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Kunst

Buch über Berchinger Künstler

Der Maler Franz Xaver Lindl machte eine Italien-Reise. 1925 war das noch eine Seltenheit. Ein Buch berichtet darüber.
von Franz Guttenberger

Die Italienische Reise von Franz Xaver Lindl im Jahr 1925 ist in Berichten, Briefen und Bildern in einem Buch verewigt. Foto: Franz Guttenberger
Die Italienische Reise von Franz Xaver Lindl im Jahr 1925 ist in Berichten, Briefen und Bildern in einem Buch verewigt. Foto: Franz Guttenberger

Berching.BerchingSeine Bilder machten den Berchinger Franz Xaver Lindl bekannt. Die Franz-Lindl-Stiftung hat nun ein Buch herausgegeben mit dem Titel „Franz Lindl – Italienische Reise.“ In diesem Buch wird über die Reise des Künstlers vor 95 Jahren berichtet, Briefe nach Berching zu seinen Eltern und Verwandten sowie Bilder aus den Stationen seiner Reise bereichern das Werk.

Das Buch umfasst 97 Seiten und wurde von Toni Lindl, dem jüngsten Sohn und von Horst F. Plank herausgegeben. Horst F. Plank ist der Enkel des ehemaligen Berchinger Bürgermeisters Josef Plank (1991-1935).

Eine Reise als Abenteuer

Wie die beiden Herausgeber zu Beginn des Buches schreiben, galt eine Reise nach Italien im 19. aber auch noch zu Beginn des 20. Jahrhundert als unverzichtbarer Bestandteil der Kunstausbildung. Und so brach der Bildhauer und Maler Lindl im Frühjahr 1925 für acht Monate gen Süden auf.

Seine Reise dokumentiert er anschaulich mit Farbe und Stift in Aquarellen, Zeichnungen und zahlreichen Briefen an Mutter, Bruder Joseph, Schwägerin Walli und Schwester Wally. Über München und Kufstein führte die Reise nach Brixen, Bozen, Trient, Verona und Padua sowie Venedig und schließlich Rom.

Zur Person

  • Herkunft:

    Franz Xaver Lindl wurde am 22. Mai 1897 als 13. Kind eines Berchinger Webermeisters geboren. Sein Geburtshaus stand am heutigen Dr. Grabmann-Platz, in der Nähe der Stadtpfarrkirche.

  • Tod:

    1970 starb Franz Xaver Lindl in Erlangen. Heute gibt es eine Stiftung, die seinen Namen trägt und seine Werke bewahrt.

Auf seiner mehrmonatigen Reise entstanden vor allem Aquarelle vom bäuerlichen Leben auf der Apenninenhalbinsel und Zeichnungen der italienischen Landschaft. In einer Reihe von langen Briefen schilderte der Künstler seiner Mutter viele Erlebnisse aus der Toskana, aus Rom und Sizilien.

Der gelernte Schreiner Lindl hatte neben seiner Arbeit im Kloster Plankstetten mit der Malerei begonnen. Am Anfang der 1920er Jahre ging er nach Nürnberg auf die Kunstakademie und arbeitete für den damals bekannten Innenarchitekten Ruff. Damals gewann er viele Kunstpreise. Mit dem Erlös finanzierte er seine Reise nach Italien.

Schreiner wird zum Maler

1925 sattelte er ganz um, er legte den Hobel und die Säge beiseite und begab sich auf die Reise nach Italien. Zurück in Deutschland ging er von 1926-1931 auf die Kunstakademie in Düsseldorf. Dann kam der Zweite Weltkrieg und Lindl musste an die Ostfront. Durch seine künstlerische Begabung kam er dort in den Stabsdienst. Aufgrund seines schlechten Gesundheitszustandes kehrte er noch während des Krieges nach Berching zurück und musste in der Stadt Polizeidienst machen.

Nach dem Krieg arbeitete Lindl als Maler und Bildhauer. Vor allem die Kirche und Firmen waren seine Auftraggeber. Lindls Bilder sind oft von seinem tiefen Glauben durchdrungen.

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