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Region Neumarkt
Donnerstag, 16. August 2018 27° 1

Versorgung

Bürgermeister verfügen: Wasser sparen

Zu Testzwecken werden die Pumpen der Brunnen von Deining und Sengenthal für drei ganze Tage stillgelegt.
Von Nicole Selendt

Die Bürgermeister der Gemeinden Sengenthal und Deining geben Entwarnung: Es ist genügend Trinkwasser da, die Versorgung ist nicht gefährdet. Sparen sollen die Bürger, damit Tests an den Pumpen der Brunnen durchgeführt werden können. Schierenbeck, Dedert, Wagner, Hanschke/dpa
Die Bürgermeister der Gemeinden Sengenthal und Deining geben Entwarnung: Es ist genügend Trinkwasser da, die Versorgung ist nicht gefährdet. Sparen sollen die Bürger, damit Tests an den Pumpen der Brunnen durchgeführt werden können. Schierenbeck, Dedert, Wagner, Hanschke/dpa

Sengenthal.Von Sonntagmittag, 12 Uhr, bis Mittwochmorgen, 6 Uhr, sind die Bürger der Gemeinden Sengenthal und Deining dazu angehalten, Wasser zu sparen. In einer Allgemeinverfügung weist Sengenthals Bürgermeister Werner Brandenburger seine Mitbürger an, den Trinkwasserverbrauch auf ein „unbedingt erforderliches Maß zu reduzieren“. Im Gespräch mit dem Neumarkter Tagblatt gibt er aber zugleich Entwarnung. Die Maßnahme habe nichts mit einer drohenden Wasserknappheit zu tun. „Die Leute brauchen sich keine Sorgen machen, dass uns das Trinkwasser ausgeht“, stellt er klar.

Hintergrund der dreitägigen Sparmaßnahme sind Pumpversuche, die die Trinkwasserversorgung für die Gemeinden Sengenthal und Deining langfristig sichern sollen. Laut wasserrechtlicher Genehmigung darf zum Beispiel die Gemeinde Sengenthal 415 000 Kubikmeter Wasser jährlich aus den drei Brunnen des Wasserzweckverbandes Sengenthal-Deining entnehmen. Bisher wurden aber nur jährlich 370 000 bis 380 000 Kubikmeter entnommen – aus den zwei oberflächennahen Quartärbrunnen Br. IV und Br. V sowie dem tiefer gelegenen Rhätoliasbrunnen Br. III.

Der Wasserbedarf steigt weiter

Wie Werner Brandenburger erklärt, sei in den vergangenen Jahren die Niederschlagsmenge deutlich zurückgegangen. Die Pegelstände in den beiden Quartärbrunnen, die unter anderem von Regenwasser und geschmolzenem Schnee befüllt werden, belegen das. Sie hätten noch vor zehn Jahren deutlich mehr Wasser geführt.

Sengenthals Bürgermeister Werner Brandenburger gibt Entwarnung: Die Trinkwasserversorgung in der Gemeinde ist nicht gefährdet. Foto: Gaupp
Sengenthals Bürgermeister Werner Brandenburger gibt Entwarnung: Die Trinkwasserversorgung in der Gemeinde ist nicht gefährdet. Foto: Gaupp

Gleichzeitig steige aber in beiden Gemeinden der Wasserverbrauch. Sowohl in Deining als auch in Sengenthal würden neue Baugebiete ausgewiesen, die Bevölkerungszahl nehme zu. Und so wolle man jetzt herausfinden, ob es möglich ist, in Zukunft mehr Wasser aus dem dritten Brunnen zu entnehmen, dem Rhätoliasbrunnen Br. III. Er liegt etwa 68 Meter tief und führe eine „riesen Wassermenge“, wie Brandenburger weiß. Geologen, die sich derzeit mit der Materie beschäftigen, sehen darin kein Problem. Der Rhätoliasbrunnen führe genügend Wasser, um die niedrigen Pegelstände der beiden anderen Brunnen zu kompensieren.

Notfallversorgung ist gesichert

Gewissheit könnten allerdings nur die Pumptests bringen, sagt Brandenburger. Ausgangspunkt sei laut der Verfügung des Bürgermeisters der Ruhewasserspiegel. Erst, wenn dieser erreicht sei, können Tests auswertbare Daten liefern. Dazu werden in der Zeit von Sonntag, 12 Uhr, bis Mittwoch, 6 Uhr, alle Pumpen der drei Tiefbrunnen stillgelegt sein. Und deshalb der dreitägige Sparzwang. Innerhalb der angegebenen Zeit würden die Bürger aus den Hochbehältern der Gemeinden versorgt, die vollständig gefüllt seien. Reiche das nicht aus, würde Sengenthal über Notverbünde mit Neumarkt und Mühlhausen versorgt, Deining über die Ittelhofer Gruppe. „Es braucht sich also niemand Sorgen machen“, sagte der Bürgermeister.

Nicht ganz ausschließen könne Brandenburger aber Druckschwankungen in manchen Teilen der Gemeinde. So sei zum Beispiel Auf der Lüss die Bebauung annähernd auf dem gleichen Höhenniveau wie das dortige Wasserhaus. „Wenn gleichzeitig viele Haushalte Wasser aus der Leitung entnehmen, kann es schonmal sein, dass dort das Wasser nicht mit dem gewohnten Druck aus der Leitung kommt. Läuft alles normal, sollten die Leute im Dorf gar nichts merken.“

Die Feuerwehr soll auf Verfügung von Bürgermeister Werner Brandenburger auf Übungen in der Zeit der Pumpenstilllegung verzichten. Foto: Ingo Wagner/dpa
Die Feuerwehr soll auf Verfügung von Bürgermeister Werner Brandenburger auf Übungen in der Zeit der Pumpenstilllegung verzichten. Foto: Ingo Wagner/dpa

Wie die Bürger sparen können

Denn in der Verfügung nennt Brandenburger einige Maßnahmen, die die Bürger in der Zeit der Pumpenstilllegung unbedingt beachten – oder besser: vermeiden sollen. So sollen Hof- noch Straßen und Wegflächen, Rasenflächen, Spiel- oder Sportplätze nicht bewässert werden. Auch Schwimmbecken oder ähnliche Einrichtungen sollen zu einem anderen Zeitpunkt befüllt werden. Die Bürger sollen auf das Waschen ihrer Autos oder anderer Fahrzeuge verzichten und weder landwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzte Flächen einschließlich Rasenflächen sowie Flächen von Nutz- und Ziergärten beregnen, berieseln, bewässern oder begießen. Auch das Befüllen von Regenwasserzisternen und Feuerwehrübungen sind in der vorgegebenen Zeit nicht erlaubt.

Wer seinen Pool im Garten noch befüllt hat, der wird wohl noch ein paar Tage darauf verzichten müssen. Von Sonntag bis Mittwoch ist es jedenfalls nicht erlaubt. Foto: Hannibal/dpa
Wer seinen Pool im Garten noch befüllt hat, der wird wohl noch ein paar Tage darauf verzichten müssen. Von Sonntag bis Mittwoch ist es jedenfalls nicht erlaubt. Foto: Hannibal/dpa

In einer Pressemitteilung der Gemeinde Deining heißt es lediglich, die Bürger sollen mit Wasser sparsam umgehen und auf Gießen mit Leitungswasser verzichten. Eine Allgemeinverfügung könne an den Gemeindetafeln eingesehen werden.

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