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Entwicklung

Berghof: Zwergpudel statt Bordell

Bürgermeister Horst Kratzer stellt am Freitag die neuen Investoren für das Gelände am Dillberg vor – am Montag soll der Marktrat entscheiden.
von Katrin Böhm

Am Berghof könnten künftig womöglich Zwergpudel gezüchtet werden. Foto: Archiv

Postbauer-Heng.Auf dem Gelände des ehemaligen Hotels „Berghof“ am Dillberg scheint sich nach Jahren des Stillstands etwas zu tun: Die Familie Wellhöfer aus Schwarzenbruck will den Berghof kaufen und das Gebäude abreißen – im Gespräch sind nun eine Hobbyzucht von Zwergpudeln und weiteren Kleinhaustieren. Die Tochter der Familie betreibt diese Zucht bereits seit geraumer Zeit und würde diese gerne auf die Bereiche Hundepflege, verbunden mit einem Hundesalon, Tier-Physiotherapie und medizinische Bäder ausweiten, wie Bürgermeister Horst Kratzer sagt.

Der Marktrat behandelt das Thema in seiner nächsten Sitzung am Montag. Bereits am Freitag will Kratzer bei einem Pressetermin die neuen Investoren vorstellen, wie er am Dienstag ankündigte. „Der Gemeinde kommt das Konzept sehr gelegen, weil das Gelände nicht großartig bebaut werden soll“, sagte Kratzer. Geplant sind nach derzeitigem Stand zwei Einfamilienhäuser mit Nebengebäuden wie Garagen. Als „mögliche Erweiterungen“ seien die Errichtung einer Kleintierpraxis, eventuell mit angegliederter Kleintierklinik und zusätzlichem Wohnhaus sowie die vorübergehende Beherbergung von pflegebedürftigen kleinen Haustieren denkbar.

Wie Kratzer sagte, seien die Gespräche mit dem Neumarkter Eigentümer Dieter Recht bisher so erfolgreich verlaufen, dass Planungen und Grundstücksverhandlungen fortgeschritten seien. Für die Gemeinde ein Grund zur Freude – schließlich wünscht sich auch der Markt seit langem, dass auf dem Dillberg etwas passiert.

Seit Jahren sind unterschiedlichste Konzepte für das ehemalige Hotel im Umlauf. Das Drama um den Berghof begann Ende der 90er-Jahre, als die Sparkasse ein Verfahren zur Zwangsversteigerung einleitete. Ein jahrelanger Rechtsstreit sorgte für großes Aufsehen und löste ein bundesweites Medienecho aus. Einen Zuschlag vom Oktober 2001 – damals waren 1,35 Millionen Mark geboten worden – hob die Justiz wegen eines formalen Fehlers nach einem Einspruch wieder auf.

Im Sommer 2006 ersteigerte der Neumarkter Unternehmer Dieter Recht das ehemalige Hotel – er hatte 300.500 Euro dafür geboten, etwas mehr als die knapp 37 Prozent des Verkehrswertes (820.600 Euro), die gesetzlich vorgeschrieben sind. Er plante ein Altenpflegeheim – daraus wurde aber nie etwas.

Stattdessen beschäftigte die Gemeinde im November 2008 eine Bauvoranfrage für ein Bordell, auch ein Swingerclub war im Gespräch. In der Gemeinde schrillten damals sämtliche Alarmglocken. Es wurde befürchtet, dass kriminelle Machenschaften wie Drogen- und Gewaltkriminalität oder Schutzgelderpressungen auf dem Dillberg einziehen könnten. Auch die Befürchtung, der Hof könnte zum Neonazi-Treff werden, stand immer wieder im Raum. Im Juni 2010 brannte der Berghof schließlich ab – wegen Brandstiftung, der Täter wurde nie ermittelt. Danach wurde ein Konzept für eine mögliche Hotelanlage entworfen, auch ein Schulungszentrum und erneut ein Seniorenheim kamen ins Spiel. Konkrete Vorhaben gab es nicht.

Am Montag soll nun die Erweiterung des Aufstellungsbeschlusses für den im Februar 2011 erstellten Bebauungsplan „Sondergebiet Dillberg“ beschlossen werden.

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