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Volksfest

Beilngries wirbt um Kandidatinnen

Auf dem Beilngrieser Volksfest wird wieder eine Königin gewählt. Kandidatinnen erhalten 100 Euro Antrittsprämie.
Von Alexandra Nurtsch

Gina Seitz ist die amtierende Beilngrieser Volksfestkönigin. Foto: Nurtsch
Gina Seitz ist die amtierende Beilngrieser Volksfestkönigin. Foto: Nurtsch

Beilngries.Einmal im Leben eine Königin sein, eine Krone zu tragen und entsprechend hofiert zu werden, das ist der Traum vieler Mädchen. Als Volksfestkönigin hätten sie ein Jahr dazu Gelegenheit. Und doch fällt es Gemeinden immer schwerer, Kandidatinnen für das Amt zu finden – auch Beilngries. „Wir haben in den vergangenen Jahren verschiedentlich versucht, die Wahl attraktiver zu machen, mit bescheidenem Erfolg“, sagt Bürgermeister Alexander Anetsberger. Die Zahl der Kandidatinnen stieg nicht.

Vergangenes Jahr waren es zwei Mädchen, die Volksfestkönigin werden wollten, Magdalena Hofmann aus Aschbuch und Gina Seitz aus Paulushofen. Am Ende machte Gina Seitz das Rennen. Sie war in den vergangenen neun Monaten viel unterwegs und repräsentierte die Stadt Beilngries auf verschiedenen Festen und Veranstaltungen, wie die zahlreichen Pins auf ihrer weiß-roten Samtschärpe zeigen. Sie schwärmt regelrecht von ihren Terminen. „Man wird eingeladen und erlebt so viel. Das ist etwas Besonderes, das vergisst man nicht.“

Antrittsprämie verdoppelt

„Alle Königinnen, die wir hatten, waren am Ende begeistert“, sagt Volksfestreferentin Angela Plankl. Und dennoch ist es schwierig, Kandidatinnen für das Amt zu finden. Darum hat sich nun ein Arbeitskreis, der aus Vertretern des Festausschusses bestand, mit dem Thema beschäftigt, denn Beilngries will an der Tradition festhalten. Seit 1972 wird auf dem Volksfest eine Königin gewählt. Sie ist eine wichtige Repräsentantin, auf die die Stadt nicht verzichten möchte.

So sieht es in Dietfurt und in Berching aus:

Zwei Städte – Zwei Traditionen

  • Dietfurt:

    Seit 1980 wird in der 7-Täler-Stadt eine Königin gekürt. Auch in diesem Jahr steht die Wahl auf dem Volksfest-Programm. „Bis jetzt haben wir immer Kandidatinnen gefunden“, sagt Tourismus-Chefin Pia Pritschet. Auch wenn es ab und an nicht ganz einfach gewesen sei. Manche Mädels entschieden sich erst am Volksfest für eine Kandidatur. Für die Kandidatinnen hat die Stadt ein Zuckerl parat. Sie erhalten 50 Euro und Volksfest-Gutscheine. Die Wahl abzuschaffen, war noch nie ernsthaft ein Thema in Dietfurt. Wenn die Kandidatensuche zäh sei, dann werde schon mal darüber diskutiert, sagt Pritschet. „Aber wir möchten an der Tradition festhalten.“

  • Berching:

    Eine Volksfestkönigin hat es in der Hechtenstadt noch nie gegeben und wird es vorerst auch nicht geben. Vor rund zehn Jahren habe man sich Gedanken darüber gemacht, auch in Berching eine Volksfestkönigin zu wählen. „Aber nur ganz oberflächlich“, sagt der Geschäftsleiter der Stadt und Volksfestorganisator Reinhard Buchberger. So eine Wahl sei zwar etwas Schönes, aber auch ein großer Aufwand. Außerdem bekomme er von Dietfurt und Beilngries mit, wie schwierig es sei, Kandidatinnen zu finden. In den beiden Städten habe die Wahl Tradition, anders als in Berching.

Darum gibt es am 21. Juni, 19 Uhr, erstmals einen Infoabend. Im Kaiserbeck bekommen interessierte Mädchen einen Eindruck davon, wie es als Volksfestkönigin ist. Gina Seitz erzählt von ihren Aufgaben und Auftritten. Vertreter der Stadt erklären den Ablauf der Wahl und welche Vergünstigungen und Geschenke es für die Kandidatinnen und die Königin gibt. In diesem Jahr bekommen alle Mädchen 100 Euro, anstatt wie bisher 50 Euro. Dazu gibt es Gutscheine und die Teilnahme an einem Fotoshooting. Alle Bewerberinnen werden im Vorfeld in der Presse vorgestellt. Sie werden zur Bierprobe eingeladen und nehmen am Volksfestauszug teil.

Angela Plankl organisiert das Beilngrieser Volksfest. Foto: Nurtsch
Angela Plankl organisiert das Beilngrieser Volksfest. Foto: Nurtsch

Die Königin bekommt von der Stadt Beilngries 400 Euro für den Kauf eines Dirndls. Die Brauerei Schattenhofer lädt sie und 30 Gäste zu einer Brauereiführung ein. Die Regentin wird die Stadt unter anderem bei der Grünen Woche in Berlin vertreten und sie ist zum Weihnachtsmarkt in Garda eingeladen. Zudem gibt es für die Königin noch eine Überraschung. Doch die soll erst in den kommenden Wochen bekanntgegeben werden, sagt Angela Plankl geheimnisvoll. Zu den Terminen wird die Volksfestkönigin von der Zwiebelkönigin und Romana Herler von der Stadt Beilngries begleitet.

Vier Dirndl im Schrank

Wenn ein Mädchen befürchtet, die Termine könnten zu viel werden, der kann Gina Seitz die Angst nehmen. „Es ist nicht schlimm, wenn man mal einen Termin nicht wahrnimmt.“ Sie selbst habe wegen des Abschlusslehrgangs nicht mit nach Berlin und zum Apfelblütenfest nach Südtirol fahren können. Außerdem seien im Winter eh nicht so viel Termine. Vergangenes Wochenende war sie bei einem Treffen bei der bayerischen Maikönigin. Dort fuhren sie mit Oldtimer-Traktoren und besichtigten die Audi Driving Experience. Das Schöne an den Terminen ist für Seitz, dass sie dabei ihre Freundinnen trifft, denn unter den Königinnen wurden schnell Freundschaften geschlossen.

Die Vorgängerin von Gina Seitz, Bianca Bauer, berichtet im MZ-Gespräch über ihre Amtszeit. Den Artikel lesen Sie hier.

Obwohl die Regentin noch einige Veranstaltungen vor sich hat, blickt sie schon mit einem weinenden Auge in Richtung Volksfest, das heuer von 31. August bis 9. September gefeiert wird. Dann wird sie ihrer Nachfolgerin Schärpe, Diadem und Zepter überreichen. „Die Kandidatinnen sollten gerne unter Leute gehen und gern Dirndl tragen“, gibt sie den Bewerberinnen als Tipp mit auf dem Weg. Sie selbst habe mittlerweile vier Dirndl im Schrank, obwohl sie vorher eigentlich lieber Lederhosen getragen habe. Weiter müssen die Kandidatinnen mindestens 16 Jahre alt sein und aus dem Gemeindegebiet Beilngries stammen. Auch in diesem Jahr können wieder Vereine und andere Gruppen Kandidatinnen aus ihrer Mitte benennen.

„Alle Königinnen, die wir hatten, waren am Ende immer begeistert.“

Angela Plankl,

Wenn Gina Seitz nach ihrer Abschiedsrede am Beilngrieser Volksfest von der Bühne steigt, dann darf sie Schärpe, Diadem und Zepter als Erinnerung behalten. Von den anderen Königinnen gibt es ein Erinnerungsbuch mit den Autogrammkarten und einigen persönlichen Worten. Ihr bleiben dann auch Kisten mit Erinnerungsfotos und Geschenken, wie einer Bratapfelform von der Limes-Königin, großen Lebkuchenherzen oder einer Drei-Liter-Bierflasche, die sie erst kürzlich bekommen hat. „Eine Umzugskiste ist schon voll. Jetzt fange ich die Zweite an.“

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