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Neumarkt

BLLV Neumarkt fordert „Zeit für Bildung“

Die Kreisvorsitzenden trafen sich mit Landtags-Kandidaten, um ihre Nöte zu schildern. Das Thema Asyl nehme zu viel Raum ein.
Von Christiane Vatter-Wittl

Die BLLV-Kreisvorsitzenden mit Bezirksvorsitzender Ursula Schroll diskutierten mit den Kandidaten der kommenden Landtagswahl über die aktuelle Situation in der Bildungslandschaft. Foto: Vatter-Wittl
Die BLLV-Kreisvorsitzenden mit Bezirksvorsitzender Ursula Schroll diskutierten mit den Kandidaten der kommenden Landtagswahl über die aktuelle Situation in der Bildungslandschaft. Foto: Vatter-Wittl

Neumarkt.„Bildung ist das höchste Gut und es lohnt sich, in Bildung zu investieren“, da waren sich Lehrer und Politiker einig. Aus aktuellem Anlass lud der BLLV-Kreisverband Neumarkt die Kandidaten für die Landtagswahl zu einer Gesprächsrunde ein. Kreisvorsitzender Albert Semmler freute sich über eine rege Gesprächsrunde. „Obwohl wir einen neuen Kultusminister haben, wird derzeit leider nur wenig über die Bildung berichtet. Vorherrschendes Thema in den Schlagzeilen ist die Asylpolitik, doch viele Themen brennen den Schulen unter den Nägeln – und die gehören angesprochen“, so leitete Semmler die Gesprächsrunde ein.

Enormer Aufwand für Lehrer

Zum Austausch waren Eva Borke-Thoma (Grüne), Nils Gründer (FDP), Helga Huber (CSU), André Madeiski (SPD) und Matthias Penkala (Freie Wähler) gekommen. Zusammen mit den beiden stellvertretenden Kreisvorsitzenden Elisabeth Plankl und Maria Pfeiffer sowie der Bezirksvorsitzenden Ursula Schroll schilderte Semmler die aus seiner Sicht größten Mängel im Bildungssystem.

Themen, die in aller Munde sind, seien die Inklusion, die Integration, die Digitalisierung, die Ganztagsschule und die individuelle Förderung der einzelnen Schüler. Doch für das Lehrpersonal bedeute dies einen enormen Aufwand, der nicht mehr zu stemmen sei, da waren sich die BLLV-Mitglieder einig.

In dieses Horn stießen auch die Politiker. Maria Pfeiffer ist seit rund 20 Jahren Grundschullehrerin und sehe täglich, wie sich die Ansprüche in den Schulen verändern. „Jedes Kind hat andere Ansprüche und die Heterogenität nimmt zu“, so Pfeiffer.

Hier finden Sie weitere Themen des Pressegesprächs:

Weitere Themen

  • Elisabeth Plankl:

    „Für immer steigende Aufgaben steht immer weniger Zeit zur Verfügung. Das trifft nicht nur die Lehrer, sondern auch die Verwaltungsangestellten“, so Plankl.

  • Forderung:

    Semmler forderte, dass die Ressourcen, die zur Verfügung stehen, intelligent eingesetzt werden. Sowohl Geld als auch Zeit müssten flexibler eingesetzt werden können, damit Lehrer und Schüler wieder mehr Zeit für Bildung haben, damit man wieder jedem Kind und seinen Leistungen gerecht werden könne.

  • Gemeinsame Haltung:

    Die Politiker waren sich einig, dass es im Bereich Bildung immer noch um das höchste Gut, nämlich die Zukunft der Kinder und damit auch um die Zukunft der Gesellschaft gehe und dass die Forderungen des BLLV nicht zu hoch gegriffen seien.

Zum einen verändere sich die Schülerschaft – die Schere innerhalb der schulischen Leistungsfähigkeiten der Kinder öffne sich immer mehr, die familiären Hintergründe seien oftmals schwierig. Dabei müsse sich ein einzelner Lehrer um immer mehr Aufgaben kümmern. „Schule ist auch Lebensraum, und man muss Räume für die Kinder schaffen, die ihnen Zeit geben.“ Der BLLV Landesverband hat deshalb die Kampagne „Zeit für Bildung“ angestoßen, um wachzurütteln, damit alle Kinder effektiv gefördert und gefordert werden können.

Dem pflichtete auch André Madeisky bei, als Berufsschullehrer kenne er die Probleme gut. Laut Madeisky ist das Problem unseres Schulsystems, dass viele Kinder auf der Strecke bleiben und dann in den Mittelschulen geparkt werden. Wichtig wäre, dass Teams gebildet werden, die die Lehrer unterstützen. Dem pflichtete auch Eva Borke-Thoma bei, sie könne sich gut vorstellen, auch Experten wie Psychologen oder Heilpädagogen an die Schulen zu holen, um die Lehrer zu entlasten. Matthias Penkala würde sogar noch früher ansetzen und die Betreuungsangebote bereits in der frühkindlichen Förderung verbessern. „Auch die Fördermittel für die Zusammenarbeit zwischen den Kindergärten und den Grundschulen müssten wieder erhöht werden“, so Penkala.

Nöte der Lehrer erkannt

Auch Nils Gründer hat die Nöte der Lehrkräfte erkannt und betonte, dass sich die Mentalität der Schülerschaft ändere und das vor allem dringend das Personal verstärkt werden müsse. Helga Huber merkte an, dass ja ein Drittel des Haushalts in die Bildung fließe, doch hinterfragte sie auch, wo denn das Geld hinkomme. Albert Semmler bestätigte die Zahlen, doch monierte er eine falsche Budgetierung: „Würde man frühzeitig und vor allem an den richtigen Stellen investieren, wären viele Probleme gar nicht erst so groß geworden.“

Ursula Schroll bestätigte dies und schilderte die Fehlplanungen und den damit einhergehenden „Schweinezyklus“ anhand des aktuellen Lehrermangels: „Irgendwo fehlen immer Lehrer. Das liegt aber an den wenig vorausschauenden Planungen des Ministeriums. Es reiche auch nicht, wenn nun Seiteneinsteiger in die Grund- und Mittelschulen kommen.

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