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Politik

Bündnis marschiert für den Frieden

Rund 60 Neumarkter demonstrierten am Samstagnachmittag in der Innenstadt gegen die Junge Alternative.

Gertrud Heßlinger sprach bei der Kundgebung.  Foto: Josef Wittmann
Gertrud Heßlinger sprach bei der Kundgebung. Foto: Josef Wittmann

Neumarkt. „Ich spreche als Mitglied der Stolpersteininitiative für Naziopfer“, sagte Gertrud Heßlinger. Etwa 60 Neumarkter waren laut Polizeiangaben zum Friedensmarsch des „Antifaschistischen Aktionsbündnisses für Menschlichkeit und Frieden“ gekommen.

Auch hier gebe es Nazis, erinnerte Heßlinger und zitierte Willy Brandt. Dauerhafter Friede erfordere soziale Gerechtigkeit. Europa solle seiner Verantwortung für Frieden gerecht werden. Als hätten sie auf dieses Stichwort gewartet, brüllte ein halbes Dutzend Schwarzgewandeter, die dem Zug vom Bahnhof gefolgt waren, los. Die Bürgermeisterin belehrte die Störer freundlich, „wer schreit, hat Unrecht“. Mitorganisator Tobias Emmerling (Linke) verriet der MZ, man kenne die Störer schon. Aber man nehme sie ernst.

Wie die Polizei weiter mitteilt, habe seitens der Neumarkter Bürger nur sehr geringes Interesse an der Veranstaltung des Aktionsbündnisses bestanden. Ursprünglich habe die Veranstaltung mittags stattfinden sollen. Aber dann habe das Aktionsbündnis, dem Einzelpersonen von SPD, Grünen und Linken angehörten, erfahren, dass die oberpfälzische AfD-Nachwuchsorganisation „Junge Alternative“ eine Informationsveranstaltung plane. Man wolle lieber jetzt ein Zeichen setzen und rechtzeitig „die Räume besetzen“, erklärte Emmerling. Die AfD-Veranstaltung war ursprünglich in einem Lokal geplant und musste wegen vieler Proteste zunächst in ein Bistro und schlussendlich in eine Pilsbar in der Unteren Kaserngasse verlegt werden.

Obwohl die Junge Alternative ihre Veranstaltung noch weiter in den Abend verlegt hatten, harrten viele Demonstranten bis zuletzt vor der Polizeisperre aus. Sie versuchten nach Kräften, die AfD-Veranstaltung zu stören. Und ein Redner der Partei „Die Partei“ war gekommen, um „gegen Rassismus und Nazis“ zu sprechen. Auch wenn das Thema sehr ernst sei, könne man sie satirisch rüber bringen, schmunzelte Emmerling.

Laut Polizeiangaben verlief der Protest friedlich. Gegen 21 Uhr löste sich die Versammlung auf. Das Fazit der Polizei: „Insgesamt sind die Veranstaltungen geordnet und friedlich verlaufen.“ (nos/na)

Friedensmarsch in Neumarkt

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