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Musik

Das Soundhornfestival war eine Party

Die Stars von „Glasperlenspiel“ und zehn weitere Bands verbreiteten deutsche Hits und Festivalatmosphäre für Familien.
Von Josef Wittmann

Sängerin Daniela Niemczyk kam dem Publikum bei „Für Immer“ zum Mitsingen ganz nah.  Foto: Wittmann
Sängerin Daniela Niemczyk kam dem Publikum bei „Für Immer“ zum Mitsingen ganz nah. Foto: Wittmann

Niederhofen.Jonas und Pia Lücke sind sich sicher: „Für Familien mit Kindern ist das Soundhornfestival in Niederhofen jedes Jahr die Gelegenheit ein Wochenende lang gemeinsam etwas zu erleben.“ Das Ehepaar organisiert das Festival im Landkreis Neumarkt seit vier Jahren und will jetzt das richtige Format dafür gefunden haben. „Jonas und ich sind selbst unsere Zielgruppe, weil wir auch drei Kinder haben“, erzählt Pia Lücke.

Seit vier Jahren lockt Jonas Lücke Musiker aus dem ganzen Land auf die Wiese von Bauer Georg Guttenberger unter den Windrädern, wo nebenan die Kühe wiederkäuend den Rummel bestaunen.

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Ein Festival für die Familie

Im ersten und zweiten Jahr seien viele Rock- und Electro-Bands gekommen, die die Lückes kennen. „Seit 2018 haben wir dann ganz umgestellt auf Famlienfreundlichkeit und Bands, die deutschsprachige Musik spielen, weil das gut für Kinder ist. Ich find‘s schön, weil viele Kinder da sind. Das ist etwas, was uns viel Freude macht“, strahlt Pia Lücke.

Die Kinder hatten auch auf der Wasserrutsche viel Spaß. Foto: Wittmann
Die Kinder hatten auch auf der Wasserrutsche viel Spaß. Foto: Wittmann

Jonas Lücke hat früher auf dem Hof selbst gearbeitet und viele Niederhofener packen mit Kind und Kegel und offensichtlicher Begeisterung bei Aufbau und Bewirtung mit an. Jetzt hat der Pilsacher das Jahr über beruflich mit allem zu tun, was man rund um ein Festival sieht, von der Veranstaltung bis zur Grafik.

Zu seinem Festival kommen sowohl die Neumarkter als auch Familien aus der Oberpfalz und Mittelfranken. So auch Raphaels Familie. Er ist vier Jahre alt und wohnt mit seinen Eltern im Regensburger Westen. „Wir waren noch nie auf einem Festival und haben das zufällig mitgekriegt. Campen wollten wir sowieso mal ausprobieren.“

Bei den Gebrüder Mühlleitner ist viel Bewegung mit im Spiel. Foto: Wittmann
Bei den Gebrüder Mühlleitner ist viel Bewegung mit im Spiel. Foto: Wittmann

Raphael geht zu Hause in den Musikgarten, wo man sich viel zu Musik bewegt. Deshalb haben ihm „besonders die ‚Gebrüder Mühlleitner‘ gefallen, wo er mitturnen konnte“, erzählt sein Vater.

Die Eltern genossen dafür drei Tage lang Festival-Feeling mit „Alex Diehl“, „Erwin und Edwin“, „Norman Keil“, „Björn Paulsen“, „Bruckner“, „Beisser“, „Janne“, „Zweikanalton“ und „Mic Mali“. Sie alle sind festivalerfahrene Musiker mit großer Fangemeinde.

Stargast kam am Samstag

Ob Raphael zum Highlight des Festivals aufbleiben durfte, war am Nachmittag noch nicht klar. Aber die Musik hat er bestimmt auch im Zelt noch gehört. Denn Stargast „Glasperlenspiel“ war am späten Samstagabend in ganz Niederhofen gut zu hören. Ihren Mega-Sommerhit „Geiles Leben“ hatten Radiosender und DJs 2015 zum ultimativen Song gekürt. Nach einer kreativen Auszeit meldeten sich Carolin Niemczyk und Daniel Grunenberg, die auch privat ein Paar sind, mit ihrem 2018 erschienenen Album „Licht&Schatten“ in Niederhofen zurück.

Der Bandtitel „Glasperlenspiel“ hat das Schwaben-Duo vom Bodensee vom gleichnamigen Jahrhundertroman des schwäbischen Literaturnobelpreisträgers Hermann Hesse entliehen.

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Und wenn ihre Songtexte auch literarisch nicht mit Hesses mithalten können, so folgten sie mit ihrer professionellen Laser-Show doch seinem Rat: „Wenn wir einen Menschen glücklicher und heiterer machen können, so sollten wir es in jedem Fall tun, mag er uns darum bitten oder nicht.“

Ihre Lider „Ich bin ich“, „Für immer“ und „Freundschaft“ lockten erfolgreich zum Mitsingen. Und natürlich durfte am Ende von eineinhalb Stunden Gefühlssturm auch der Megahit „Ich wünsch Dir noch ein geiles Leben“ nicht fehlen.

Workshops für Eltern und Kinder

Und seit 2019 ist Festivalprogramm mit Angeboten für Familien gespickt. Es gibt ein gutes Dutzend Workshops. Von der Thai-Yoga Massage, energetische Fußmassagen, Motivationstraining und Yoga für die Erwachsenen. Die Kinder haben die Wahl zwischen Naturkursen, Sinnesstationen, Mountainbiken, Kinderschminken und dem Soundhorn-Walderlebsnispfad.

Die Lebensmittelretter aus Freising, Ingolstadt und Bayreuth von www.foodsharing.de sind ehrenamtlich aus Überzeugung gekommen. Sie wollen in Workshops Bewusstsein schaffen, dass Essen nicht gleich in den Müll muss, wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist. Foto: Wittmann
Die Lebensmittelretter aus Freising, Ingolstadt und Bayreuth von www.foodsharing.de sind ehrenamtlich aus Überzeugung gekommen. Sie wollen in Workshops Bewusstsein schaffen, dass Essen nicht gleich in den Müll muss, wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist. Foto: Wittmann

Auch ehrenamtliche Foodsharer aus Freising, Bayreuth und Ingolstadt bereichern das Programm mit einem Infostand und Workshops. Im Selbstversuch kann man Schokolade, Chips und Cracker mit abgelaufenem Verfallsdatum testen und sich auf der Homepage www.foodsharing.de der Lebensmittelretter informieren, wie dem Verschwendungswahn beizukommen sei.

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