes im ehemaligen Stall des Gebäudes, das nun als schmuckes Gastzimmer dient. „Mit viel Geduld und Kraftaufwand haben wir das Kappengewölbe freigelegt und letztlich sandgestrahlt, so dass es heute schon der Blickfang im Gaststubenbereich ist“, erzählt der neue Wirt weiter. Sein Ziel sei es, die Wirtshauskultur in Bayern zu fördern und neu zu beleben. Dabei gehe es ihm nicht darum, möglichst viel Geld zu verdienen, macht Dietz deutlich. Er hat Freude daran, seinen Traum zu verwirklichen, den er mit Idealismus und Traditionsbewusstsein verfolgt. Er ist Quereinsteiger in Sachen Gastronomie, das Gasthaus ist seine erste Beschäftigung am Zapfhahn und im Service. „Stammtischkultur, Vereinsleben, Angebote für Kleinkunst – Mundartdichter oder Ähnliches – sowie Musikantentreffen schweben mir vor.“

Wer das Lokal betritt, dem fallen die liebevoll gestaltete Gaststube mit rustikalem Holzboden, die wuchtigen Tische, die historischen „Lüstermandl“ über den Tischen sowie der imposant gestaltete Zapfhahn auf.

Hier finden Sie weitere Informationen zu dem Wirtshaus in Bachhausen:

Rund um das neue Gasthaus in Bachhausen

  • 2014:

    Armin Dietz hat das Gebäude aus dem 18 Jahrhundert in Bachhausen erworben und einer grundlegenden Sanierung unterzogen. Das „Museumswirtshaus“ öffnet am 19. August seine Pforten.

  • Öffnungszeiten:

    Samstag von 14 bis 23 Uhr und Sonntag von 11 bis 22 Uhr. Die Speisekarte umfasst deftige Brotzeiten warm und kalt und Getränken. Auch historisch Interessierte kommen auf ihre Kosten.

Auch die Abteilung Museum wird die Besucher in ihren Bann ziehen, denn was Armin Dietz hier zusammen getragen hat, wird so manchen staunen lassen, der geglaubt hat, in Sachen Krüge, historische Schilder, Figuren aller Couleur Bescheid zu wissen. Ausgestellt sind mehrere hundert Bierkrüge aus der Oberpfalz und Franken, vor allem mit Motiven aus dem Bereich Kegeln, da der Wirt passionierter Hobbykegler ist. Außerdem Bilder, alte Möbel und vieles mehr. Es erübrigt sich zu sagen, dass alle diese Exponate in liebevoll gestalteten Räumlichkeiten ihren Platz haben. Für die warme Jahreszeit bietet sich ein Aufenthalt im Biergarten an, der mit Brunnen und Bäumen zum Verweilen einlädt.

Steiniger Weg durch Instanzen

In den Gängen lebt Geschichte. Foto: Gleisenberg
In den Gängen lebt Geschichte. Foto: Gleisenberg

„Natürlich war das alles nicht zum Nulltarif zu bekommen, aber mir war es diese Investition Wert“, sagt Dietz und berichtet von einem steinigen Weg durch Verwaltung und Instanzen. Er musste eine Nutzungsänderung beantragen sowie einen detaillierten Bauplan einreichen. „Ein besonderes Hindernis war der Brandschutz. Erst als alles wirklich hieb- und stichfest war, wurde mir die Konzession erteilt.“ Im Gegenzug habe er jedoch keinerlei Fördergelder bekommen.

So verfügt Bachhausen nun wieder über eine Einkehrmöglichkeit – zunächst nur samstags und sonntags. Ob es mehr wird? „Schau ma mal!“ Auf jeden Fall werden die Gäste – auch Radler und Spaziergänger haben wieder eine Anlaufstation – mit kleinen Speisen wie Bratwürste, frisch oder geräuchert, mit Kraut und diversen Brotzeiten verwöhnt. Alles regional, wie der Wirt betont. Auch die Biere, Schuller aus Berching sowie Lammsbräu und Glossner aus Neumarkt, und Erfrischungsgetränke stammen aus dem Landkreis. Zum ersten Mal geöffnet ist am Sonntag, 19. August, ab 11 Uhr.

So verfügt Bachhausen nun wieder über ein Schmuckstück, das sich bestens in das Ortsbild einfügt. Die kirchliche Segnung hält Pfarrerin Margit Walterham.

Hier finden Sie weitere Nachrichten aus Neumarkt und Umgebung.

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