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Beilngries

Brand in Beilngries: Keine Verletzten

220 Kräfte waren bei einem Großfeuer im Entsorgungsunternehmen Bachhuber und Partner im Einsatz. Die Ursache ist noch unklar.
Von Lothar Röhrl

Beilngries.Rund 220 Feuerwehrkräfte von 16 Feuerwehren aus drei Landkreisen im Einsatz; ein dunkler Rauchpilz, der sogar von Neumarkt und Ingolstadt aus sichtbar war – aber zum Glück keine verletzten Menschen: Ein Großbrand hat am späten Dienstagnachmittag für enormes Aufsehen nicht nur in Beilngries gesorgt. Das Feuer war gegen 16.30 Uhr im Entsorgungsunternehmen Bachhuber & Partner am Untermühlweg ausgebrochen. Die Flammen schlugen aus einem großen Berg mit Gewerbemüll.

Wie der Kommandant der Beilngrieser Feuerwehr Wolfgang Petschl dem Neumarkter Tagblatt auf Anfrage berichtete, war schon kurz nach der Alarmierung bei der Anfahrt klarzusehen, dass es sich um ein Großfeuer handelt, dessen Ausmaß alles bisher in Beilngries Bekannte übersteigen würde. „Wir haben sofort die Alarmstufe auf sechs erhöht, damit wir Unterstützung von Feuerwehren aus einem weiten Umkreis um Beilngries bekommen können“, sagte Petschl.

Zahlreiche Feuerwehren waren im Einsatz. Foto: Röhrl
Zahlreiche Feuerwehren waren im Einsatz. Foto: Röhrl

Bei der Anfahrt stand ein schwarzer Rauchpilz über dem Gewerbebetrieb, der etwas außerhalb von Beilngries nahe des Zusammenflusses von Sulz und Altmühl liegt. „Das sah aus wie ein Atompilz“, sagte eine Anwohnerin. Sie hatte zunächst befürchtet, dass der Rauch aus ihrer Stallung kommt. Dort hatte es 1992 gebrannt. Nicht nur dieser Beilngrieserin wurde aber schnell klar, dass es in dem Unternehmen brennt, von dem auch die gelben Säcke aus einem Großteil des Landkreises Neumarkt gesammelt werden.

Das ganze Ausmaß des Einsatzes zeigen wir in diesem Film

Video: Lothar Röhrl

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Allerdings brannte es nicht in dem Teil des Geländes, wo diese Säcke zwischengelagert werden. Sondern dort, wo eine Menge Gewerbemüll unter freiem Himmel auf einen Haufen geworfen war. In diesem befindet sich in der Regel viel Verpackungsmaterial. Darunter sind Kunststoffe – und der ebenfalls aufsteigende gelbe Rauch zeigte, dass auch Gefahrstoffe brennen dürften. Daher wurden die Beilngrieser und alle durchkommenden Autofahrer mit Durchsagen im Rundfunk aufgefordert, Fenster geschlossen zu halten beziehungsweise die Klimaanlagen in Fahrzeugen auszuschalten.

Den alarmierten 54 Kräften der Beilngrieser Feuerwehr standen in der Folge immer mehr Kräfte anderer Wehren bei. 60 Atemschutztrupps – also 120 Feuerwehrmänner – bekämpften das Feuer. Aber auch Spezialisten des Katastrophenschutzes und des Technischen Hilfswerks wurden an den Einsatzort beordert.

Dort wurde schnell die größte Gefahr abgewendet: Das wäre ein Übergreifen der Flammen auf die Hallen gewesen, in denen eben jene Gelben Säcke lagerten. Aber auch Garagen mit Fahrzeugen und Gerätschaften konnten durch einen enormen Einsatz von Wasser gerettet werden. Dieses Wasser stammte nur zu einem kleinen Teil aus Tanklöschfahrzeugen und einem Hydranten. „Das meiste Wasser haben wir aus der Sulz gepumpt“, berichtete Wolfgang Petschl. Weil die Beilngrieser Feuerwehr schön öfter Löscheinsätze bei diesem Unternehmen geübt habe, sei der Einsatz ziemlich reibungslos über die Bühne gegangen, zeigte sich Wolfgang Petschl in seiner ersten Bilanz zufrieden. Dank einer guten Zusammenarbeit aller Kräfte seien die Löscharbeiten auch früher zu Ende gewesen, als zunächst vermutet. Zwischen ein und zwei Uhr nachts war das Feuer gelöscht, die letzten Feuerwehrler rückten nach der Brandwache am Mittwochmorgen um sechs Uhr ab.

Uns gegenüber zog Kommandant Petschl eine vorläufige Einsatzbilanz:

Video: Lothar Röhrl

Trotz des Schicksalsschlages zeigten sich die Firmenchefs Patrik und Roland Bachhuber über eine Tatsache sehr erleichtert: Es kamen keine Mitarbeiter infolge des Brandes beziehungsweise eingeatmeten Rauchs oder Gasen zu Schaden. Immerhin seien zum Zeitpunkt des Ausbruchs des Brandes noch gut zehn Mitarbeiter auf dem Gelände anwesend gewesen.

Zur Ermittlung der Brandursache kamen Brandfahnder der Kriminalpolizei zur Firma. Das taten sie übrigens schon zum zweiten Mal binnen eines halben Jahres. Im November war in einer Wochenendnacht Feuer in der Halle ausgebrochen, wo gesammeltes Papier untergebracht war. Ob hier Brandstiftung mit im Spiel war, sei bisher noch nicht abschließend geklärt, hieß es am Dienstag von der Unternehmensleitung. Auch am Mittwochvormittag stand noch keine eindeutige Brandursache fest, wie die Kripo Ingolstadt mitteilte.

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