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Politik

Brehm bewirbt sich als OB in Nürnberg

Dr. Ulrich Maly tritt nicht mehr bei der Wahl an. Jetzt hat der SPD-Vorsitzende Thorsten Brehm angekündigt, zu kandidieren.
Von Nikolas Pelke

Thorsten Brehm (r.), Vorsitzender der SPD Nürnberg, hielt am Rande der Pressekonferenz mit dem Nürnberger Bürgermeister Christian Vogel symbolisch ein Steuerrad in den Händen. Foto: Daniel Karmann/dpaFoto: dpa
Thorsten Brehm (r.), Vorsitzender der SPD Nürnberg, hielt am Rande der Pressekonferenz mit dem Nürnberger Bürgermeister Christian Vogel symbolisch ein Steuerrad in den Händen. Foto: Daniel Karmann/dpaFoto: dpa

Nürnberg.Politisches Erdbeben in Franken: Der Nürnberger Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) hat mit seinem angekündigten Rückzug aus der Kommunalpolitik die politische Landschaft in seiner Heimatstadt auf den Kopf gestellt. Die überraschende Entscheidung stellte die Nürnberger Genossen vor die Frage, mit welchem Kandidaten die Sozialdemokraten bei den anstehenden Kommunalwahlen im Jahr 2020 in Nürnberg ins Rennen gehen wollen.

Gestern hat Nürnbergs SPD-Vorsitzender Thorsten Brehm hat in einem gemeinsamen Pressegespräch mit der stellvertretenden Parteivorsitzenden Gabriela Heinrich, der Fraktionsvorsitzenden Anja Prölß-Kammerer und Bürgermeister Christian Vogel angekündigt, sich auf dem SPD-Parteitag am 16. Mai als Oberbürgermeisterkandidat zu bewerben.

„Meine Heimatstadt liegt mir am Herzen.“

Nürnbergs SPD-Vorsitzender Thorsten Brehm

„Meine Heimatstadt liegt mir am Herzen. Ich will mich mit ganzer Kraft und Leidenschaft dafür einsetzen, dass Nürnberg liebens- und lebenswert bleibt, sich alle Menschen wohlfühlen und gerne hier leben. Dafür möchte ich ab Mai 2020 auch als Oberbürgermeister arbeiten und werde mich am 16. Mai auf dem SPD-Parteitag zur Wahl stellen“, wird der SPD-Vorsitzende Thorsten Brehm in einer Pressemitteilung zitiert.

SPD hielt sich noch bedeckt

Zuvor wurde spekuliert, dass Bürgermeister Christian Vogel (SPD), der amtierende Stellvertreter von Oberbürgermeister Ulrich Maly, ein „natürlicher“ Nachfolgekandidat der Sozialdemokraten sein könnte. Auf Anfrage unseres Medienhauses wollte sich Vogel öffentlich zu den Spekulationen rund um die Nachfolge des überraschend zurückgetretenen Oberbürgermeisters nicht äußern.

Auch Thorsten Brehm, Nürnberger SPD-Chef und Fraktionsvize im Stadtparlament, wollte sich am Anfang der Woche noch nicht über mögliche Nachfolgekandidaten konkret äußern. „Wir führen interne Gespräche und werden versuchen, zeitnah einen Personalvorschlag zu machen“, sagte Brehm auf Anfrage der Mittelbayerischen am Dienstag.

Thorsten Brehm

  • Kindheit:

    Thorsten Brehm wurde am 22. Juli 1984 in Nürnberg geboren. Aufgewachsen und verwurzelt ist er im Knoblauchsland, wo er seit 2008 Vorsitzender des TSV Buch ist.

  • Studium:

    Nach dem Abitur an der Wilhelm-Löhe-Schule absolvierte er seinen Zivildienst beim Bund Naturschutz in Nürnberg. Danach studierte er an der WiSo Sozialwissenschaften.

Nach dem ersten Schock über das Maly-Aus versuchen die Sozialdemokraten derweil den Blick wieder zuversichtlich nach vorne zu richten. „Wir werden uns nun gemeinsam der Herausforderung des Stabwechsels stellen“, kündigte Thorsten Brehm an. Auch die amtierende SPD-Fraktionsvorsitzende, Anja Prölß-Kammerer, versucht nach der Hiobsbotschaft, wieder Optimismus im Hinblick auf den bevorstehenden Wahlkampf in Nürnberg zu verbreiten. „Wir wissen, dass wir im Wahlkampf auf Ulrich Maly zählen können und insofern gehen wir trotzdem mit Zuversicht in die nächsten Tage, Wochen und Monate.“ Selbstverständlich wissen die Genossen genau, dass die nächsten Oberbürgermeisterwahlen im Jahr 2020 durch den überraschenden Rückzug von Ulrich Maly nicht leichter geworden sind. Viele Beobachter glauben sogar, dass die Kommunalwahlen in Nürnberg im nächsten Jahr wieder völlig offen sind. Mache sehen die CSU schon im Rathaus. Andere setzen auf die Grünen.

Politik

Ulrich Maly will nicht mehr kandidieren

Nürnbergs Oberbürgermeister wird bei den Kommunalwahlen 2020 nicht mehr für das Amt des Oberbürgermeisters antreten.

CSU will Chefposten erobern

Nach dem Maly-Rückzug ist die Euphorie bei den politischen Kontrahenten trotzdem groß. Allen voran macht sich die CSU große Hoffnungen, den Chefposten im Nürnberger Rathaus nach einer dann knapp 20-jähriger SPD-Regentschaft ab dem April 2020 wieder besetzen zu dürfen. „Die Karten werden nach dem neu gemischt. Wir wollen den Chefposten in Nürnberg wieder übernehmen“, erklärte der CSU-Fraktionsvorsitzende Marcus König. Die CSU habe eine große Chance bei den nächsten Wahlen auf den Chefposten im Rathaus und wolle diese auch nutzen, kündigte König selbstbewusst an. Allerdings seien die Wahlen auch ohne Maly kein Selbstläufer. „Wir brauchen wieder einen Brückenbauer. Und einen Kandidaten, der Lust auf Nürnberg hat“, forderte König, der selbst als aussichtsreicher CSU-Oberbürgermeisterkandidat gilt.

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