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Region Neumarkt
Mittwoch, 19. September 2018 28° 1

Verkehr

Baustelle verärgert Neumarkter

Wegen der Sperrung der Altdorfer Straße nutzen Autofahrer Schleichwege durch Wohngebiete. Das bringt Anwohner auf die Palme.
Von Bernhard Neumayer

Momentan werden in der Altdorfer Straße Wasserleitungen verlegt. Foto: Neumayer
Momentan werden in der Altdorfer Straße Wasserleitungen verlegt. Foto: Neumayer

Neumarkt.Als wir Anna Christoph auf die Baustelle in der Altdorfer Straße ansprechen, legt sie sofort los und findet drastische Worte. „Jeder ist angepisst“, sagt die Neumarkterin, die in der Eggenstraße wohnt. Bis zu dieser Seitengasse dürfen Autos entlang der Altdorfer Straße stadtauswärts fahren. Weiter kommen Fahrer wegen Kanal- und Straßenbauarbeiten nicht.

Die Baustelle an sich stört Christoph nicht. Der Lärm halte sich in Grenzen. Was sie nervt, sind die Autofahrer, die zu schnell durch die Eggenstraße fahren, wie sie behauptet. „Viele rasen hier mit 80 Stundenkilometern durch.“ Tempo 30 ist erlaubt. Die Autofahrer verursachen laut Christoph nicht nur Lärm, sondern gefährden mit der Raserei auch die Anwohner. Sie fordert, dass Blitzer aufgestellt werden.

„Manchmal rauschen Autos mit 100 Sachen durch die Eggenstraße.“

Eine Anwohnerin der Eggenstraße

Diese werden aber laut Polizeioberkommissar Martin Schlaffer erst installiert, wenn die Beamten feststellen, dass zu viele Autos zu schnell fahren. „Um das beurteilen zu können, überwachen wir die Umleitungsstrecken mit einem technischen Hilfsmittel.“ Dank eines kleinen Geräts können die Beamten die Belastung der Straße und die Geschwindigkeiten messen.

Wir waren vor Ort und haben ein paar Impressionen mitgebracht:

Sperrung der Altdorfer Straße

„Manchmal rauschen Autos mit 100 Sachen durch die Eggenstraße“, sagt eine weitere Anwohnerin, die namentlich nicht genannt werden möchte. „Das ist eine Katastrophe.“ Die Umleitung sei außerdem schlecht ausgeschildert. Die Verkehrsteilnehmer fahren kreuz und quer, weil sie sich nicht auskennen, meint sie.

Anders sieht das Ümit Ilik, der gerade mit seinem Baby die Arbeiten in der Altdorfer Straße beobachtet. Der Anwohner der Dr.-Kurz-Straße kann der Baustelle etwas Positives abgewinnen. „Durch die Sperrung ist in der Altdorfer Straße weniger Verkehr.“

Knapp 1,4 Millionen Euro Kosten

  • Unfälle:

    15 Stück ereigneten sich laut Polizei Neumarkt an der Kreuzung Dr.-Kurz-Straße/Altdorfer Straße zwischen 1. Januar 2015 und 1. Januar 2018. „Für eine einzige Kreuzung ist das eine hohe Zahl“, sagt Polizeioberkommissar Martin Schlaffer.

  • Kosten:

    1,4 Millionen Euro kosten in etwa die Umbaumaßnahmen. „980 000 Euro sind für die Kanalarbeiten fällig“, sagt Ernst Schmidt vom Kanalbauamt. Dazu kommen noch 400 000 Euro für den Straßenbau, teilt das zuständige Amt der Stadt mit.

  • Dauer:

    262 Tage ist die Altdorfer Straße voraussichtlich gesperrt. Seit Montag werden Wasserleitungen verlegt. Geplant ist, dass die Arbeiten am 31. Oktober abgeschlossen sind. Dann soll eine neue Ampelanlage den Verkehr regeln.

  • Einschränkung:

    Die Bushaltestellen „Altdorfer Straße“, „Landesgartenschau“ und „Geschäftszentrum“ sind wegen der Bauarbeiten verlegt. Auf Nachfrage teilt eine Stadtwerke-Sprecherin mit, dass es bislang keine Beschwerde von Bürgern oder Probleme für die Busfahrer gegeben habe.

Der Baulärm sei kein Problem. „Die Arbeiter fangen erst an, wenn wir wach sind.“ Ilik findet es gut, dass eine Ampelanlage errichtet wird. Laut Polizei hat es in den vergangenen drei Jahren 15 Mal an der Kreuzung Altdorfer Straße/Dr.-Kurz-Straße gekracht. „Das ist eine hohe Anzahl“, sagt Polizeioberkommissar Schlaffer.

„Die Zahl der Unfälle wird durch die Ampeln zurückgehen“, meint Ernst Schmidt, der Leiter des Kanalbauamtes. Eigentlich sei ein Kreisverkehr geplant gewesen. „Doch dafür war der Platz zu klein“, sagt Schmidt, der für das Projekt zuständig ist.

„Schleichwege“ sind ein Problem

Er appelliert an die Verkehrsteilnehmer, sich an die ausgeschilderten Umleitungen zu halten. Der überörtliche Verkehr wird ab dem Berliner Ring beziehungsweise an der Dammstraße großräumig über die Nürnberger Straße und über die Amberger Straße umgeleitet. Wenn sich alle Verkehrsteilnehmer an die Umleitungen halten, ist die Sperrung laut Schmidt kein Problem. „Chaotisch wird es, wenn Ortskundige Seitenstraßen als Schleichwege benutzen.“

Laut Anwohner fahren einige Autos durch die Wohngebiete, statt die ausgeschilderten Umleitungen zu nutzen. Mindestens bis Oktober wird Anna Christoph das noch aushalten müssen. „Im Sommer brauche ich mich gar nicht auf meine Bank vor die Haustüre setzen“, sagt sie. „Bei dem Lärm, den die durchrauschenden Autos verursachen, macht das keinen Spaß.“

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