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Tagung

Bauern beklagen schwere Zeit

Bei der Kreisversammlung wusste Kreisobmann Michael Gruber vom BBV wenig Positives zu berichten. Er vermisst Wertschätzung.
Von Vera Gabler

Kreisobmann Michael Gruber (4.v.l.) begrüßte zahlreiche Redner und Ehrengäste.  Foto: Vera Gabler
Kreisobmann Michael Gruber (4.v.l.) begrüßte zahlreiche Redner und Ehrengäste. Foto: Vera Gabler

Hollerstetten.Zahlreiche Bauern aus dem Landkreis Neumarkt waren in das Gasthaus „Zur Adelburg“ gekommen, um sich bei der Kreisversammlung des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) über Neuerungen zu informieren. Kreisobmann Michael Gruber sagte, dass Landwirte von ständig neuen Vorschriften und Verordnungen überrollt würden. Gleichzeitig werde die Gesellschaft ständig mit Negativschlagzeilen berieselt. „Ich vermisse die Wertschätzung unserer Arbeit“, so Gruber. Dass Landwirte Nahrungsmittel produzieren, werde ständig in den Hintergrund gedrängt. Er nannte die Düngeverordnung, das Verbot der Anbindehaltung, Pflanzenschutzverbote und Bauvorschriften bis hin zu Anlageverordnungen, Insektensterben, Klimaveränderung und der Öko- und Veganerwelle. „Obwohl der deutsche Verbraucher so gesunde und günstige Lebensmittel erwerben kann“, so Gruber, was man im Biobereich am meisten sehe.

Ins Detail ging Gruber im Bereich der Milch, so habe die Molkerei Bayernland die Produktion der Biomilch im letzten Jahr von 4,6 auf 4,7 Prozent gesteigert. Man bräuchte noch 150 Jahre um 20 Prozent zu erreichen, die Staatsregierung plane aber 30 Prozent bis 2030. „Bio lässt sich nicht verordnen“, ergänzte Gruber. Zum Bio-Roggen stellte er fest, dass dieser fast nicht absetzbar sei, weil der Markt voll sei. Nach wie vor sei er auch der Meinung, dass sich die Politik viel zu wenig vor die Bauern stelle. Der Verbraucher erwarte Höchstleistung für Tiefpreise, dabei habe man schon Preise wie vor 30 Jahren.

Das Schwinden der Misthaufen

Alfred Enderle, BBV-Bezirkspräsident Schwaben berichtete in seinem Vortrag über den Milchförderfonds (MFF). So wurde dieser 1969 als berufsständische Selbsthilfeeinrichtung der bayerischen Milcherzeuger gegründet. Träger seien der BBV, der Genossenschaftsverband Bayern und der Verband der Bayerischen Privaten Milchwirtschaft. Die Mittel des Bayerischen MFF kommen ausschließlich den Milcherzeugen zugute, versicherte Enderle. Einerseits würden dem Milcherzeuger im Schadensfall aus dem Fonds Hilfen gewährt und auch bei TBC, Salmonellosefällen und anderen Tierkrankheiten und -seuchen geholfen.

Ein weiteres Thema von Enderle war das Insektensterben, dass diese weniger werden bestätigte er, hier sei aber nicht nur die Landbewirtschaftung als Ursache zu nennen. Wo es früher im Dorf 50 Misthaufen gab, sehe man heute gar keinen mehr, im Vergleich zu 50 Kuh- und Schweineställen damals habe das Dorf noch einen bis zwei oder gar keinen Stall mehr. Zu den Schotterstraßen gehörten Wasserpfützen, wo heute alles versiegelt ist, von Luftverschmutzung sprach man früher überhaupt nicht.

Die Schweinepest ist in Polen

Dr. Kay Langner vom Veterinäramt Neumarkt refererierte über die Erreger der Blauzungenkrankheit, die für Menschen ungefährlich sind, „Fleisch - und Milchprodukte können ohne Bedenken verzehrt werden“. Das Problem sei aber, dass sie als Tierseuche eingestuft werde und das habe dann Auswirkungen. Der einzige verlässliche Schutz gegen die Viruserkrankung biete eine Impfung. Das gelte auch für die afrikanische Schweinepest. Sie kam von Afrika nach Georgien und breite sich derzeit in Polen aus. Als letzter Redner bei der Kreisversammlung ging Landwirt und Imker Markus Bösl auf die moderne Landwirtschaft und Imkerei ein. Ihm sei es wichtig, dass es ein gutes Miteinander gebe, der Bayerische Bauernverband könnte als Austauschplattform genutzt werden. Er betonte, dass die Landwirte ihre Verantwortung für Artenvielfalt und den Umweltschutz im täglichen Handeln ernst nehmen.

Der BBV

  • Angebot:

    Lebensberatung, Agrarberatung, Betriebsberatung, Bildung mit Vorträgen als Anwalt für die Land- und Forstwirtschaft. Adresse: Neumarkt, Weinberger Straße 18, Telefonnummer (09181) 26 6840.

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