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Freizeit

Breitenbrunner Bad wird herausgeputzt

Die Arbeiten an den Stegen sind so gut wie abgeschlossen. Am Samstag steht dem Badespaß dann nichts mehr im Weg.
Von Alexandra Nurtsch

Hans Gleißl bereitet das Kinderbecken für die Eröffnung vor. Im Hintergrund ist einer der neuen Stege zu sehen. Foto: Nurtsch
Hans Gleißl bereitet das Kinderbecken für die Eröffnung vor. Im Hintergrund ist einer der neuen Stege zu sehen. Foto: Nurtsch

Breitenbrunn.Dunkle Wolken hängen über Breitenbrunn. Es ist merklich kühler als in den vergangenen Tagen und es sieht nach Regen aus. Hans Gleißl ist auch heute im Naturbad, wie fast jeden Tag, seit der Schnee geschmolzen ist. Er schaut nach dem Rechten und bereitet das Bad auf die Eröffnung vor. Gerade ist er mit einer kleinen Schaufel im Kinderbecken zugange, in dem noch das Wasser fehlt.

Geschäftsleiter Jürgen Konrad freut sich auf die Eröffnung am Samstag. Foto: Nurtsch
Geschäftsleiter Jürgen Konrad freut sich auf die Eröffnung am Samstag. Foto: Nurtsch

Seit 2010 gibt es das Breitenbrunner Naturbad. An das erste Freibad im ehemaligen Landkreis Parsberg erinnern nur noch der Frosch, der Wasser in das Kinderbecken spuckt, und die Rutsche. „Wir haben schon geschaut, dass wir wieder eine ähnliche Rutsche finden“, sagt Bürgermeister Johann Lanzhammer. 1962 wurde das Freibad eröffnet. Die Erwachsenen konnten im 25 Meter langen und elf Meter breiten Becken schwimmen und die Kleinen im Kinderbecken planschen. Doch der Zahn der Zeit nagte am Freibad und es hätte saniert werden müssen. „Wir haben damals verschiedene Varianten diskutiert und uns letztendlich für das Naturbad entschieden“, erklärt Geschäftsleiter Jürgen Konrad.

Viele Helfer brachten sich ein

Im Herbst 2009 wurde schließlich mit dem Abbruch begonnen. 55 Breitenbrunner packten mit an, alleine die „Badfreunde“ brachten sich mit 1000 ehrenamtlichen Stunden ein. Ein Nichtschwimmer- und ein Kleinkinderbereich wurden gestaltet, eine Filterzone angelegt und ein neues Sanitärgebäude errichtet. Im Juli 2010 fand das Anschwimmen statt. „Es war uns wichtig, dass das Bad keine Saison geschlossen hat“, sagt Lanzhammer. Ein Jahr später wurde es feierlich eröffnet.

Weitere Aufnahmen vom Naturbad sehen Sie in unserer Bildergalerie:

Naturbad Breitenbrunn

Rund 730 000 Euro kostete das Naturbad, der Eigenanteil von Breitenbrunn lag bei 240 000 Euro, der Rest wurde über Zuschüsse finanziert. „Es war eine gute Entscheidung, dass wir es so gemacht haben“, sagt Konrad rückblickend. Das Naturbad sei sehr gelungen und es werde sehr gut angenommen – hauptsächlich von Einheimischen. Als das 7-Täler-Bad saniert wurde, seien viele Dietfurter nach Breitenbrunn gekommen und immer wieder entdecke man auch fremde Gesichter im Naturbad.

Lärchenholz war morsch

Heuer sind vor der Bad-Eröffnung umfangreichere Arbeiten notwendig. Darum sind neben Hans Gleißl auch Männer vom Bauhof vor Ort. Sie sind gerade dabei, die Stege zu erneuern. Der Bereich bei der Rutsche ist schon fertig. Gerade wird am Technikhäuschen gearbeitet. Die Unterkonstruktion der Stege war in den vergangenen acht Jahren morsch und die Lärchenbretter locker geworden. Außerdem stellten herausstehende Schrauben und Holzspieße ein Verletzungsrisiko dar, erklärt Konrad. Der Marktrat entschied sich dafür, die Lärchen-Dielen durch widerstandsfähigere WPC-Dielen zu ersetzen. Seit einigen Wochen sind die Bauhof-Mitarbeiter nun schon im Einsatz, damit bis zum Samstag alles fertig ist und das Naturbad eröffnen kann.

So haben die anderen Freibäder in der Jura-2000-Region geöffnet:

Weitere Freibäder in der Region

  • Berching:

    Die Freibadsaison im Berle-Bad ist am Dienstag offiziell gestartet. Das Bad hat montags bis freitags von 10 bis 20.30 Uhr und am Wochenende sowie an Feiertagen von 9 bis 19.30 Uhr geöffnet.

  • Beilngries:

    Das schöne Wetter Anfang Mai hat die Verantwortlichen in Beilngries dazu bewogen, ihr Bad am 6. Mai zu eröffnen. Es hat täglich von 9 bis 19.30 Uhr geöffnet, außer bei schlechtem Wetter.

  • Dietfurt:

    Seit 1. Mai können die Dietfurter im 7-Täler-Freibad nach Herzenslust planschen. Das Bad hat montags von 12 bis 20 Uhr, dienstags bis sonntags sowie feiertags von 9.30 bis 20 Uhr geöffnet.

Auch im Sanitärgebäude wird eifrig geputzt. „Wir freuen uns immer, wenn die Saison losgeht“, sagt Konrad. Das Naturbad ist dann von 9 bis 19 Uhr geöffnet. Eine Aufsicht gibt es nicht, die Benutzung erfolgt auf eigene Gefahr. Alle zwei bis drei Wochen wird die Qualität des Wassers überprüft. Im Naturbad wird keine Chemie eingesetzt. Das Wasser reinigt sich in der Filterzone auf natürliche Art und Weise. Ideal sei es, wenn es alle zwei bis drei Wochen kräftig regne.

Frosch ist in der Werkstatt

Der Eintritt in das Naturbad ist frei, aber auf der anderen Seite fallen auch Kosten an, wie zum Beispiel für den Strom für die Umwälzpumpen oder verschiedene Neuanschaffungen. Jährlich liegt das Defizit bei rund 20 000 Euro. „Aber das ist es uns schon wert“, sagt Konrad. Zum Vergleich: Das Berle-Bad in Berching belastet die Stadtkasse jährlich mit rund 120 000 Euro, wie Berchings Bürgermeister Ludwig Eisenreich kürzlich bei der Eröffnung der Freibadsaison sagte.

Mitarbeiter des Bauhofs sind dabei, die Stege zu erneuern. Foto: Nurtsch
Mitarbeiter des Bauhofs sind dabei, die Stege zu erneuern. Foto: Nurtsch

In der Zwischenzeit hat Hans Gleißl damit begonnen, das Wasser in das Kinderbecken einzulassen. Gleißl ist auch während der Saison viel im Naturbad anzutreffen. Er kümmert sich um die Technik und leert die Absetzbehälter aus. Außerdem sperrt er morgens auf und abends wieder zu. Doch bis zur Eröffnung gibt es für ihn noch einiges zu tun. Auch der Frosch am Kinderbecken fehlt noch. Er habe repariert werden müssen, da die Oberfläche an manchen Stellen aufgeplatzt sei, sagt Gleißl. Aber bis Samstag soll er wieder an seinem Platz sitzen.

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