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Berching ist stolz auf Ehrenamtliche

Berching zeichnet in der Weihnachtssitzung drei verdiente Bürger mit der Ehrenmedaille aus. Räte spenden Sitzungsgeld.
Von Markus Rath

Die Berchinger Bürgermeister Gerlinde Delacroix, Roland Meyer und Ludwig Eisenreich mit den drei Geehrten Helmuth Fiegl, Alois Scharpf und Heinrich Bauer sowie deren Ehefrauen.  Foto: Markus Rath
Die Berchinger Bürgermeister Gerlinde Delacroix, Roland Meyer und Ludwig Eisenreich mit den drei Geehrten Helmuth Fiegl, Alois Scharpf und Heinrich Bauer sowie deren Ehefrauen. Foto: Markus Rath

Berching.Mit der Verleihung von drei Ehrenmedaillen und einem ausführlichen Zwölfjahresrückblick von Bürgermeister Ludwig Eisenreich hat der Berchinger Stadtrat seine Sitzungsperiode 2019 abgeschlossen. Eisenreich wählte ein Zitat von Anne Frank, um auf das Thema „Ehrenamt“ hinzuführen und die Ehrengäste und Sitzungsbesucher zu begrüßen: „Wie wunderbar ist es doch, dass niemand auch nur einen einzigen Augenblick warten muss, bevor er beginnen kann, die Welt zu verbessern.“ Es sei wirklich erstaunlich, welch tief gehende Gedanken das jüdische Mädchen in einem engen Versteck in ihr Tagebuch schrieb. Genauso erstaunlich sei es, dass sie in ihrer Lage auch noch darüber nachdachte, was den Menschen groß macht.

Kein Rückzug ins Private

Dieser Gedanken passe gut zu Heiner Bauer, Helmuth Fiegl und Alois Scharpf, die mit oft alltäglichen erscheinenden Aufgaben und Tätigkeiten die Welt jeden Tag ein bisschen besser machten. Ihr Engagement und das vieler anderer Bürger der Gemeinde, zeigten für Berching ein anderes Bild als den vielzitierten Rückzug ins Private. Ob Feuerwehr, Vereine, Rettungswesen oder Jugendarbeit und soziale Dienste, wie Nachbarschaftshilfe, Soziales Netzwerk Berching oder Seniorenbeirat, ob Kirchengemeinden, Politik, Sport, Kultur oder Umwelt. Das Berchinger Gemeinwesen lebe von den Bürgern, die sich einbringen, die mitmachen, die zupacken und damit gemäß ihren Fähigkeiten und Möglichkeiten einen Beitrag zum Gemeinwohl leisten.

Berchinale: Feste und Veranstaltungen fördern den Tourismus ebenso, wie die Stadtentwicklung im Lorenzviertel, wo mit der Kulturhalle eine neue städtische Mitte entsteht. Trotz der Investitionen ist es der Stadt gelungen, die Verschuldung deutlich zu senken. Foto: Rath
Berchinale: Feste und Veranstaltungen fördern den Tourismus ebenso, wie die Stadtentwicklung im Lorenzviertel, wo mit der Kulturhalle eine neue städtische Mitte entsteht. Trotz der Investitionen ist es der Stadt gelungen, die Verschuldung deutlich zu senken. Foto: Rath

Eisenreich: „Das Ehrenamt ist für mich der Kitt der Gesellschaft.“ Dabei entstehe dreifacher Gewinn: Freude, Selbstbestätigung und Lebenssinn für den Ehrenamtlichen selbst, praktischen und wertvollen Nutzen bei allen, denen der Einsatz dient sowie Vieles von dem, was die Stadt Berching als Großgemeinde attraktiv und lebendig macht. „Wir können das nicht hoch genug schätzen. ln der Diskussion über die Entwicklung und Zukunftschancen unserer Gemeinden und Städte ist viel von den wirtschaftlichen und natürlichen Standortfaktoren die Rede. Ich meine, dass auch das bürgerschaftliche Engagement einen ganz erheblichen Standortfaktor und eine kostbare Ressource darstellt“, sagte Eisenreich. Die Feierstunde zum Jahresende zeige untrüglich, dass Berching hier ziemlich stark aufgestellt ist.

Ehrenamtliche helfen wie selbstverständlich

In diesem Zusammenhang sei ihm noch ein Punkt wichtig: „Viele Ehrenamtliche wirken in aller Stille, unspektakulär, mit großer Selbstverständlichkeit und ohne laut darüber zu reden. Sie handeln einfach, sie bringen sich ein – ihre Zeit, ihre Kraft, ihr Wissen, ihre Erfahrungen, ihre Talente.“ Das sei nicht nur mit viel Arbeit verbunden, sondern auch mit Verzicht auf wertvolle Freizeit und Privatleben. Davon sind auch die Lebenspartner betroffen, die Familien, die alles mittragen. Auch ihnen gelte der Dank dafür, dass sie mitziehen, dass sie selber zurückstehen und dass sie ihren Partnern oft den Rücken frei halten.

Kinder und Jugend: Für Kindertagesstätten werden in den nächsten vier Jahren mehr als sieben Millionen Euro investiert. Außerdem stehen der Neubau der Grund- und Mittelschule und die Sanierung der Grundschule Holnstein an. Foto: Rath
Kinder und Jugend: Für Kindertagesstätten werden in den nächsten vier Jahren mehr als sieben Millionen Euro investiert. Außerdem stehen der Neubau der Grund- und Mittelschule und die Sanierung der Grundschule Holnstein an. Foto: Rath

Bevor Medaille und Urkunde übergeben wurden, stellte Eisenreich die drei zu Ehrenden noch ausführlich vor. „Es gibt nicht viele Menschen, die sich so

mit ihrer Heimatstadt identifizieren“, sagte der Bürgermeister über Heiner Bauer. Der sei „Berchinger mit Leib und Seele“. Er interessiere sich für die Entwicklungen, er beziehe Stellung und binde sich ein. Dies geschehe nicht nur mit bloßen Lippenbekenntnissen, sondern zeige sich durch zahlreiche, jahrzehntelang ausgeführte Ehrenämter in zahlreichen Berchinger Vereinen. Als Gründer und langjähriger Vorsitzender der Werbegemeinschaft habe er mit dem Berchinger Weihnachtsmarkt und den verkaufsoffenen Sonntagen bleibende Einrichtungen geschaffen. Eisenreich: „Als Stadtführer und Nachtwächter hat er in den letzten 20 Jahren unzählige Gäste für unsere Stadt und deren Geschichte begeistert. Und, nicht zuletzt ist Heinrich Bauer der Berchinger Nikolaus.“

Beispielhafte Kooperation

Als Herkulesaufgabe und zentrales Projekt von Helmuth Fiegl bezeichnete Eisenreich die Errichtung eines Vereinsgebäudes mit Kelterei und Mosterei. Beides genieße einen hervorragenden Ruf und Zulauf in und aus der gesamten Region. Nur dadurch sei die beispielhafte Kooperation mit der „Naturobst Weiße Laaber“, der Neumarkter Lammsbräu, dem Landschaftspflegeverband Neumarkt und der CAH möglich geworden: mit dem End-Natur-Produkt, dem „LaaberWeißer Apfelsaft“ und der „Juratäler Apfelschorle“. Damit habe Fiegl zu einem Vorzeigeverein im Sinne eines zeitgemäßen Lebensstils, in dem Gesundheitsbewusstsein und Naturverbundenheit eine Rolle spielen.

Abwasser: Zug um Zug werde das vorhandene Leitungsnetz saniert. In der Kläranlage wurde ein Gas-BHKW in Betrieb genommen und der Faulturm wird derzeit neu gebaut. Zudem werde an Lösungen für die Verwertung und Beseitigung des Klärschlammes gearbeitet. Foto: Rath
Abwasser: Zug um Zug werde das vorhandene Leitungsnetz saniert. In der Kläranlage wurde ein Gas-BHKW in Betrieb genommen und der Faulturm wird derzeit neu gebaut. Zudem werde an Lösungen für die Verwertung und Beseitigung des Klärschlammes gearbeitet. Foto: Rath

Das Engagement von Menschen wie Bauer und Fiegl, die im Gemeinwesen voranschreiten, ist laut Eisenreich aber nur dann von Dauer und trägt unter anderem nur dann Früchte, solange es Personen gibt, die nicht zuvorderst im Blickpunkt stehen, sondern vielmehr ganz im Stillen durch ideelle oder materielle Unterstützung einen unverzichtbaren Beitrag dazu leisten. Eisenreich: „Wenn gleichzeitig sieben Vereine eines Dorfes und der gewählte Ortssprecher eine solche Person wie Alois Scharpf für die Verleihung der Ehrenmedaille vorschlagen, dann muss es sich um einen ganz besonderen Mitbürger handeln.“

Feuerwehrwesen: Die neue Drehleiter ist Sinnbild für zahlreiche Investitionen bei der Feuerwehr in den vergangenen Jahren: Eisenreich nannte den Kauf von insgesamt neun Löschfahrzeugen und den Bau bzw. die Sanierung von drei Feuerwehrhäusern. Foto: Rath
Feuerwehrwesen: Die neue Drehleiter ist Sinnbild für zahlreiche Investitionen bei der Feuerwehr in den vergangenen Jahren: Eisenreich nannte den Kauf von insgesamt neun Löschfahrzeugen und den Bau bzw. die Sanierung von drei Feuerwehrhäusern. Foto: Rath

Bei dem Bauunternehmer fände die Dorfgemeinschaft von Erasbach und die Ortsvereine stets Aufgeschlossenheit, Verständnis und Großzügigkeit für ihre Belange. Jüngstes Beispiel sei die gelungene Umgestaltung des Friedhofes. Die unglaublichen 1.165 Stunden Eigenleistung konnten auch deshalb eingebracht werden, weil Scharpf seine Maschinen vom ersten bis zum letzten Arbeitstag unentgeltlich zur Verfügung gestellt hat.

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