MyMz
Anzeige

Entscheidung

Das Bavaria-Kino steht vor dem Aus

Die Konkurrenz wird bald zu groß. Ende April schließt Betreiber Franz Ach sein Filmtheater am Unteren Markt.

Noch flimmern am Unteren Markt Filme über die Leinwand. Foto: Rüdner

Neumarkt. Im Bavaria-Filmtheater fällt der Vorhang zum letzten Mal: Ende April steigt Inhaber Franz Ach aus dem Pachtvertrag aus. Der politische Druck sei zu groß geworden, erklärte der Kinobetreiber gestern auf Nachfrage des Tagblatts.

Als feststand, dass in Neumarkt ein Multiplexkino gebaut wird, musste Ach eine Entscheidung treffen. Der Pachtvertrag hatte sich erst Anfang 2011 um weitere fünf Jahre verlängert. Spätestens 2013 soll ein neues Lichtspielhaus auf dem alten Bauhof-Areal stehen. Dagegen käme das kleine Bavaria-Kino wirtschaftlich nicht an, meint Ach, der vom Filmbetrieb seinen Lebensunterhalt bestreitet: „Weitere drei Jahre lang in Konkurrenz zu einem modernen Kinokomplex zu leben, ist für mich zu riskant.“ So entschied er schweren Herzens, sein Geschäft aufzugeben. Die Verpächterin sei so fair gewesen, ihn aus dem Vertrag zu entlassen. Bis Ende April läuft der Betrieb weiter, danach gehen im Bavaria-Filmtheater die Lichter aus. Ob sich ein neuer Pächter findet, der die Räume am Unteren Markt als Kino nutzt, ist unklar.

„Wehmütig bin ich schon. Schließlich habe ich das Geschäft gerne geführt. Vor allem die Aktionen und Lesungen haben mir Spaß gemacht“, sagt Ach. Gleichzeitig sei aber eine große Last von seinen Schultern genommen. Beruflich müsse er sich nun neu orientieren. Dazu will Ach auf sein zweites Standbein, ein Geschäft für Fahrzeugtechnik in Eckental, zurückgreifen oder als Fahrlehrer für Sportboote arbeiten.

Für das Areal am alten Bauhof favorisiert der Bavaria-Chef den Entwurf des Bayreuther Kinobetreibers Michael Thomas („Cineplex“). Am Vorschlag seines Onkels, der mit dem architektonisch spektakulären „Kult-Kino“ antritt, ist Ach nicht beteiligt. Er erfuhr davon erst aus der Presse.

„Aus meiner Sicht wäre die Königslösung, ein Kino in den Neuen Markt zu integrieren“, sagt Franz Ach. Wo ohnehin schon gebaut würde, könne man das Kino gleich mit umsetzen. Außerdem könnten die Parkplätze abends und an Wochenenden von den Kinobesuchern genutzt werden.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht