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Kommentar

Bahn muss besser informieren

Ein Kommentar von Wolfgang Endlein

Baustellen bei der Bahn müssen sein. Kein Zweifel. Wir wollen schließlich alle ein möglichst gut funktionierendes Bahn-System. Zu einem solchen gehört aber auch eine möglichst gute Informationspolitik der Bahn. Im Fall der Baustelle am Nürnberger Hauptbahnhof und den Einschränkungen für die S-Bahn ist das Bahn und VGN aber nur teilweise gelungen.

Mangelhafte Pressemitteilung

Man kann der Bahn nicht absprechen, zahlreiche Kommunikationskanäle genutzt zu haben. Allerdings geschah dies teils auf eine komplizierte Weise, die nicht im Blick hat, wie Menschen außerhalb des Bahn-Kosmos an Informationen kommen.

Ersatzfahrpläne zu veröffentlichen, über die man in den Tiefen der Bahn-Homepage entweder nur zufällig stolpert oder lange suchen muss, ist nicht förderlich. Eine Pressemitteilung an die Medien rauszugeben, in der kein direkter Link auf diesen Ersatzfahrplan verweist, ist ebenfalls nicht hilfreich. Zumal in der Mitteilung von 75 Prozent der S-Bahnen die Rede ist, die nicht am Hauptbahnhof ankommen. Das wirft natürlich Fragen auf, was mit den restlichen 25 Prozent ist. Mit einem Klick zu einem Ersatzfahrplan zu kommen, wäre bei der Beantwortung hilfreich gewesen.

„Der Hinweis, vor Fahrtantritt seine Verbindung zu prüfen, geht gerade an den Gewohnheiten vieler Pendler vorbei.“

Der Hinweis der VGN, möglichst vor jedem Fahrtantritt die Verbindung zu prüfen, bringt auch wenig, wenn in der hauseigenen Fahrplan-App Fallstricke lauern. Wer beispielsweise am 3. August um 9.44 Uhr von Neumarkt Bahnhof nach Nürnberg Hbf fahren will, wird nichts finden. Es fährt aber ein Zug – wenn auch nur nach Feucht und von dort ein Ersatzbus bis zum Nelson-Mandela-Platz hinter dem Nürnberger Hauptbahnhof. Um diese Verbindung zu finden, hätte man aber einzeln nach einer Verbindung Neumarkt-Feucht und Feucht-Nelson-Mandela-Platz suchen müssen. Sprich, man hätte wissen müssen, dass es sie gibt. Eine Suche wäre dann aber nicht mehr nötig gewesen.

Aufmerksam macht, was ungewöhnlich ist

Der Hinweis, vor Fahrtantritt seine Verbindung zu prüfen, geht gerade an den Gewohnheiten vieler Pendler vorbei. Wer Tag für Tag die gleichen Wege macht und die gleichen Züge benutzt, schaut nicht mehr in den Fahrplan und er wird auch zwangsläufig nicht mehr jedes Plakat an den immer gleichen Stellen beachten, welches auf eine der vielen Baustelle hinweist.

Sich in denjenigen hineinzudenken, den man mit seiner Information erreichen will, ist Bahn und VGN nur teilweise gelungen. Gerade für Gewohnheitstiere wie Pendler braucht es noch mehr ungewohnte Informationskanäle, um sie zu erreichen. Beispiele könnten Durchsagen in Zügen sein oder große Plakate, über die man auf dem Fußboden von Bahnsteigen „stolpert“. Den einen Informationskanal, mit dem man alle Fahrgäste erreicht, gibt es nicht. Man muss daher viele nutzen. Das sollten Bahn und VGN künftig noch stärker beachten.

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