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Stadtentwicklung

Berching: Satteldach für die Kulturhalle

Die Pläne für das 3,5-Millionen-Euro-Projekt nehmen Gestalt an. Um die Vermarktung wird sich dann ein Citymanager kümmern.
Von Alexandra Nurtsch

So soll die Kulturhalle einmal aussehen. Visualisierung: Kühnlein Architektur
So soll die Kulturhalle einmal aussehen. Visualisierung: Kühnlein Architektur

Berching.Es wird ein markantes, selbstbewusstes Gebäude, das hinter der Post Berching an der Sulz entstehen wird: Die Kulturhalle wird rund 40 Meter lang, zwölf Meter breit – und bekommt ein Satteldach mit einer Firsthöhe von 13 Metern. Das Besondere: Für den Bau sollen heimische Hölzer verwendet werden. Die ersten Entwürfe sahen bei der Kulturhalle ein Flachdach vor.

Der Entwurf, der in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis entstanden ist und den Architekt Michael Kühnlein jun. den Stadträten am Dienstagabend vorstellte, sieht eine Dach- und Giebelkonstruktion sowie eine Dacheindeckung aus Holz vor. „Das ist eine riesige Dachfläche. Da darf ruhig Leben drin sein“, sagte der Architekt. Doch gerade die Dacheindeckung sorgte bei den Räten für Diskussionen. Viele prangerten die geringe Lebensdauer der Holzeindeckung an. Josef Mayer zog die Gestaltungsfibel der Stadt heran und sagte: „Wir können doch nicht machen, was wir wollen und alle anderen müssen sich an die Satzung halten.“

Hubboden geplant

Keine großen Diskussionen gab es indes über den großzügigen, luftigen Innenraum. Dieser soll Platz für rund 250 Menschen bieten und soll im hinteren Drittel mit einem Hubboden versehen werden. An dessen Finanzierung wird sich der Kulturförderkreis beteiligen. Die 4,5 mal zwölf Meter große Bühne ist 90 Zentimeter erhöht. Von dort ist ein ebenerdiger Zugang zum Backstagebereich möglich. Beide Bereiche werden unterkellert und es wird ein Lastenaufzug eingebaut. In einem Anbau in Richtung Post Berching, der in Betonbauweise entstehen soll, werden Sanitärräume und Cateringküche untergebracht.

So soll es in der neuen Kulturhalle innen aussehen. Visualisierung: Kühnlein Architektur
So soll es in der neuen Kulturhalle innen aussehen. Visualisierung: Kühnlein Architektur

Kühnlein stellte auch einen Flachdach-Entwurf mit und ohne Keller vor. Aber: „Das Flachdach kann überall stehen.“ Die Halle mit Satteldach sei maßgeschneidert für Berching. Es habe viele Termine mit dem Arbeitskreis und mit Fachplanern gegeben. Das Ergebnis für das Sattedach sei einstimmig gefallen, sagte der Architekt.

Maria Meil plädierte dennoch für ein Flachdach. „Man soll sehen, dass es ein modernes Gebäude ist.“ Josef Neumeyer sprach sich dafür aus, dass Projekt ganz zu begraben. Am Ende stimmten alle Räte bis auf vier für eine Kulturhalle mit Satteldach und Keller. Kühnlein bezifferte die Kosten mit rund 3,5 Millionen Euro. Damit ist sie rund 200 000 Euro teurer als die Flachdach-Variante. Nun werden Planungsdetails geklärt und die Dacheindeckung überarbeitet, dann kann der Bauantrag vorbereitet werden. Doch vorher müssen noch die Architektenleistungen ausgeschrieben werden, da nun das Architektenhonorar den Grenzwert übersteigt. Wie Bauamtsleiter Thomas Lindner sagte, verzögert sich der Zeitplan dadurch um zwei bis drei Monate.

Ja zum Stadtmarketing

Für die Vermarktung und das Management der Kulturhalle wird ein Citymanager zuständig sein. Die Stadträte stimmten mit vier Gegenstimmen für die Einrichtung eines Bereichs Stadtmarketing in der Stadtverwaltung. „Wir brauchen ein Stadtmarketing. Wir stehen in Konkurrenz zu anderen Gemeinden. Berching hat so viel Potenzial, das genutzt werden muss“, warb der Bürgermeister. Das Stadtmarketing sei eine Einrichtung, die die Stadt weiterbringe.

„Berching hat so viel Potenzial, das genutzt werden muss.“

Bürgermeister Ludwig Eisenreich

Dafür werden nun eine Vollzeitstelle, eine Teilzeitstelle im Sekretariat und eine Stelle für eine 450-Euro-Kraft geschaffen. Weitere Aufgaben des Citymanagers und seiner Mitarbeiter werden unter anderem die Innenentwicklung und die Leerstandsproblematik in Berching und den Ortsteilen, der Aufbau eines Social-Media-Angebots für die Stadt und die Organisation und die Durchführung eines regelmäßigen Stadtfests sein.

Über das Thema Stadtmarketing wird in Berching seit längerem diskutiert.

Bei der Suche nach einem geeigneten Standort für einen Neubau der Grund- und Mittelschule Berching holt sich die Stadt nun Hilfe vom Projektentwicklungsbüro Concept K. Dabei geht es auch darum, ob neue Turnhallen erforderlich sind, welche Sportanlagen am Grundstück realisiert werden können und ob der Platz für zusätzliche Räume ausreicht, falls der Schulstandort Holnstein aufgelöst wird. Das Büro soll auch die Schule Holnstein unter die Lupe nehmen und die Kosten für Umbau und Sanierung ermitteln. Alle Stadträte stimmten der Auftragserweiterung zu.

Stattgegeben wurde dem Antrag der Fraktionen Freien Wähler, SPD und Demokratisches Forum, die sich eine Bürgerversammlung zum Thema Schule wünschen. Wie Eisenreich sagte, habe er sowieso eine Bürgerversammlung zu diesem Thema geplant.

Die MZ sprach mit Armin Edbauer, dem Vorsitzenden des Kulturförderkreises Berching, über die neue Kulturhalle:

Was sagen Sie zur Entscheidung des Stadtrats zur Kulturhalle?

Ich finde es toll, dass sich der Stadtrat zu einer Lösung bekennt, mit der die ursprüngliche Planung optimiert wurde. Ich bin der Meinung, dass die richtige Entscheidung getroffen wurde. Ich freue mich.

An den Planungen hat ein Arbeitskreis mitgewirkt, in dem auch Sie vertreten sind. Wie würden Sie die Arbeit beschreiben?

Die Arbeit war absolut zielorientiert. Man hat gemerkt, es gibt keine Vorbehalte. Man durfte auch mal spinnen und vorbringen, was man wollte, natürlich immer unter der Glocke der Kosten.

Welchen Wunsch hatte Ihr Verein an die Kulturhalle?

Armin Edbauer ist der Vorsitzende des Kulturförderkreises. Foto: Nurtsch
Armin Edbauer ist der Vorsitzende des Kulturförderkreises. Foto: Nurtsch

Wir hatten mehrere. Anfangs war eine Zuschauerhöhung Thema, egal wie man sie gestaltet. Daraus wurde der Hubboden. Ich machte mich schlau und sprach darüber mit der Arbeitsgruppe und mit Architekt Kühnlein. Er ging sofort darauf ein und hat Angebote eingeholt. Wir haben das Kulturzentrum in Altötting besucht, das einen Hubboden hat. Dort hat es bei vielen ,klick’ gemacht, dass es eine tolle Sache ist. Beim letzten Treffen haben wir in der Europahalle simuliert, wie es ist, in der letzten Reihe ohne Sitzerhöhung zu sitzen. Man sieht gar nichts. Ein anderes Thema war die Ausbildung der Bühne.

Der Verein beteiligt sich mit 40 Prozent an den Kosten des Hubbodens. Das sind rund 36 000 Euro.

Das wird eine spannende Aufgabe. Jetzt geht es darum, Sponsoren zu generieren. Ein Sponsorenbrief ist mit der Stadt abgestimmt, denn wir wollen den Sponsoren auch etwas anbieten. Wir nehmen auch gern Spenden entgegen. Wir haben einen offenen und ehrlichen Brief mit Kulturamtsleiter Dr. Rosenbeck entworfen, in dem wir den Kulturgedanken herausheben, was wir als Verein können, was wir brauchen und da speziell unseren Traum vom Hubboden, den es jetzt zu realisieren gilt. Wir sind uns aber sicher, dass wir das Geld auftreiben können.

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