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Prozess

Berching: Radler fordert hohe Geldsumme

Im Mai 2017 wurde ein Berchinger durch einen dummen Streich schwer verletzt. Nun klagte er auf 80 000 Euro Schmerzensgeld.
Von Philipp Breu

Hier fuhr der Radler im Mai 2017 in das Seil. Foto: Dagmar Fuhrmann
Hier fuhr der Radler im Mai 2017 in das Seil. Foto: Dagmar Fuhrmann

Berching.Bis heute leide er unter Kopfschmerzen, seine rechte Hand könne er kaum bewegen. Seitdem sei er auf physiotherapeutische Behandlung angewiesen. Auch zwei Jahre nach dem schweren Unfall leidet ein Radfahrer aus dem Landkreis Neumarkt unter den Folgen des Sturzes. Ausgelöst wurde dieser durch ein gespanntes Seil an der Uferpromenade des Main-Donau-Kanals in Berching.

Nun klagte der Mann nach dem Strafprozess selbst vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth. Seine Forderung vor der 2. Zivilkammer: Täter und Mitwisser sollen 80 000 Euro Schmerzensgeld und 4256 Euro für den damals erlittenen materiellen Schaden zahlen.

Schnapsidee führte zu Unfall

Eine morgendliche Fahrt mit dem Fahrrad zum Bäcker veränderte am 20. Mai 2017 das Leben eines damals 54-jährigen Berchingers völlig. Ein betrunkener 22-Jähriger hatte in der Nacht zuvor die Schnapsidee, das Nylonseil eines Rettungsringes an der Uferpromenade des Main-Donau-Kanals über den Radweg zu spannen.

Als der 54-Jährige wenige Stunden später mit dem Fahrrad Brötchen holen wollte, konnte er der Falle nicht mehr ausweichen und stürzte durch das gespannte Seil mit seinem Rad zu Boden. Er erlitt innere Blutungen des Kehlkopfes, einen Halswirbelbruch, einen Bänderriss, eine Quetschung der Bandscheiben sowie Prellungen und Wunden am ganzen Körper.

Täter sitzt in Haft

Sieben Monate später verurteilte die Jugendkammer I des Landgerichts Nürnberg-Fürth den damals 22-jährigen Täter wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und drei Monaten. Auch sein damals 16-jähriger Kumpel wurde verurteilt. Er hatte das Geschehen beobachtet und nichts gemeldet.

Urteil

Kein Mord, aber drei Jahre Gefängnis

Wegen eines gespannten Seils stand für einen 22-Jährigen versuchter Mord im Raum. Das Gericht entschied anders.

Nun mussten sich die beiden Männer erneut verantworten. Ob und wie viel Geld beide zahlen müssen, ist noch offen. Zunächst müsse sich Richter Christoph Wühr ein Bild davon machen, ob der damals 22-jährige Täter sogar den Tod des Radlers billigend in Kauf nahm. Außerdem muss geklärt werden, ob der damals 16-jährige Mitwisser haftbar gemacht werden kann. Am 4. Juni, um 9 Uhr, wird die Verhandlung fortgesetzt. Hier sollen weitere Zeugen vernommen werden.

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