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Justiz

Beziehungsstreit vor Gericht

Ein Neumarkter musste sich wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten. Der Tathergang konnte nicht geklärt werden.
Von Doris Distler

In Neumarkt wurde ein konfuser Vorfall verhandelt. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa
In Neumarkt wurde ein konfuser Vorfall verhandelt. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Neumarkt.Einen schwierigen Fall hatte Richter Rainer Würth zu verhandeln: Wegen gefährlicher Körperverletzung war ein 46-jähriger Neumarkter angeklagt. Nach seiner Darstellung, die Rechtsanwalt Markus Meier vortrug, war am 27. Oktober vergangenen Jahres seine Freundin zu seinem Haus gekommen und habe ihn schon am Fenster gleich neben dem Eingang beschimpft und beleidigt.

Sie habe Sturm geklingelt – nicht nur bei ihm, sondern auch bei den anderen Hausbewohnern. Er habe sie aber nicht hereingelassen. Seine Freundin, mit der er eine „on-/off-Beziehung“ führe, habe dagegen bei der Polizei angegeben, dass sie beide in der Wohnung ins Streiten geraten wären und im Laufe des Disputs habe sie von ihrem Freund eine Plastikflasche auf den Kopf geschlagen bekommen und eine Platzwunde erlitten, die im Krankenhaus genäht wurde.

Frau ohne Betreuerin vor Gericht

Bei der Zeugenaussage der 30-Jährigen brauchten Richter Würth und Staatsanwältin Sabrina Mieller Geduld, denn die junge Frau hatte deutlich Mühe, auf die Fragen des Gerichts klar zu antworten. Ihre Betreuerin war nicht gekommen, was sie offensichtlich unsicher machte. Die 30-Jährige hat wohl immer wieder Probleme mit Alkohol. Sie wird substituiert und ist in ärztlicher Behandlung. Nach Aussagen ihres on-/off-Freundes sei sie substituiert und ohne Alkohol „der liebste Mensch“, doch wenn sie etwas getrunken habe, werde sie zu einer Furie. Wie der Angeklagte weiter sagte, habe sie täglich ab 17 Uhr angefangen, eine Flasche Jägermeister zu trinken. Schon öfter sei die Polizei im Spiel gewesen. Seine Freundin habe manchmal zwei, drei Wochen bei ihm gelebt, dann sei sie wieder weg gewesen, wohl bei ihrer Großmutter.

Aussagen von zwei Mitbewohnern des Hauses bestätigten, dass die Frau abends bei allen geklingelt habe und schon am Kopf verletzt gewesen sei. Ein Polizist als Zeuge schilderte seinen Eindruck von der konfusen Situation, den Zustand des Opfers als nicht orientiert. Dieser Eindruck verstärkte sich bei den Aussagen der 30-Jährigen, die sich an vieles nicht mehr erinnern könne oder damals nicht bewusst mitbekommen habe, wie sie aussagte.

Nach einer Verhandlungspause stellte Rechtsanwalt Meier einen Antrag auf Einstellung des Verfahrens, dem Richter Würth stattgab mit den Worten: „Ich habe kein Interesse dran, jemanden zu verurteilen, der es gar nicht war.“

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