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Freystadt

Chris Boettcher begeisterte in Sulzkirchen

Kabarettist Chris Boettcher bot in Sulzkirchen ein buntes Programm und strapazierte die Lachmuskeln.
Von Heike Regnet

Auf der Bühne ist Chris Boettcher in seinem Element und gibt bei jedem Song 110 Prozent. Foto: G. Regnet
Auf der Bühne ist Chris Boettcher in seinem Element und gibt bei jedem Song 110 Prozent. Foto: G. Regnet

Sulzkirchen.„S‘Beste“ mit Chris Boettcher stand am Freitag im Festzelt des SV Sulzkirchen auf dem Programm und für den charmanten Comedian war es kein Problem, diese Ankündigung in die Tat umzusetzen. In bester Spiellaune war er nach Sulzkirchen gekommen und hatte an diesem Abend die Lacher stets auf seiner Seite.

Hymne für Sulzkirchen

Selbstverständlich sei er zum Auftritt ein paar Stunden früher angereist, denn es galt ja noch, die Sulzkirchenhymne zu schreiben, erklärte Boettcher zu Beginn. „Ja und da bin ich dann doch zu früh losg’fahrn,“ meinte er augenzwinkernd. „Denn Sulzkirchen ist ja doch sehr überschaubar.“ Dennoch hatte das gefundene Material für einige Strophen gereicht und die kamen beim Publikum bestens an, vor allem der Blick auf die Kirche, denn „Pisa hat‘s nicht exklusiv, auch unser Kirchturm der is‘ schief“. Und beim Refrain „Sulzkirchen yeah - Sulzkirchen wau“ stimmten alle lautstark mit ein.

Von Sulzkirchen schlug Boettcher den Bogen zu Bachelor und Shoppingqueen. Auch Kochshows durften auf der Fernsehrundreise nicht fehlen. „Das ist das Allerblödeste“, so der Comedian. „Da schaust andern beim Essen zu – wie Pornos, aber da kannst wenigstens zuarbeiten.“

Um sein Publikum besser kennenzulernen, hatte Boettcher einige Fragen mitgebracht. Wer hat die Karte für diesen Abend geschenkt bekommen, wer findet, er habe den perfekten Körper, wer hat neue Schuhe und wer wartet auf einen Heiratsantrag? Gerne gaben die Gäste Antwort, doch als Boettcher wissen wollte, wer schon mal einen One-night-stand bereut habe und kein Finger aufzeigte, meinte er lachend: „Verlogenes Pack!“ Und erntete hierfür manch verstohlenes Nicken.

Hier lesen Sie weitere Informationen zu Chris Boettcher:

Chris Boettcher

  • Vita:

  • In Ingolstadt geboren und aufgewachsen, studierte Boettcher nach Abitur und Zivildienst zunächst Englisch und Germanistik für Lehramt. Nach sechs Semestern ging er zu Radio Xanadu und wechselte schließlich vom Nachrichtenplatz in die Comedyabteilung bei Antenne Bayern.

  • Kultstatus:

  • „Lothar & Franz“, Wiesn-Hit „zehn Meter geh“ oder auch „In der Pubertät“.

„Ich kann ja heut‘ machen, was ich will, denn es heißt ja ‚S‘Beste‘“, erklärte Boettcher und servierte einen bunten Reigen mit Highlights vergangener Jahre und neuen Glanzlichtern. Als Meister des Wortes dichtet Boettcher so manchen Welthit um und so wird aus Abbas Waterloo „Prostata, nie ein Organ zu mir fieser war“. Und auch für so manchen Politiker hält er den passenden Song bereit, ob Sex Bomb für Trump, Dschingis Khan für Erdogan, Macho Macho für Putin, ein bisschen Frieden für Kim Jong Un oder den Beckenbauer-Hit „gute Freunde, die kann man kaufen“.

Dass Boettcher ein Meister der Parodie ist, stellte er an diesem Abend gekonnt unter Beweis. So gaben sich auf der Bühne Angela Merkl, Kalli Kallmund, Kaiser Franz, Udo Lindenberg, Herbert Grönemeyer, Peter Maffay, Howard Carpendale, Edmund Stoiber, Horst Seehofer, Lothar Matthäus, Oliver Kahn und viele Bekanntheiten mehr ein unterhaltsames Stelldichein.

Auch an Themen mangelt es Chris Boettcher nicht. Charmant und witzig drückt er der Welt den bayerischen Stempel auf und führt sein Publikum zum Schachtelwirt (McDonalds), zur Freude der Pappadeckl-Plastik-Industrie und zum fröhlichen Figur-versaun. Tosenden Beifall erhält der Comedian im Anschluss auch für den von ihm geschriebenen Grönemeyer-Hit, denn „fortgeschrittener Poesietourette“ ist für ihn kein Problem.

Kurzweiliger Abend mit Grips

Nicht fehlen dürfen an einem Abend mit dem Besten aus Boettchers Repertoire Hits wie „in der Pubertät“, „Bockfotz’ng’sicht“ oder „zehn Meter geh“. Doch auch so manches Gedicht hat der Kabarettist verfasst, ob für Mamas, Fußballfans oder die Klassenkameraden seines Sohnes. Bei letzterem standen allerdings weniger die Kinder, sondern vielmehr die Eltern, sprich deren Namenswahl in der Kritik, was bei Schmid Abdula, Bröslmeier Bridney und Gschwendtner Raoul nicht verwunderlich ist. „Was hat die Eltern da bloß bissen!“

Verwegene Einblicke erhielt das Publikum an der Telefonsexhotline mit Kalli, Loddar oder Angela. Und beim Song „Liebe wird im Alter erst so richtig schön“ kam so mancher ins Grübeln. Zweieinhalb Stunden vergingen wie im Flug. Beim anschließenden Autogrammeschreiben nahm sich Boettcher gerne noch die Zeit zum Gespräch mit seinen Fans. Ein rundum gelungener Abend, der Lust auf mehr machte.

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