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FÖRDERUNG

Barrierefreiheit greifbar nahe

Der Bahnhof wurde in die Dringlichkeitsstufe A eingeordnet. Staatsminister Albert Füracker setzt sich entscheidend ein.
Von Günter Treiber

An dieser Stelle am Bahnsteig 1 soll ein Aufzug eingebaut werden, erklären Bürgermeister Josef Bauer (l.) und Staatsminister Albert Füracker beim Pressetermin, während ein ICE in Richtung Wien durch den Bahnhof ohne anzuhalten fährt. Foto: Günter Treiber
An dieser Stelle am Bahnsteig 1 soll ein Aufzug eingebaut werden, erklären Bürgermeister Josef Bauer (l.) und Staatsminister Albert Füracker beim Pressetermin, während ein ICE in Richtung Wien durch den Bahnhof ohne anzuhalten fährt. Foto: Günter Treiber

Parsberg.Die Barrierefreiheit des Parsberger Bahnhofs war die berühmte „unendliche Geschichte“. Im Gespräch mit Bürgermeister Josef Bauer wird deutlich, mit wie viel Einsatz man jahrzehntelang gekämpft hat. Über alle kommunalen Parteien hinweg wurde die „große“ Politik gefordert.

„Seitdem ich Bürgermeister bin“, so Josef Bauer im Gespräch mit dem Tagblatt, „weiß ich vom Debakel barrierefreier Bahnhof“. Am schlimmsten seien die Verhandlungen mit Vertretern der Bahn gewesen, erinnert sich der Bürgermeister, „da war stets niemand zuständig und wenn man dann einen gefunden hatte, der sich für die Sache interessierte, war der schon wieder an eine andere Position versetzt“.

Im Rahmen eines Parteitages vor etwa fünf Jahren hatte man den damaligen Bundes Verkehrsminister (2013 bis 2017) Alexander Dobrindt zu Besuch. Auch ihm hatte man das Problem Bahnhof vorgestellt, von dem aus ein Rollstuhlfahrer keine Chance hat, mit dem Zug zu fahren. „Aber seine vertröstenden Aussagen waren schon sehr schwach und frustrierend“, so Bauer. Er sagte, es seien viele andere und größere Bahnhöfe Deutschlands noch nicht barrierefrei. Dann jedoch kam ein Rundschreiben des Bundes, dass ein neues Förderprogramm aufgelegt werde.

Stadt Parsberg reagierte sofort

„Da haben wir ganz schnell eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben“, erinnert sich Josef Bauer, „die mit einer Gegenstimme durch den Stadtrat gewunken wurde“. 7000 Euro habe sie gekostet, meinte der Bürgermeister, was für die Stadt Peanuts gewesen seien. Zwei Möglichkeiten habe es dann gegeben – einmal mit Aufzügen oder mit einer Rampe.

Letztendlich wurde die Studie an das Bayerische Verkehrsministerium gesandt, das vom Bund den Auftrag hatte, im Rahmen des neuen Förderprogramms Bahnhöfe zu melden. Da kam der Minister der Finanzen und Heimat Albert Füracker ins Gespräch. Wie er dem Tagblatt berichtet, seien es in Bayern etwa 70 Bahnhöfe, die zwischen 1000 und 4000 Reisende pro Tag nachweisen können. Elf von ihnen mit höchster Priorität sollten gemeldet werden. Wie er es geschafft hat, dass man zwölf meldet, wollte er nicht verraten – aber jetzt ist Parsberg dabei.

Freude über den Erfolg

„Ich freue mich sehr“, sagt Albert Füracker, „dass der Bahnhof Parsberg im neuen Bundesprogramm zur Barrierefreiheit in die oberste Dringlichkeitsstufe A aufgenommen wurde“. Gemeinsam mit Bürgermeister Bauer habe er sich eingesetzt und man sei froh, dass sich der Einsatz gelohnt habe.

Es sei aber auch ein Einsatz der CSU gewesen, erläutert Füracker weiter, die das Förderprogramm schon in die Koalitionsverhandlungen aufgenommen haben wollte. Da der Weg üblicherweise bis zur vollkommenen Umsetzung weit ist, „will ich so lange am Ball bleiben, bis die verbindliche Förderzusage da ist“, verspricht Füracker.

Bahnhöfe mit hoher Dringlichkeit

  • Restlicher Freistaat:

    Zum Zuge kommen Eichstätt in Oberbayern, Gunzenhausen in Mittelfranken, Karlstadt in Unterfranken, Kaufbeuren in Schwaben, Kronach und Kulmbach in Oberfranken, Meitingen in Schwaben und Neufahrn in Niederbayern. (pgt)

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