MyMz
Anzeige

Kritik

Bögl: „Wir schonen den Wald“

Um Windräder aufstellen zu können, müssen die Wege passen – Bürger haben sich über die Schneisen durchs Heiligenholz bei Neumarkt beschwert.

Die Firma Bögl wehrt Kritik ab: Gut befestigte Wege müssen sein, heißt es dort. Foto: Röhrl

Neumarkt.Waldzerstörung oder umweltschonende Windkraft? Während man bei der Firmengruppe Max Bögl Kritik im Fall der derzeit entstehenden beiden Windräder im Waldgebiet „Heiligenholz“ zurückweist, haben sich Menschen bei der MZ gemeldet, denen die Eingriffe in das Waldgebiet schon jetzt zu massiv ausfallen.

Dabei kommen zu den zwei derzeit entstehenden Anlagen voraussichtlich bis Ende kommenden Jahres zwei weitere hinzu. Und zwar an anderer Stelle in diesem Waldgebiet – nicht weit weg davon. Denn die Stadtwerke wollen nun auch in diesen Teilbereich der „Stromerzeugung durch alternative Energie“ einsteigen.

In ihren Reaktionen haben sich vor allem Spaziergänger über die Schneisen aufgeregt, die sich seit kurzem durch das Waldgebiet „Heiligenholz“ ziehen. Einigen nahe an den geschotterten Wegen stehenden Bäumen wurden die Wurzeln gekappt. Einige sehen mit ihren abgebrochenen Ästen zerschunden aus.

Über die breiten Wege, die mit „Schotter“ befestigt wurden, sind schon Betonmischer gerollt. Denn es mussten massive Fundamente gegosssen werden. Diese fangen die Kräfte ab, die etwa bei Sturm auf ein bis 200 Meter hohes Windrad einwirken.

Bald gelangen noch schwerere Fahrzeuge in diesen Wald: Denn auf jeweils 40 Tonnen schweren Tiefladern werden bis zu 30 Tonnen wiegende Einzelteile heran gefahren, mit denen der Masten einer Windkraftanlage Stück für Stück aufgetürmt wird. Und dann müssen auch noch die drei, jeweils 60 Meter langen Rotorblätter in den Wald gefahren werden. Für diese Gefährte müssen die Waldwege genügend Radius aufweisen. Im „Heiligenholz“ habe man ausnahmsweise eine 90-Grad-Kurve gebraucht, um an einen Standort zu kommen, sagte der Pressesprecher der Firmengruppe, Jürgen Kotzbauer, dem Tagblatt. „Dafür mussten wir ein paar Bäume wegnehmen“, ergänzte er.

Im Zentrum der Montage einer Windkraftanlage steht der Kran. Und hier zeige sich schon jetzt, dass die Firmengruppe Max Bögl eine viel schonendere Art vorweisen könne, als dies bei anderen ähnlichen Projekten der Fall sei, betonte der Pressesprecher. Denn Bögl setze einen „Kletterkran“ ein. Im Gegensatz zu einem Raupenkran benötige dieser Typ keine enormen Ausleger zum abstützen. „Wir kommen mit zwei Drittel weniger Fläche als bei einem Raupenkran aus“, ergänzte Jürgen Kotzbauer.

Umfrage

Zerstört Windkraft den Wald?

Um die passende Infrastruktur für Windräder zu schaffen, müssen in Wäldern breitere oder neue Wege angelegt werden. Wie stehen Sie dazu?

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht