mz_logo

Region Neumarkt
Montag, 24. September 2018 13° 1

Verkehr

Bahnstrecke wird bis 2020 zur Baustelle

Am kommenden Wochenende fahren die wenigsten Züge zwischen Neumarkt und Regensburg nach Fahrplan. Danach tut sich noch mehr.
Von Lothar Röhrl

Noch ist es in Deining ruhig. 2020 wird dort, wo sich der Agilis befindet, eine von vier neuen Weichen eingebaut. Damit kann die Durchlässigkeit der stark befahrenen Hauptstrecke zwischen Neumarkt und Seubersdorf im Fall einer Störung deutlich erhöht werden.Foto: Röhrl
Noch ist es in Deining ruhig. 2020 wird dort, wo sich der Agilis befindet, eine von vier neuen Weichen eingebaut. Damit kann die Durchlässigkeit der stark befahrenen Hauptstrecke zwischen Neumarkt und Seubersdorf im Fall einer Störung deutlich erhöht werden.Foto: Röhrl

Neumarkt.Dauerbaustellen auf der Autobahn A3 zwischen Neumarkt und Regensburg. Aber auch immer wieder Baustellen auf der Bahnstrecke Nürnberg-Neumarkt-Regensburg. Damit müssen nicht nur Autofahrer, sondern auch Bahnreisende heuer und in den folgenden Jahren zurechtkommen. Was sich an Baustellenflut auf dem Schienenweg zwischen Neumarkt und Regensburg (beziehungsweise darüber hinaus Richtung Passau oder Landshut) tut, nimmt ab dem kommenden Wochenende seinen Anfang. Da heißt es dann verstärkt: Raus aus dem Zug, rein in den mit Bussen gefahrenen Schienenersatzverkehr – oder umgekehrt.

Ursache: Sperrung in Undorf

Die Bahnhöfe Parsberg und Beratzhausen werden am kommenden Wochenende nicht zum ersten Mal zu zwangsläufigen Umsteigepunkten von Bahn auf Bus beziehungsweise umgekehrt. Wie immer wieder im Verlauf des vergangenen Jahres sind Baumaßnahmen im Bahnhof Undorf die Ursache. Dieses Mal wird beginnend mit dem kommenden Wochenende die Oberleitung in diesem Bahnhof neu sortiert. Dafür werden die meisten Agilis-Züge und fast alle Regionalexpress-Züge zwischen Beratzhausen und Regensburg beziehungsweise zwischen Parsberg und Regensburg durch Busse ersetzt. Diese halten in Prüfening, Etterzhausen, Undorf, Deuerling, Laaber und Beratzhausen direkt an den Stationenn oder in der Nähe der Bahnhöfe.

Los geht es mit den Arbeiten und den Veränderungen im Zugverkehr schon am Freitag, wenn die letzte Regionalbahn des Tages (Regensburg ab 23.24) gestrichen wird. Als Ersatz fährt am Regensburger Bahnhofs-Vorplatz nahe der Postfiliale um 23.27 Uhr ein Bus nach Parsberg ab. Dieser kommt dort (nach Halt in Mausheim) um 0.42 Uhr an. Wer weiter Richtung Neumarkt oder Nürnberg will, steigt in eine um 0.47 Uhr in Parsberg abfahrende Regionalbahn um. Neumarkt und Nürnberg werden um 1.09 Uhr beziehungsweise um 1.32 Uhr erreicht.

Nach diesem Muster geht es zwischen Regensburg und Neumarkt am Samstag und Sonntag (mit Ausnahme des ersten RE am Sonntag) weiter. Dabei fahren die Ersatzbusse für Regionalexpress-Züge in Regensburg um 48 Minuten früher ab; trotz des Umsteigens dann jeweils in Parsberg erreichen die RE-Züge pünktlich Nürnberg. Somit können die Anschlüsse zum ICE-Fernverkehr erreicht werden.

Für Agilis Umstieg in Beratzhausen

Bei den Agilis-Verbindungen zwischen Regensburg und Neumarkt ist an beiden Tagen nicht Parsberg, sondern Beratzhausen der Umsteigepunkt. Im Vergleich zur normalen Reisezeit in einem Agilis-Zug verlängert sich diese wegen des Umsteigens und der längeren Fahrt durch den Regensburger Stadtverkehr und über die B8 um exakt 55 Minuten. Nebenbei: In Regensburg besteht jeweils Anschluss von den unverändert fahrenden Agilis-Zügen aus Plattling.

In der Gegenrichtung wird so ebenfalls am Samstag und Sonntag im wahrsten Sinn des Wortes verfahren: RE fahren bis Parsberg; von dort fahren Busse nach Regensburg Hbf. Wer nach München weiter will, muss in Regensburg eine 30-minütige Übergangszeit auf den nächsten ALX-RE einrechnen. Agilis-Züge zwischen Neumarkt und Regensburg (weiter nach Plattling) fahren wie gewohnt in Neumarkt ab. Diese enden in Beratzhausen, von dort geht es im Bus weiter nach Regensburg. Hier wird der Hauptbahnhof um gut 55 Minuten später als sonst mit dem Zug erreicht.

Diese massiven Fahrplanänderungen enden am kommenden frühen Montag mit der ersten an diesem Tag verkehrenden Regionalbahn. Sie wird ab Regensburg (Abfahrt 3.55 Uhr) durch einen Bus ersetzt. Er fährt bis Parsberg, von wo aus es mit einer Regionalbahn zur gewohnten Zeit (Parsberg ab 5.17 Uhr) weiter nach Neumarkt (ab 5.40 Uhr) und Nürnberg (an 6.03 Uhr) geht.

Ausfälle auch an Ostern

Die nächsten baustellenbedingten Fahrplanänderungen gibt es am Osterwochenende. Zwischen Karfreitag (30. März) und Ostermontag (2. April) wird der Bahnhof Sünching gesperrt. Das bedeutet Schienenersatzverkehr zwischen Regensburg Hauptbahnhof und Straubing beziehungsweise Plattling. Damit die Ersatzbusse von Regensburg nach Plattling erreicht werden, fahren zahlreiche Agilis-Züge in Neumarkt um 28 Minuten früher ab. Einige Verbindungen werden ganz gestrichen. Bei den RE-Zügen der Linie Nürnberg-Neumarkt-Regensburg-München ändert sich nichts.

In der Gegenrichtung Plattling-Regensburg-Neumarkt ist der Bahnhof Sünching bei einigen Verbindungen erreichbar, weil zeitweise ein Gleis frei gegeben wird. Zwischen Regensburg und Neumarkt eingesetzte Agilis-Züge fahren gut 20 Minuten früher in Regensburg ab und erreichen Neumarkt (mit direktem Anschluss zur S-Bahn nach Nürnberg) 18 Minuten früher als sonst. Alle zur üblichen Zeit eingesetzten Züge werden gestrichen. Ungeachtet von diesen Verschiebungen bleibt die RE-Linie München-Regensburg-Neumarkt-Nürnberg.

Für den Freizeitverkehr ergibt sich, dass in beiden Richtungen in diesen Tagen um und an Ostern die Radlzüge Nürnberg-Regensburg-Passau (und zurück) entfallen.

2020: Deining als Großbaustelle

Nur noch ältere Leser aus Deining werden sich daran erinnern: Hier war einmal eine Verlademöglichkeit. Diese wurde über zwei Weichen und ein Anschlussgleis erreicht, das längst Geschichte ist. Foto: Röhrl
Nur noch ältere Leser aus Deining werden sich daran erinnern: Hier war einmal eine Verlademöglichkeit. Diese wurde über zwei Weichen und ein Anschlussgleis erreicht, das längst Geschichte ist. Foto: Röhrl

Damit nicht genug der Bauarbeiten: Die Mittelbayerische bietet schon jetzt eine Vorschau auf das Jahr 2020 an. Dann wird in Deining eine Gelegenheit zum Wechseln von einem Hauptgleis auf das andere geschaffen. Deshalb werden vier neue Weichen eingebaut. Entsprechend muss die Führung der Oberleitung angepasst werden. Das wird nötig, weil es seit Jahrzehnten zwischen Neumarkt und Seubersdorf keine Möglichkeit zum Gleiswechsel gibt. Das bedeutet, dass bei der Sperrung eines der beiden Gleise auf einer Distanz von 21 Kilometern nur noch eingleisiger Betrieb möglich ist. Das führt in beiden Richtungen zu längeren Staus bei der Zugfolge.

Neue Weichen in Deining halbieren in jeder Richtung die Entfernung zum Wechseln des Gleises auf 10,5 Kilometer. Damit verbessert sich die Durchlässigkeit der ohnehin vom nationalen und internationalen Güterverkehr stark befahrenen Route Nürnberg-Regensburg im Falle der Sperrung eines Gleises im Abschnitt Neumarkt-Seubersdorf erheblich.

Übrigens: Fast genauso lang (20 Kilometer) ist im Moment der zweitlängste Abschnitt ohne Weichen auf dieser Strecke. Der befindet sich zwischen Ochenbruck und Postbauer-Heng. Auch hier sollen einmal Weichen das Wechseln des Gleises öfter als bisher ermöglichen.

Lesen Sie mehr:
Mehr Nachrichten aus der Region Neumarkt finden Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht