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Region Neumarkt
Samstag, 21. Juli 2018 25° 8

Kultur

Beilngries: Musik auf höchstem Niveau

Beim Mundharmonika-Festival gab es nicht nur viel zu hören, sondern auch viel zu lernen. Alle hatten ihren Spaß.
Von Johann Grad

San2 (Mitte) begeisterte auf der Bluesharp und mit seiner „Soul Patrol“ die Zuhörer durch „Rhythm und Blues“ und tolle Tanzeinlagen. Fotos: Grad
San2 (Mitte) begeisterte auf der Bluesharp und mit seiner „Soul Patrol“ die Zuhörer durch „Rhythm und Blues“ und tolle Tanzeinlagen. Fotos: Grad
Altmühltaler Mundharmonikamusi
Altmühltaler Mundharmonikamusi

Beilngries. Neues lernen, Technik verbessern, anderen vorspielen und Musik von Stars zu hören – all das stand am Wochenende beim Mundharmonika-Festival auf dem Programm. Beim Workshop am Freitag zeigte Olaf Böhme Möglichkeiten der Improvisation und Begleitung mit der Mundharmonika.

Nach dem offiziellen Empfang durch die Stadt gab „Trio con Brio“ aus Polen ein fulminantes Konzert. Evergreens wie Frank Sinatras „Strangers in the Night“ oder Louis Armstrongs „What a wonderful World“ rissen das Publikum zu Beifallstürmen hin.

Lustige Andektdoten erzählt

Fast unheimlich, wie Robert Kier die Akkordharmonika rasend schnell hin und her bewegte, Janieusz auf der Bassharmonika für ein stabiles Fundament sorgte und der 81-jährige Zygmunt Zgraja, Gründer der Formation, herrliche Melodien spielte und auch lustige Geschichten erzählte.

Anni König an der Harfe und Bernhard Grünbeck an der Mundharmonika
Anni König an der Harfe und Bernhard Grünbeck an der Mundharmonika

Exzellent gelangen Glenn Millers „In the Mood“, Arien wie „Granada“ oder ein „Säbeltanz“, so rasant und virtuos gespielt, dass ein Zuhörer „am liebsten seine Mundharmonika wegschmeißen wollte“. Beim familiären Mundharmonikaspieler-Treffen konnte nach Herzenslust gespielt werden. Wer wollte, trug sich auf einem großen Blatt Papier ein und dann ging es der Reihe nach durch.

Kally spielte, mit Playback begleitet, die Melodie „Fluss des Lebens“ und den Song „Hero“. Gekonnt gestaltet und mit guter Technik trug er die Lieder vor und erhielt viel Beifall. Schöne ruhige und auch flottere Volksmusik ließ eine Gruppe aus Meran in Südtirol erklingen.

Böhme (Gitarre) und Richter (Mundharmonika)
Böhme (Gitarre) und Richter (Mundharmonika)

Aber vor anderen musizieren schien gar nicht so einfach. Eine Musikantin vor dem Auftritt ging etwas nervös auf und ab. Sie habe sich das Spiel selber beigebracht, spiele bei einer Gruppe mit, liebe Volksmusik und werde auf der Gitarre begleitet, berichtete sie. Es war alles gut, kleine Patzer werden überhört und Beifall ist sicher. Hier treten Solisten auf und auch Gruppen wie der Münchner Mundharmonika-Stammtisch“, sagte Festival-Leiter Georg Fanderl.

Zwischendurch konnte man sich unterhalten, und über alles Mögliche fachsimpeln. Gerhard und Wolfgang, schon zum 17. Mal dabei, spielten ein „Schottisches Klagelied“, entstanden um 1500 Hundert nach einer Schlacht zwischen Schotte und Britten. Düstere Trauer, Wut und Resignation ließ sich aus dem Stück heraushören. Wie ausgemacht, waren danach die Kirchenglocken von St. Walburga zu hören. Wolfgang spielte auf einer Harmonetta. Dieses Instrument hat auch Tasten für Akkorde, mit denen man sich beim Spielen selber begleiten kann.

Mitsingen war erwünscht

Die Gruppe AbundZuMusi
Die Gruppe AbundZuMusi

Die lustigen Rostigen“ waren jedoch gut drauf, spielten etwas Flottes aus Schottland und das bekannte „Mull of Kintyre“, das zum Mitsingen anregte. Es herrschte eine lockere Stimmung, man anerkannte die unterschiedlichen Beiträge und sparte nicht mit Beifall. Ganz spontan hatten sich Mirena und Waldemar, vorher nie gesehen, zusammengetan, etwas probiert und trugen miteinander ein schönes Stück vor. „Gsuacht und Gfunden“ kamen mit Cajon, drei Mundharmonikas und Gitarre und spielten gekonnt ganz passend „Ohne Musik geht nichts!“

Die Zuhörer waren begeistert.
Die Zuhörer waren begeistert.

Am Abend dann ein krasser Gegensatz: San2 & His Soul Patrol“ ließen mit „Rhythm und Soul“ den Saal im Haus des Gastes erdröhnen. San2 holte alles aus der Bluesharp heraus, sang dazwischen mit souliger Stimme seine Songs und seine Patrol lief mit Piano, Schlagzeug und Gitarren zu Höchstform auf. Der Rhythmus fuhr in seine Beine und er tänzelte, wirbelte, glitt geschmeidig über das Parket und Beifall brauste auf.

Bei ruhigeren Liedern schlenderte er singend durch den Gang, stieg auf einen Stuhl oder sang den Fans fast ins Ohr. Dann aber produzierten die Musiker wieder harten und donnernden Sound, der für manche viel zu laut war und die sich draußen eine Auszeit nahmen. Ruhig und gemütlich ging es am Sonntag beim Frühschoppen zu, außerdem konnte man bei einer Börse alte und neue Schätze rund um die Mundharmonika verkaufen und finden. Am Nachmittag konnte man Schloss Hirschberg. Danach gab es im Rittersaal klassische Mundharmonika-Musik mit Susan Sauter.

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