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Region Neumarkt
Montag, 21. Mai 2018 23° 1

Konzert

Blaskapelle lieferte eine Show ab

Vor 40 Jahren wurden die Pöllinger Musikgruppe gegründet. Zum Jubiläum zeigte sie, dass klassische Musik modern sein kann.
Von Michael David

Beim Konzert kam der Spaß nicht zu kurz. Foto: David

Neumarkt.Eine Hand voll musikbegeisterter junger Musiker haben vor
40 Jahren beschlossen, ihre Vorliebe für Musik zu organisieren und zu pflegen. Die damals 12- bis 14-jährigen Bläser wurden von Hans Distler ausgebildet. Schon nach kurzer Zeit erfolgten die ersten Auftritte. Heute zählt die Blaskapelle Pölling 53 Mitglieder und ist weit über die lokalen Grenzen hinaus bekannt.

Fast alle Instrumentalisten der Blaskapelle Pölling haben sich am vergangenen Samstagabend im Festsaal des historischen Reitstadels versammelt, um vor fast vollem Hause, dieses Jubiläum zu feiern. „Meilensteine“ war das Motto des Jubiläumskonzertes. Damit waren nicht nur die Werke der wegweisenden Komponisten gemeint. Die Höhepunkte der vergangenen Konzerte standen auf dem Programm und wurden in gekonnter Art und Weise dem Publikum präsentiert. Durch das Programm führte Lissy Walter, die mit ausgiebigen biografischen Episoden der Komponisten und deren Werke, die Musik den Besuchern näherbrachte.

Ein abwechslungsreiches Stück

Nach der theatralischen Eröffnung durch Richard Strauß’ „Also sprach Zarathustra“ und einem schwungvollen Potpourri von Verdis bekanntesten Opernmelodien widmete man sich einer sehr abwechslungsreichen Komposition. Alfred Bösendorfers Idee zur „Kleinen ungarischen Rhapsodie“ war, die Zuhörer in das Leben in der ungarischen Puszta zu versetzen. Dabei griff er nicht auf Melodien der ungarischen Folklore zurück, sondern verwendete eigene Motive. Ihrem Charakter nach klingen sie wie magyarische Weisen: Diese Vorstellung Bösendorfers setzte die Blaskapelle Pölling eindrucksvoll um. Bei den in Moll gehaltenen Teilen, die das harte Leben der Zigeuner erahnen ließen, nahm sich das Orchester gefühlvoll zurück. Der folgende feurige Czárdás – dynamisch, lebhaft und voller Energie interpretiert – sprühte vor Lebensfreude und Temperament. Über allem schwebte eine stimmungsvolle romantische Melodie, die den Frieden der Puszta widerspiegelte. „Grand Filou – Ein musikalischer Spaß“ war nicht nur vom Titel her eine musikalische Gaudi, auch das Orchester hatte seinen Spaß.

Diese Termine stehen für die Kapelle an

  • 6. Mai:

    Um 9.30 Uhr begleiten die Musiker der Pöllinger Blaskapelle den Kirchenzug und Gottesdienst zum Florianstag in Pölling.

  • 8. Juli:

    Beim Weißwurstfrühschoppen auf der Kirchweih Woffenbach um 11 Uhr spielt die Kapelle.

Dirigent Albert Walter tauschte seine Oberpfälzer Tracht mit dem Frack und auf einmal hatte er Mühe, seine plötzlich eigenwilligen Musiker und deren Vorstellungen, bekannte Opernmelodien zu interpretieren, wieder in die Spur zu bekommen.

Mit Löffeln Schlagzeug spielen

Flott und fröhlich, mit dramatischen Einlagen, erklang der Konzertmarsch „Die Sonne geht auf“ von Rudi Fischer. Einfach nur dasitzen und ein Stück nach dem anderen zu spielen, ist nicht die Vorstellung der Musiker von Albert Walter. Ein bisschen Show muss sein. Und so werden manche Werke auch optisch abwechslungsreich interpretiert. Bei der „Löffelpolka“ kam Felix Meier, tauschte die Sticks seines Schlagzeugs mit den Löffeln, die Tracht mit Schürze und Kochmütze und begeisterte das Publikum mit seiner Virtuosität und seinem Rhythmusgefühl.

Den Abschluss des Konzertes machte Selections von Starlight Express. Damit zeigt die Blaskapelle, dass sie auch Musicals gut interpretieren und aufführen kann.

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