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Wirtschaft

Beilngries: Viel Wachstum, wenig Gewinn

Die Raiffeisenbank Beilngries kämpfte mit Niedrigzinsen und überbordender Regulatorik. Das schmälerte das Ergebnis.
Von Johann Grad

Revisorin Kristin Stützer (2.v.l.) bescheinigte der Bank ordnungsgemäße Arbeit. Rita Böhm und Aex Anetsberger (r.) sahen das auch so. Foto: Grad
Revisorin Kristin Stützer (2.v.l.) bescheinigte der Bank ordnungsgemäße Arbeit. Rita Böhm und Aex Anetsberger (r.) sahen das auch so. Foto: Grad

Beilngries.„Immer mehr arbeiten, um immer weniger zu verdienen“, dieses ernüchternde Fazit mussten Thomas Geiser und Thomas Schmidtner, Vorstand der Raiffeisenbank Beilngries eG, bei der Generalversammlung 2018 ziehen. Das liege am Niedrigzinsniveau und der überbordenden Regulatorik, womit auch die einzige Bank mit Sitz in der Region zu kämpfen hat.

Aufsichtsratsvorsitzende Friederike Keidel eröffnete die Versammlung mit vielen Anteilseignern und einer Reihe von Ehrengästen. Stellvertretende Landrätin Rita Böhm lobte die Raiffeisenbank für ihr klares Bekenntnis zur Region. Man brauche sie zur Finanzierung der immensen Investitionen in die Infrastruktur.

Bürgermeister Alexander Anetsberger hob die Selbstständigkeit der Bank hervor und die schnellen Entscheidungen, andernorts brauche man aber viele Gespräche, auch ohne Ergebnis. Er freute sich auch über die Mitgestaltung des öffentlichen Lebens.

Thomas Schmidtner und Thomas Geiser trugen gemeinsam den Bericht über das Geschäftsjahr 2017 vor. Die Summe aller Kundengeschäfte stieg um über zehn Prozent auf 343 Millionen Euro. Man konnte in allen Bereichen oberhalb des Durchschnitts der bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken zulegen.

Den 15. Rang eingebracht

Das betreute Kundengesamtvolumen mit bilanziellen und außerbilanziellen Geschäften stieg innerhalb eines Jahres um 31 Millionen Euro, was der Bank den 15. Rang unter den 243 anderen VR-Banken einbrachte. Im vierten Jahr in Folge erreichte die Kreditneuvergabe in 2017 mit 35,7 Millionen Euro einen neuen Spitzenwert. „Damit sind wir ein Motor für die heimische Wirtschaft und erfüllten vielen Mitglieder und Kunden ihren Traum von einer eigenen Immobilie“, resümierten die beiden Vorstände.

Insgesamt konnte das Kundenkreditvolumen um 11,8 Prozent gesteigert werden. Der Zinsüberschuss betrug heuer 84 000 Euro und liegt deutlich unter dem Vorjahreswert. Schuld ist die Niedrigzinsphase. Provisionsergebnisse aus den verschiedenen Dienstleistungen konnten den Rückgang nicht kompensieren. Gestiegen sind die Kosten im Bereich der Personalaufwendungen auch aufgrund von tariflichen Erhöhungen, hinzu kam der vermehrte Verwaltungsaufwand wegen der Regulatorik und neuer Beratungsprojekte.

Der Austausch der Bankkarten in 2017 verschlang 30000 Euro, an Steuern fielen eine halbe Million Euro an, knapp die Hälfte davon ging an die Gemeinden Kinding und Beilngries. Laut der fünfjährigen Kapitalplanung könne man frühestens 2020 wieder mit einem steigenden Betriebsergebnis rechnen.

Aus dem Bilanzgewinn in Höhe von 172 000 Euro wird mit 18135 Euro eine Dividende in Höhe von drei Prozent ausgeschüttet, 20 000 Euro fließen in die gesetzliche Rücklage und 133 400 Euro in die anderen Ergebnisrücklagen.

Nach ihrem Bericht stellten Schmidtner und Geiser wegen neuer Gesetze die notwendigen Satzungsänderungen vor, durch die Neuerungen in der digitalen Kommunikation möglich werden. Zuletzt ging ein großes Dankeschön für die hervorragende Arbeit an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Den Bericht für den Aufsichtsrat lieferte Vorsitzende Friederike Keidel. Man habe Aufsicht und Kontrolle erfüllt. In zwölf Sitzungen mit dem Vorstand habe man sich gegenseitig über alles informiert und besondere Ereignisse mitgeteilt.

Entlastung einstimmig erteilt

Der Jahresabschluss und der Lagebericht seien geprüft und bestätigt worden. Kristin Stützer, Revisorin beim Genossenschaftsverband Bayern, hatte ebenfalls den Jahresabschluss und den Lagebericht geprüft und ordnungsgemäße Führung und Sicherung bestätigt. Einstimmig beschlossen die anwesenden Anteilseigner den Jahresabschluss und den Lagebericht, die Entlastung des Vorstandes und des Aufsichtsrates und vorgetragene Änderungen der Satzung. Als Mitglied des Aufsichtsrates wurde Markus Schmidt einstimmig wiedergewählt.

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Weitere Zahlen

  • Geburtstag

    Am Tag der Generalversammlung 2018 vollendete die Raiffeisenbank Beilngries das 121. Jahr ihres Bestehens. Gegründet wurde die Bank am 19 Juni 1897

  • Mitglieder

    Ihre Zahl erhöhte sich um 84 Personen auf 3 721 Mitglieder. Die Zahl der Geschäftsanteil der Mitglieder ist um 2 019 auf aktuell 7532 gestiegen.

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