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Region Neumarkt
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Politik

Berg: Seit 40 Jahren eine Gemeinde

Nicht jeder war anfangs von der Gebietsreform überzeugt. Doch beim Jubiläum der Großgemeinde sprachen viele von einem Erfolg.
von Helmut Sturm

Die Ehrengäste trugen sich in das Goldene Buch der Gemeinde ein. Foto: Sturm

Berg.Zu den Klängen der „Vier Jahreszeiten“, gespielt vom Bläserensemble Eight4Brass, begrüßte Bürgermeister Helmut Himmler am Freitagabend zahlreiche geladene Gäste und interessierte Bürger anlässlich des Festaktes zum 40-jährigen Bestehen der Großgemeinde Berg in der Aula der Schwarzachtal-Schule.

In seiner Festrede rief Himmler die positiven Ergebnisse der damals höchst umstrittenen Gebietsreform als Grundlage des heutigen Wohlstandes und Fortschritts in Erinnerung. Ganz freiwillig sei der Zusammenschluss der ehemals selbständigen Gemeinden Berg, Loderbach, Sindlbach, Oberölsbach und Stöckelsberg am 1. Mai 1978 zur Großgemeinde Berg nicht erfolgt: Er musste per Rechtsverordnung angeordnet werden. „Seit damals entwickelte sich die ganze Region vom Armenhaus zur Vorzeigeregion. Dies war kein Selbstläufer“, sagte Himmler weiter.

Gravierende Veränderungen

Zukunftsweisende Entscheidungen der Mandatsträger, tüchtige Unternehmer und hart arbeitende Bürger hätten diesen Wandel ermöglicht. Gravierende Veränderungen der politischen Strukturen seien einhergegangen mit einem massiven Umbau der technischen Infrastruktur. Himmler stellte fest: „Es ist uneingeschränkt gut, was geleistet wurde – dafür meinen ganz herzlichen Dank an alle Bürger.“

Der bayerische Finanzminister Albert Füracker brachte als Geburtstagsgeschenk einen Förderbescheid über 1,1 Millionen Euro für die Großbaustelle Kultur- und Sportzentrum mit. „In ganz Deutschland gab es keine ärmere Region als die Stoapfalz mit der höchsten Säuglingssterblichkeit“, blickte Füracker in die Geschichte zurück. Groß sei sein Respekt vor den mutigen politischen Entscheidungen vor 40 Jahren.

Landrat Willibald Gailler hatte zwar kein Millionengeschenk dabei, erinnerte aber an das viele Geld, das er regelmäßig nach München überweisen müsse, „damit Füracker es dann wieder verteilen kann“. Berg habe sich so hervorragend entwickelt, stellte Gailler fest, dass ein Antrag auf „Markterhebung“ sein Vorschlag sei.

MdEP Albert Deß lobte den äußerst geringen Bürgermeisterverschleiß der Berger: 18 Jahre Lorenz Walk und 22 Jahre Helmut Himmler seien besonders beeindruckend. „Unsere Lebensqualität im weltweiten Vergleich erlaubt eigentlich kein Jammern“, sagte Deß weiter.

Mehr über das vergangene Jahr in der Gemeinde Berg lesen Sie hier.

Leicht verspätet durch die Sitzungswoche kam MdB Alois Karl direkt aus Berlin eingeflogen. Er spannte in seiner Ansprache den Bogen etwas weiter, in dem er an die sicherheitspolitische Situation vor 40 Jahren erinnerte. „Unser Land und Berg haben sich seitdem hervorragend entwickelt“, sagte Karl. Augenzwinkernd erinnert er sich an Himmlers und seine Jugendzeit: „Politisch hatten wir damals nicht viel gemeinsam.“ Umso mehr freue er sich, dass „der rote Himmler“ und die „schwarze Phalanx der Ehrengäste“ heute so freundschaftlich beieinander sitzen würden.

Bürgermeister Andreas Lindorfer überbrachte persönlich die Glückwünsche der langjährigen Partnergemeinde Rohrbach-Berg in Oberösterreich. „Unser gemeinsamer Weg in die Zukunft war der richtige“, sagte Lindorfer.

Auszeichnungen für Engagierte

Das Bläserensemble „Eight4Brass“ unter der Leitung des Kulturreferenten Hannes Stepper spielte die Europahymne und die an diesem Abend anwesenden Ehrengäste trugen sich gemeinsam in das Goldene Buch der Gemeinde Berg ein.

Mehrere verdiente Personen wurden geehrt. Foto: Sturm

Anschließend nahm Himmler einige Ehrungen vor: Rudi Braun wurde stellvertretend für alle sich im Ruhestand befindlichen Gemeindemitarbeiter ausgezeichnet. Rudi Mederer wurde stellvertretend für alle aktiven Gemeindemitarbeiter geehrt. Anita Vogl ist seit 1990 aktiv im Gemeinderat und wurde dafür ausgezeichnet. Auch Richard Kreuzer erhielt für 28 Jahre als Gemeinderat eine Ehrung. Auch Himmler selbst wurde mit einer Ehrung überrascht. Dritter Bürgermeister Peter Berger zeichnete ihn für „seinen Mut zu unbequemen Entscheidungen und seine Verdienste als Gemeindeoberhaupt der Berger“ aus. Er erinnerte an ein Zitat des verstorbenen Mitgründers von Apple, Steve Jobs: „Du hast deine Arbeit gefunden, die du liebst.“

Nach dem abschließenden gemeinsamen Singen der Bayernhymne lud Bürgermeister Helmut Himmler die Gäste des Empfangs noch zu angeregten Gesprächen ein. Dem kamen viele gerne nach.

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