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Blütenpracht am Straßenrand

Die Straßenmeisterei Parsberg hat bei Winn einen Bienen-Highway angelegt. Er soll Insekten Nahrung bieten.
Von Markus Rath

Thomas Bauer von der Straßenmeisterei ist stolz auf die neu angelegte Blühfläche entlang der Staatsstraße zwischen Parsberg und Dietfurt.  Foto: Rath
Thomas Bauer von der Straßenmeisterei ist stolz auf die neu angelegte Blühfläche entlang der Staatsstraße zwischen Parsberg und Dietfurt. Foto: Rath

Parsberg.Der Straßenrand hat sich verändert. Zwischen Fahrbahn und Radweg blühen entlang der Staatsstraße 2234 zwischen Parsberg und Dietfurt auf Höhe der Ortschaft Winn nun Margeriten, Kornblumen, Leimkraut, Kuckucks- und Rote-Lichtnelken. „Das war nicht immer so“, weiß Thomas Bauer, Mitarbeiter der Straßenmeisterei Parsberg. Er ist zusammen mit seinen Kollegen für den hier entstandenen „Bienen-Highway“, einem Pilotprojekt des Bayerischen Verkehrsministeriums, verantwortlich.

Dieses hatte sich zusammen mit dem Netzwerk „Blühende Landschaften“ im Februar 2019 dazu entschlossen, Bienen, Hummeln, Wespen und anderen Insekten ein besseres Nahrungsangebot zu verschaffen. Zum Start des Pilotprojekts wählten die 19 Staatlichen Straßenbauämter eine geeignete Strecke in ihrem Zuständigkeitsbereich aus, auf der eine durchgehende Blühfläche mit einer Mindestlänge von einem Kilometer angelegt wurde.

Heimische Pflanzen gesät

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die Staatlichen Bauämter haben in Bayern bisher 26 Blühstreifen mit insgesamt acht Hektar Fläche angelegt, die Autobahndirektionen weitere 19 Blühflächen an Anschlüssen und Parkplätzen mit rund zwölf Hektar Fläche. Neben der Fläche bei Winn befinden sich an der Autobahn A3 bei Beratzhausen noch zwei weitere Blühstreifen. Beim Saatgut setzt die Staatsbauverwaltung auf gebietsheimische Pflanzenarten, die sich als Lebensraum für Insekten besonders eignen.

Ziel: Artenschutz

  • Aktionsprogramm:

    Der Bienen-Highway ist Teil des ressortübergreifenden Bayerischen Aktionsprogramms für die Insektenvielfalt.

  • Geeignete Flächen:

    Ein Bienen-Highway kann entlang von Staatsstraßen oder Bundesstraßen entstehen. Im Idealfall liegt er an Fahrradwegen. Er soll mindestens eineinhalb Meter breit sein und eine Mindestlänge von rund einem Kilometer haben.

Ziel ist es nicht nur eine einfache Blühfläche zu säen, sondern auch den durch Straßen und Wege zerschnittenen Lebensraum wieder zu vernetzen. Bauer: „Für Wildinsekten mit oft kurzem Flugradius kann eine einzige blütenlose Fläche bereits zu einem unüberwindbaren Hindernis werden.“ Hier greife die Initiative Bienen-Highway gezielt ein und fördere die Mobilität der Insekten. Gleichzeitig sammelt Bauer in der Pilotphase wichtige Informationen. Welche Pflanzen gedeihen gut, welche eher nicht? Wann und wie können die Flächen gemäht und gepflegt werden? Wie nehmen die Insekten die Flächen an. Denn die Fläche bei Winn soll keine Eintagsfliege bleiben. Ziel des Verkehrsministeriums sei es, das Projekt Stück für Stück zu erweitern, ohne die Verkehrssicherheit dabei zu gefährden. Deswegen sollen vor allem die Zwischenräume zwischen den Leitpfosten und Kreuzungsbereiche zurückgeschnitten werden.

Bauer zieht positives Fazit

Das erste Fazit von Bauer fällt durchweg positiv aus. Der Bienen-Highway bei Winn wachse und gedeihe gut, die Insekten seien an den Straßenrand zurückgekehrt. „Wir sind auf dem richtigen Weg“, sagt Bauer überzeugt.

Auch wenn die Blütenpracht ihren Preis habe: „Die Pflege ist viel aufwendiger, weil wir die Fläche einmal im Jahr mähen müssen und das Mähgut entfernt werden muss.“, sagt Bauer. Bisher sei es einfach untergemulcht worden. Doch der Stickstoffeintrag in den Boden sei dann zu hoch und die Blumen würden als Folge davon einfachen durch Gras verdrängt werden.

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