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Architekten

BDA-Reihe im Maybach Museum

Stefan Traxler aus Frankfurt sprach in Neumarkt unter anderem über die Kritik am Bau des Regensburger Museums.
Von Gerd Schlittenbauer

Stefan Traxler musste sich gegen Kritiker durchsetzen. Foto: Schlittenbauer
Stefan Traxler musste sich gegen Kritiker durchsetzen. Foto: Schlittenbauer

Neumarkt.„Im Geheimen bewundern wir Hessen ja die Bayern ob ihres kraftstrotzenden Selbstvertrauens.“ Die Abschlussworte von Architekt Stefan Traxler beim von Johannes Berschneider organisierten und moderierten 109. Vortrag der BDA-Reihe im Maybach Museum implizieren fast alle wichtigen Facetten. Traxler hat das „Haus der Bayerischen Geschichte“ in Regensburg gebaut.

Es steht überaus exponiert am Donau-Ufer und ist eines der modernsten Museen in Europa. Traxlers Bau war nicht unumstritten. Der Architekt kommt aus Frankfurt am Main und lernte im Laufe des Projekts zahlreiche Aspekte der bayerischen Lebensart kennen. Da lief es nicht immer rund, wie er zu berichten wusste.

Für das bayerische Wirtshaus, das im Innern zu entstehen hatte, waren zum Beispiel mehrere Anläufe nötig. Schließlich half die Besichtigung des Wirtshauses Röhrl in Eilsbrunn, ältestes seiner Art in Bayern. „Viele Gebäude, die wir machen, sind unspektakulär“, sagte der 61-Jährige. Und so sehe das Regensburger Museum „jetzt eigentlich harmlos aus“. Es sei „gewollt, dass es nicht Wumms macht“. Schließlich gehe es „nicht um Selbstgefälligkeit“. Unter anderem diese Philosophie regte zu Kritik in der bayerischen Öffentlichkeit an. Von der teilweise fehlenden Zustimmung sei der Architekt „heute noch persönlich getroffen“, bekundete er. Traxler allerdings sagte dazu: „Die Bayern brauchen manchmal eine Korrektur.“

Der Architekt entschloss sich damals, ein Spiel mit Enge und Weite zu veranstalten, die das mittelalterliche Stadtbild repräsentiere: „Wir haben beim Museum die vorhandenen Dächerformen fortgesetzt.“ Bei seiner „zurückhaltenden Architektur“ habe er Bavariathek, Museum und Römermauer optisch angeglichen und mit Pipetten die Farben aus der Römermauer übertragen. Die Bavariathek erhielt eine Putzfassade, das Museum eine aus Keramik.

„Für viele war es Liebe auf den zweiten Blick“, sagte Traxler. Im Foyer des Passivhauses sollte ein „Himmel der Bayern“ entstehen. Stefan Traxler löste die Aufgabe mit einem lichten Rautenmuster.

Nach vier Jahren Bauzeit – ein Brand in der Bavariathek rief eine Verzögerung hervor – ist das Museum am 4. Juni dieses Jahres eröffnet worden.

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