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Landwirtschaft

Bio-Pioniere feierten ihr Jubiläum

Seit 25 Jahren gibt es die Erzeugergemeinschaft für ökologische Braurohstoffe. Was mit 24 Mitgliedern begann hat heute 133 Mitstreiter.
von Michael Schrafl

  • Die Vorsitzenden Karl Stefan und Markus Eckert zeichneten acht Familien für 25-jährige Mitgliedschaft in der Erzeugergemeinschaft für ökologische Braurohstoffe aus. Foto: Schrafl
  • Die Vorsitzenden Karl Stefan und Markus Eckert zeichneten acht Familien für 25-jährige Mitgliedschaft in der Erzeugergemeinschaft für ökologische Braurohstoffe aus. Foto: Schrafl

Neumarkt.Die Erzeugergemeinschaft für ökologische Braurohstoffe (EZÖB) hat mit einem Festabend ihr 25-jähriges Bestehen und die 25-jähriges Partnerschaft mit der Neumarkter Lammsbräu gefeiert. Dabei wurden auch acht Familienbetriebe ausgezeichnet, die der Gemeinschaft seit der Gründung die Treue halten. Hermann Heiselbetz aus Ellmannsdorf, der 18 Jahre lang als Vorsitzender fungierte, wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Gegründet wurde die EZÖB am 3. Juli 1989. Zählte die Erzeugergemeinschaft im Gründungsjahr noch 24 Mitglieder, so ist sie inzwischen auf 133 angewachsen. Etwa einhundert davon sind im Landkreis Neumarkt angesiedelt, erklärte Vorsitzender Karl Stephan. Die Partnerschaft zwischen Biobauern und der Neumarkter Lammsbräu sei gekennzeichnet von gegenseitigem Vertrauen. Wie Stephan sagte, stehe das Kürzel „EZÖB“ auch für „Ernährung der Zukunft – Ökologisch und Bewusst“.

Lammsbräu-Chef Dr. Franz Ehrnsperger sagte: „Gemeinsam haben wir in den 25 Jahren Großartiges geschaffen.“ Generalbevollmächtigte Susanne Horn sagte, ihr seien die Biobauern ans Herz gewachsen. Landrat Willibald Gailler überbrachte die Glückwünsche des Landkreises. Laut seinen Worten hat sich die EZÖB zum Erfolgsmodell entwickelt. Mit der ökologischen Ausrichtung seiner Brauerei habe Ehrnsperger nicht nur Pionierarbeit geleistet, sondern auch entscheidend zur Ökomodellregion Neumarkt beigetragen.

Dr. Friedrich Prinz zu Löwenstein ging in seinem Festvortrag auf die Entwicklung des ökologischen Landbaus ein. Anfangs sei das für die Politik ein Instrument gewesen, weniger zu produzieren. Heute dagegen stünden beim ökologischen Landbau gesund-heitliche, umwelt- und gesellschafts-politische Aspekte im Vordergrund: „Wir brauchen diese Alternative heute dringender denn je. Es hat sich bestätigt, dass diese Alternative funktioniert.“ Wichtig sei es für die Erzeuger, den Verbrauchern den „Mehrwert“ der hier produzierten Nahrungsmittel zu vermitteln. Von Erzeugern, Handel und Verbraucher forderte der Redner einen fairen Umgang miteinander.

Ehrnsperger, Erwin Ehemann und Hermann Heiselbetz schilderten eindrucksvoll die Umstellung ihrer Betriebe auf „Öko“ – kein leichtes Unterfangen. So war Ehemann in Oberndorf der erste Ökobauer im Landkreis Neumarkt überhaupt und in den Augen der Bevölkerung ein wahrer Exot. Im Jahre 1983 schlossen sich dann Biobauern aus dem „Landl“ um den Sulzbürg zusammengeschlossen. Bei Heiselbetz hatte ein Vortrag v zum Thema „Schöpfung“ die Initialzündung zum Umdenken und schließlich zur Umstellung seines Betriebes gegeben.

„Ich wollte besseres Bier produzieren. Dazu brauchte ich aber bessere Zutaten. Diese konnte nur die Landwirtschaft liefern“, erinnerte sich Ehrnsperger. Viel Überzeugungsarbeit sei damals notwendig gewesen, weil das Bio-Konzept längst nicht so etabliert gewesen sei wie heute.

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