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Kino

Berching kann jetzt auch Cannes

Der Film „Different Bayern“ wurde als Premiere im Berli gezeigt. Etwa 150 Berchinger wollten ihn sehen.
Von Dagmar Fuhrmann

Beste Stimmung herrschte im Team, das den Film „Different Bayern“ mit Berchinger Hilfe produziert hatte. Foto: Fuhrmann
Beste Stimmung herrschte im Team, das den Film „Different Bayern“ mit Berchinger Hilfe produziert hatte. Foto: Fuhrmann

Berching.„Richtige“ Premieren laufen genauso ab. Roter Teppich, Schauspieler, die in einem teuren Auto vorgefahren werden, Musik und Fotografen. Nur eben alles ein bisschen größer. Sagt zumindest Johann Schuler unserer Zeitung auf Nachfrage. Und der muss es wissen, denn er ist Profi-Schauspieler und spielte die Hauptrolle im Film „Different Bayern“. Der wurde in Berching gedreht und so fand folgerichtig auch die Premiere in Berching statt – das fand auch Johann Schuler gut, er sei ein Befürworter dafür, dass die Premiere dort stattfindet, wo der Film gedreht wurde.

Improvisationstalent gezeigt

Schon während des Drehs hatten die Filmstudenten ihr Improvisationstalent gezeigt und so ging es auch am Samstagabend vor dem Berli-Kino weiter. Die Musiker vom Beilngrieser Blasorchester waren einen Tag vorher gefragt worden, ob sie spielen können – sie konnten. Ganz spontan wurde auch Maximilian Meier als Moderator verpflichtet worden, der im wirklichen Leben eigentlich Clown ist.

Er kündigte Simon Hatzel an, der den großspurigen Bürgermeister von Gretzing spielt, dann Johann Schuler, den nachdenklichen Trainer Alois Örtl und schließlich den jungen Fußballer Noah Camama, das Fußballdouble des afrikanischen Fußballstars „Austin“, gespielt von Ashley Byam. Der war leider persönlich nicht anwewesend. Sie alle entstiegen dem Lotus, den Andreas Götz zur Verfügung gestellt hatte.

Bevor die etwa 150 Zuschauer ins Berli-Kino durften, posierten sie auf dem Roten Teppich und ließen sich mit den Stars fotografieren. Manche Besucher waren in Weiß gekleidet – sie waren vom Hans-Kuffer-Park ins Berli Kino gekommen, wie auch Bürgermeister Ludwig Eisenreich mit seiner Gattin Angelika.

Natürlich reichten die Plätze im Berli-Kino absolut nicht aus, viele Zuschauer mussten stehen, einer von ihnen meinte, wie gut es sei, dass es in Berching das Berli-Kino gebe, es sei unglaublich wertvoll für die Stadt. Eisenreich schilderte noch einmal die Dreharbeiten und sprach von der „schönsten chaotischen Veranstaltung“, bevor sich der Kinosaal verdunkelte. Zunächst sahen die Zuschauer den Film „Wert der Arbeit“, eine Semesterarbeit, die ebenfalls vom Different-Bayern-Team produziert worden war.

Hier sehen Sie den Trailer zum Film:

Auch in diesem Werk war der hintersinnige Humor feststellbar, den „Different Bayern“ auszeichnet. Und so sah man die Lorenzstraße und auch viele Berchinger in einem ganz neuen Licht, die veritables Schauspieltalent zeigten. Karl Schneider, Bernd Knüfer, Matthias Schmidt-Pauly, Christian Eisner, Klaus Herold Jund viele andere traten in dem Film auf, als ob sie noch nie etwas anderes gemacht hatten.

Mit so viel Interesse haben die Besucher des Berli-Kinos wohl noch nie einen Film angeschaut. Sie amüsierten sich über Gretzings Wappentier, eine Gans, die die Fußballer im Herzen tragen sollen, woraus das herrliche Wortspiel „Gans Hart“ zum Schlachtruf wurde. Das Thema „Flüchtlinge“ wurde unter anderen Vorzeichen präsentiert. Der reiche afrikanische Fußballstar, der in die bayerische Provinz kommt, wo der Club nichts hat als seine Leidenschaft.

„Wow, ich weiß gar nicht, was ich sagen soll.“

Moderator Meier über den Zuspruch der Berchinger

Die Zuschauer bedankten sich am Ende mit minutenlangem Beifall für dieses wunderbare Erlebnis, das ihnen die jungen Filmemacher beschert hatten. „Wow, ich weiß gar nicht, was ich sagen soll“, gab sich Moderator Beier sprachlos. Koßmehl erinnerte daran, wie sie in ganz Bayern einen Ort zum Drehen gesucht hatten. Kameramann Fabian Beyer aus Regensburg hatte angeregt, sich in der Oberpfalz umzuschauen. Regisseur und Kameramann studierten zwar gemeinsam in Hamburg, wollten aber einen Film in Bayern drehen.

1000 Zuschauer in Hamburg

Zunächst wurde der Film in Hamburg gezeigt, in einem Kino vor 1000 Leuten. „Es gab Standing Ovations, der bayerische Dialekt, war überhaupt kein Problem.“ Auch die Berchinger waren am Ende sehr angetan von diesem Film, zumal viele von ihnen daran mitgewirkt haben. Sie alle stehen nun im Abspann und können ihren Namen lesen, wenn er am 12. Juli nachts in der ARD gespielt wird und später noch einmal im Bayerischen Rundfunk.

Hier lesen Sie Stimmen der Gäste zur Premiere:

Franz Bäumel: Der Kinobesitzer sprach von einem „filmischen Kunstwerk“ und freute sich, dass die Premiere in seinem Kino stattfand. Er will das Kino auch weiterhin am Leben halten – trotz Cineplex.

Franz BäumelFoto: Fuhrmann
Franz BäumelFoto: Fuhrmann

Maximilian Meier: Er ist eigentlich Clown. „Für mich ist das eine ganz unerwartete Situation.“ Er ist ein Freund des Kameramanns und wurde kurzerhand als Moderator engagiert

Maximilian MeierFoto: Fuhrmann
Maximilian MeierFoto: Fuhrmann

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Noah Camama: Das Fußballdouble von Ashley Byan, spielt im echten Leben in der Landesliga bei Quelle Fürth. Auch sein Vater Malick war mitgekommen. Er ist Trainer und hat ein Team in Gambia.

Noah CamamaFoto: Fuhrmann
Noah CamamaFoto: Fuhrmann

Claus Strachowitz: „Der Ursprung des Films sollte in der Wegscheid sein als eine Location gesucht wurde. Es kam zwar anders, aber wir haben gesagt: Wir sind dabei. Das Ganze ist eine coole Aktion.“

Claus StrachowitzFoto: Fuhrmann
Claus StrachowitzFoto: Fuhrmann

Karl Schneider: Der Metzgermeister , der im Film mitgespielt hat und Weißwürste spendiert hat, findet das Drehbuch super und auch die Besetzung. „Es ist schön, dass die Bürger so mitgemacht haben.“

Karl Schneider Foto: Fuhrmann
Karl Schneider Foto: Fuhrmann

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