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Verkehr

Brückenbauwerk sorgt für großen Ärger

Das Straßenbauamt hat die Planungen für den Ausbau der B 299 vorgestellt. Sengenthal lehnt dies aber kategorisch ab.
von Michael Schrafl

Für den dreispurigen Ausbau der B 299 plant das Straßenbauamt Regensburg zur Anbindung der Firma Bögl (Tor 3) und des Gewerbegebiets „Schlierferheide Nord“ ein Brückenbauwerk mit Rampen.  Foto: Gilch
Für den dreispurigen Ausbau der B 299 plant das Straßenbauamt Regensburg zur Anbindung der Firma Bögl (Tor 3) und des Gewerbegebiets „Schlierferheide Nord“ ein Brückenbauwerk mit Rampen. Foto: Gilch

SENGENTHAL.Viel Diskussionsstoff bei der Gemeinderatssitzung bot die vom Staatlichen Straßenbauamt Regensburg vorgelegte Entwurfsplanung für den dreispurigen Ausbau der B 299 . Deren „Vorzugslösung“ sieht für die Anbindung des Unternehmens Bögl (Tor 3) und des Gewerbegebiets „Schlierferheide“ ein Brückenbauwerk mit Rampen vor. Für die beiden Baudirektoren Norbert Biller und Josef Gilch ist die Baumaßnahme dringend erforderlich.

Bürgermeister Werner Brandenburger und die Gemeinderäte lehnten jedoch einen höhenfreien Ausbau der Anschlussstelle Sengenthal Süd in der geplanten Form grundsätzlich ab. Die Gemeinde favorisiert vielmehr, die Strecke im Bereich der Anbindung der GVS B299-Reichertshofen bis einschließlich der Werkzufahrt Bögl am Tor 3 für einen Fahrstreifenwechsel zu nutzen und den Verkehr in diesem relativen kurzen Abschnitt einstreifig je Fahrtrichtung zu führen. Der Ausbau wäre aus Sicht der Gemeinde nicht nur kostengünstig und naturverträglich, sondern würde auch den Interessen aller entgegenkommen. Der Bürgermeister: „Ein sicherlich tragbarer Kompromiss!“ Eine Alternative sei ein ausreichend dimensionierter Kreisverkehr.

Viele Argumente pro Ausbau

Die Vertreter des Straßenbauamts führten eine Vielzahl von Argumenten für ihre Planung an: So ist die B 299 im Landkreis Neumarkt die Hauptverkehrsachse in Nord-Süd-Richtung. Sie verbindet die Oberzentren sowie die stark prosperierenden Industrie- und Gewerbebereiche mit den Autobahnen A3 und A9. Der Verkehr – derzeit täglich 15000 Fahrzeuge in Richtung Mühlhausen und 13 000 in Richtung Neumarkt, davon 10 Prozent Schwerlastverkehr – wachse von Jahr zu Jahr an. Die hohe Verkehrsbelastung B 299 erfordere einen durchgängigen dreistreifigen Ausbau mit höhenfreien Anschlussstellen zwischen Neumarkt und der neuen Umfahrung Mühlhausen.

Firma Bögl Tor 3

Derzeit schränke die B 299 die Leistungsfähigkeit der Zufahrten für das Gewerbegebiet „Schlierferheide“ und der Firma Bögl Tor 3 stark ein. „Dieser Zustand ist auf Dauer unmöglich, die Zufahrten müssen verlegt werden“, so Baudirektor Biller, „ein zügiger Verkehrsfluss ist wichtig für die Wirtschaft und anderen Verkehrsteilnehmer.“ Der Bundesverkehrswegeplan sehe in seinen Richtlinien vor, dass bei einem Ausbau – sollte er Sinn machen – die Verkehrsteilnehmer schon auf einen 20 Kilometer langen Streckenzug zügig, also ohne Stockungen, vorankommen müssen.

Kreisel und Ampeln

Das heißt ohne irgendwelche Einschränkungen durch Kreisel, Ampeln und höhengleichen Kreuzungsverkehr. Biller verschwieg dabei nicht, dass die Bahnlinie (im Eigentum der Firma Bögl) – sie quert die B 299 – ein großer Knackpunkt sei. „Die Bahn werden wir auch mittelfristig nicht wegbringen“, erklärte Billner. „Vielleicht kommt irgendeinmal die Unterführung der B 299 unter die Bahnlinie. Denkbar ist alles.“

„Übertriebene“ Planungen?

Die Gemeinde führt eine Fülle von Argumenten gegen die Planung des Straßenbauamts an: den großen Flächenbedarf, die Zerstörung von Natur und Wald, die enorme Kosten einer übertriebenen Ausbaustufe, die Gesamthöhe der Überführung über die B 299, die Lärm- und Abgasbelastungen für die angrenzenden Wohngebiete sowie die Schaffung von neuen Konflikten, etwa durch den zusätzlichen (Schwer)verkehr beim Passieren des Sondergebiets „Nahversorgung“ mit den beidseitigen Zufahrten. Grundsätzlich stünde die Gemeinde einem dreispurigen Ausbauplan des Straßenbauamts aber positiv gegenüber.

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