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Gratifikation

Berchinger Firma verschenkt Kreuzfahrten

Jeder Mitarbeiter des Unternehmens Schabmüller darf auf der MS Deutschland reisen – als Dank für den Gewinn, den der Verkauf der Firma brachte.
Von Dagmar Fuhrmann

Thomas Stüpfert (Aurelius), Gert Purkert (Aurelius), Willi Geißler (Betriebsrat), Thomas Grahl (Geschäftsführer) bei der Übergabe des Gutscheins für eine Kreuzfahrt, den jeder Schabmüller-Beschäftigter bekommt.

BERCHING. Als der Finanzinvestor Aurelius im Juli die Firma Schabmüller, die er vor fünf Jahren von dem Konzern Sauer Danfoss gekauft hatte, an die Firma Zapi verkauft hat, haben Geschäftsführung und Betriebsrat offenbar aufgeatmet.

Zu der Erleichterung gesellte sich bald noch pure Freude. Denn die Aurelius hat bei dem Verkauf hohen Gewinn gemacht. Um wieviel es sich genau handelt, verrät Geschäftsführer Dr. Thomas Grahl natürlich nicht, aber es dürfte um mehrere Millionen Euro gehen. Und zum Dank bekommt jeder Mitarbeiter von Schabmüller eine Kreuzfahrt für zwei Personen auf der MS Deutschland geschenkt. „Jeder, heißt tatsächlich jeder Mitarbeiter von der 400 Euro-Kraft bis hin zu den Damen im Mutterschutz“, sagt Geschäftsführer Dr. Thomas Grahl. Dass Aurelius die Firma so teuer verkaufen konnte, sei dem engagierten Einsatz der Mitarbeiter zu verdanken. Dennoch habe niemand ein derartiges Geschenk erwartet, so Grahl. Das Dankeschön umfasst acht Tage auf der MS Deutschland, das Schiff gehört übrigens der Firma Aurelius. Jeder Tag hat pro Person einen Wert von etwa 300 Euro.

Auch acht Wochen nach dem Verkauf an die italienische Firma Zapi ist man bei Schabmüller noch glücklich darüber. Als Aurelius die Firma vor fünf Jahren gekauft hat, sei klar gewesen, dass der Finanzinvestor nicht ewig Eigentümer sein werde, sondern seine Aufgabe darin sehe, eine Firma günstig zu kaufen und so teuer wie möglich wieder zu verkaufen. Dies dauere erfahrungsgemäß im Durchschnitt fünf Jahre. Und so herrschte in den vergangenen Monaten bis zum erfolgreich abgeschlossenen Verkauf mal wieder Ungewissheit bei der Belegschaft, wer ihr neuer Besitzer sein wird. Denn in den vergangenen 23 Jahren hat Schabmüller mehrere Eigentümer gehabt. „Jeder Wechsel war mit einem mulmigen Gefühl verbunden“, sagt der Betriebsratsvorsitzende Willi Geißler.

Mit dem neuen Besitzer kehre nun hoffentlich die Ruhe ein, die sich alle nach den turbulenten Jahren in Sollngriesbach so sehr wünschen. „Zapi ist ein Investor, der uns gut gefällt“, sagt auch Geißler. Bei der italienischen Firma handelt es sich um ein inhabergeführtes Familienunternehmen mit ähnlicher Struktur wie Schabmüller. Bei Schabmüller gab es nach dem Verkauf keinerlei Entlassungen, im Gegenteil habe die Firma Zapi zur Bedingung gestellt, dass die Geschäftsführung und die Belegschaft in Sollngriesbach bleibt.

Das Kapitel Aurelius ist nun vollkommen abgeschlossen. „Die gelungene Übergabe des Technologieführers bei hochspezialisierten Elektromotoren und Weltmarktführers bei Elektromotoren für Gabelstapler ist in erster Linie der hervorragenden Zusammenarbeit von Mitarbeitern und dem Management zu verdanken“, so Aurelius Vorstand Gert Purkert und deswegen dürfen die auf Kreuzreise.

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