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Region Neumarkt
Freitag, 25. Mai 2018 23° 8

Konzept

Das liebste Fach im Stundenplan: Musik

Tonleitern lernen und Noten lesen – das macht richtig Spaß, wenn man in einer Band spielt. In zwei Neumarkter Schulen geht das sogar im Unterricht.
Von Heike Regnet

  • Schlagzeug ist nicht nur was für Jungs – das beweisen die Mädels der MRS.
  • Gitarre lernen ist „voll cool“ finden die Schüler der Mittelschule West. Aber auch Keyboard und Schlagzeug kommen gut an. Fotos: Regnet

NEUMARKT. Musik macht Spaß, nicht nur beim Zuhören, sondern vor allem beim Selbermachen. Dies stellten die Schüler der Mädchenrealschule und der Mittelschule West beim Tagblatt-Termin vor Ort unter Beweis, denn in den Musikstunden war beste Laune Trumpf. Beide Schulen nehmen am Pilotprojekt „klasse.im.puls – Bandklasse“ der Universität Erlangen-Nürnberg teil, das Prof. Dr. Wolfgang Pfeiffer vor einem Jahr ins Leben rief.

An der Mädchenrealschule sind die Lehrkräfte Tim Schiller, Stefanie Glaser und Susanne Freitag erste Ansprechpartner. Vor einem Jahr startete hier die erste Bandklasse mit Schülerinnen der fünften Jahrgangsstufe. Mittlerweile kamen eine weitere Bandklasse sowie eine Gesangsklasse hinzu. Die Musikstunden sind seit Start der Band unbestritten für alle ein Highlight im Stundenplan.

E-Gitarre, Bass, Keyboard und Schlagzeug sind in jeder Klasse mehrfach besetzt, gespielt wird in Bandbesetzung im Wechsel und selbstverständlich fehlen auch die Sängerinnen nicht. 20 Euro im Monat zahlen die Schüler für Instrumentalunterricht und Instrument. Mit im Boot ist der Musikmarkt Neumarkt, bei dem die Nachwuchsmusiker die Instrumente fürs Üben zuhause mieten können.

„Das Konzept geht auf“, sagt Tim Schiller. Von Beginn an stehe das gemeinsame Musikmachen im Vordergrund. Sind die Grundbegriffe am Instrument erklärt, könne schon der erste Hit in Angriff genommen werden. Etwa 50 Mädchen sind derzeit in Sachen Band an der Realschule aktiv und auch beim Schulfest sorgten die Girls schon für Stimmung.

„Der Herr Fischer ist ja auch ein cooler Lehrer“, sind sich die Mädels einig. Sicher könne er auch mal streng sein, aber das Spiel in der Band mache immer Spaß. „Shadow on the wall“ ist im Augenblick der aktuelle Hit, der schon fast perfekt sitzt. Auch Lena spielt seit einem Jahr in der Band und als ihr Papa für ein Fest in der Arbeit noch eine Band suchte, hatten die Girls ihren ersten großen Auftritt.

„Das war echt toll“, erzählen sie begeistert. Der Zusammenhalt der Freundinnen ist durch das gemeinsame Erlebnis noch mehr gewachsen. Auch das ist ein Ziel, das sich das Projekt „klasse.im.puls“ gesetzt hat: Förderung der Teamfähigkeit, des Zusammenhalts und Steigerung des Selbstbewusstseins.

„Musikalische Nester“ hofft Musiklehrer Alois Dorner künftig immer häufiger in der Mittelschule West anzutreffen. Aufbauend auf das Konzept von Prof. Dr. Pfeiffer findet an der Mittelschule der Instrumentalunterricht nicht nur im Rahmen des regulären Musikunterrichts statt, sondern in den Nachmittagsstunden. So steht am Dienstagnachmittag zum Beispiel Gitarre auf dem Stundenplan.

„Lagerfeuergitarrist“ Oliver Hegelheimer, wie er sich selbst augenzwinkernd nennt, ist einer der Instrumentallehrer. Beim Pressetermin mit dem Tagblatt gibt er gerade Unterricht. G-Dur, e-moll, a-moll und dann auf D7 – mit dieser Klangfolge wäre schon die Begleitung fürs erste Lied perfekt, doch bis dahin muss wohl noch ein wenig geübt werden, merken die Kids beim ersten Zusammenspiel schnell. Der Wechsel von Griff zu Griff und dann noch im passenden Tempo geht manchem doch noch nicht so rasch von der Hand.

Marwin, Tobias und Johannes sind in der sechsten Klasse. An der Schule Gitarre zu lernen, finden sie einfach „voll cool“. Sind die Grundbegriffe am Instrument erlernt, geht es sofort weiter in der Band. „Wir könnten dann Schulgottesdienste mitgestalten oder beim Schulfest auftreten“, sagt Alois Dorner, der das Projekt an der Mittelschule leitet. „Musik ist etwas für die Zukunft. Davon haben die Schüler auch später im Leben noch was und auch der Quali in Musik fällt sicher einfacher, wenn der Schüler ein Instrument spielt.“

Finanzielle Unterstützung erhofft sich die Schule von der Bürgerstiftung. Denn auch finanzschwache Schüler sollen ein Instrument lernen können. Damit sei das Projekt „Popmusik an der Hauptschule West“ auch künftig finanziell abgesichert.

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