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Region Neumarkt
Dienstag, 22. Mai 2018 25° 2

Marktrat

BRK-Heim in Hohenfels wird saniert

Hohenfelser Marktrat gibt grünes Licht für 2,32 Millionenprojekt. Ein Neubau ist aus wirtschaftlicher Sicht uninteressant.
Von Simon Vogl

Der Weg für die sanierung des BRK-Heims ist geebnet. Foto: Simon Vogl

Hohenfels.Bestimmendes Thema der Gemeinderatssitzung war das BRK-Heim, dessen Sanierung nach eingehender Beratung bei nur einer Gegenstimme beschlossen wurde. Vor über einem Jahr hatte der Marktgemeinderat den Notarvertrag zum Kauf des BRK-Heimes genehmigt und wurde damit zum Eigentümer der Immobilie, sagte Bürgermeister Graf zurückblickend. Voraussetzung für den Kauf war gewesen, dass der BRK-Bezirksverband auch weiterhin Mieter des Objektes bleibe und den Schulungsbetrieb aufrechterhalte, führte das Gemeindeoberhaupt aus. „Diese Zusage besteht auch weiterhin“, so Graf.

Für eine zeitgemäße Weiterführung des Schulungsbetriebes sei jedoch zumindest eine Sanierung erforderlich. Architektin Getrud Bayerl aus Parsberg hatte bereits zu Beginn des letzten Jahres eine detaillierte Grobkostenschätzung für die Sanierung des BRK-Heimes erstellt. Auf Basis dieser geschätzten Bruttosanierungskosten von 2,07 Millionen Euro wurde nun versucht, für die Sanierung staatliche Fördermittel zu rekrutieren. Es stellte sich aber heraus, dass das Vorhaben nicht staatlich gefördert werden könne, weil die Berechnungen für die Gewährung von Mitteln aus der Städtebauförderung ergeben habe, dass es selbst bei diesem größeren Umfang für die Gemeinde rentierlich wäre, berichtete Graf. Die Gründe dafür lägen einmal in der zu erwartenden Mieteinnahme,. Ein weiterer Grund sei die Niedrigzinsphase, in der für Darlehen nur geringe Zinsausgaben anfallen würden.

5,17 Millionen für Neubau nötig

Einerseits sei es zwar ärgerlich, wenn keine staatlichen Fördergelder fließen. Andererseits könne es aber durchaus positiv gesehen werden, wenn die Berechnung ergebe, dass das Vorhaben im Sinne der Förderrichtlinien rentierlich sei. Der Markt Hohenfels sei dadurch aber auch in der Durchführung der Maßnahme in seiner Entscheidungsfreiheit nicht durch staatliche Förderstellen eingeschränkt. Fördergelder zur Sanierung von Heizungsanlagen und Maßnahmen im Zusammenhang mit der Energieeinsparung gebe es jedoch.

Nach der ausführlichen Vorbesprechung der Maßnahme bei der Klausurtagung Anfang Januar galt es nun die notwendigen Beschlüsse zu fassen, um dieses Vorhaben weiter voranzutreiben. Bei der Klausur waren die Schätzkosten vom Dezember 2016 der Preissteigerung angepasst und insgesamt auf mögliche 2,32 Millionen Euro beziffert worden. Um Anfragen aus dem Gemeinderat über einen Preisvergleich im Verhältnis zu einem Neubau beantworten zu können, errechnete die Architektin die Kosten für einen vergleichbaren Neubau inklusive Abbruch des bestehenden Gebäudes auf 5,17 Millionen Euro.

Mehr über ein weiteres Thema der Sitzung erfahren Sie hier:

Blick in die Hohenfelser Schule

  • Ortstermin:

    Ein Begehungstermin ging diesmal der regulären Marktratssitzung voraus. Dazu trafen sich die Markträte bereits eine Stunde vor Sitzungsbeginn um 18 Uhr an der Grundschule zur Besichtigung der nicht mehr genutzten Schulküche.

  • Modernisierung:

    Bedingt durch die an der Grundschule angebotene verlängerte Mittagsbetreuung sei es nun wieder öfter nötig, auch etwas zum Essen zuzubereiten oder warm zu machen, erklärte Bürgermeister Bernhard Graf. Deshalb soll der Raum etwas modernisiert werden. Von den vorhandenen Geräten werden die Teile wieder verwendet, die noch brauchbar sind. Zudem brauche es Esstische sowie –stühle.

Da sich die Maßnahme über einen Zeitraum von drei Jahren erstrecken wird, sei eine Finanzierung der Sanierung aus dem laufenden Gemeindehaushalt ohne Darlehensaufnahme möglich. Die Mehrkosten für einen Neubau von 2,85 Millionen Euro müssten demgegenüber fremd finanziert werden, wodurch die Verschuldung der Gemeinde von 1,3 auf 4,15 Millionen Euro steigen würde. Die Prokopf-Verschuldung stiege bei dieser Variante von 614 auf 1 945 Euro, was im Landkreis den absoluten Spitzenplatz bedeuten würde.

Substanz des Gebäudes ist gut

Das BRK fordere indes keinen Neubau. Die Architektin bekräftigte, dass das Schulungsheim eine gute Bausubstanz habe und eine Sanierung eine gute Lösung darstelle. Der Mehraufwand für einen Neubau sei nicht notwendig, finanziell nicht zu bewältigen und nach den Vorschriften der Gemeindeordnung in Bezug auf wirtschaftliches Handeln auch nicht zulässig. Aufgrund dieser Ausführungen beschloss der Gemeinderat bei nur einer Gegenstimme die Sanierung in notwendigem Umfang, dessen Details bei der späteren Planung festgelegt werden sollen. Die Verwaltung wurde beauftragt, dafür ein geeignetes Architekturbüro zu finden.

Mehrheitlich war das Gremium ebenfalls der Überzeugung, dass zur Betreuung der Gesamtmaßnahme ein leistungsfähiges Büro mit der Steuerung des Projekts zu beauftragen wäre, da die Gemeindeverwaltung nicht über die Kapazitäten verfüge.

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