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Porträt

Das Volksfest ist sein Lebensbegleiter

Neumarkts Musiker-Star Jörg Bauer erzählte der MZ unter anderem, was er hier einst mit seinem Opa erlebt hatte.
Von Lothar Röhrl

  • Für uns tat Jörg Bauer am Montag so, als ob er gleich im „Magic“ einige Runden so drehen wolle, wie er das früher etwa mit dem „Breakdance“ gemacht hatte. Natürlich verzichtete er darauf.Fotos: Röhrl
  • Auf der Bühne geht Jörg Bauer voll aus sich heraus – am liebsten bei einem Auftritt in der Neumarkter Jurahalle.

Neumarkt.Keine Frage: An Jörg Bauer (39) kommt man nicht vorbei, wenn es um „Gesichter des Jura-Volksfestes“ geht. So bekannt wie der berühmte „bunte Hund“ sind nur wenige in der gleichen Weise, wie es der Frontmann und Sänger der „Gipfelstürmer“ ist. Er gehört natürlich zu unserer lockeren, über mehrere Volksfeste sich hinziehenden Serie an Porträts dazu.

„Parsberg war das kleine, Neumarkt war das große Volksfest“ – so sei es in seiner Zeit als kleiner Bub gewesen. Mit Oma und Opa sei er am liebsten von seinem Geburtsort Hörmannsdorf aus auf beide Feste gefahren. Die Eltern hätten nach der Rückkehr meist bei beiden geschimpft: „Weil sie mir so viel gekauft hatten“, erinnert sich Jörg Bauer. Vor allem bei Opa Josef habe er als ältester von drei Enkeln und vor allem als einziger Bub in der Familie einen Stein im Brett gekauft. Und so hatte Klein-Jörg immer viele Bagger und Bulldogs zum Spielen.

Opa habe ihn auch zum ersten Mal im Leben mit Bier in Verbindung gebracht. Vom Schaum durfte er „a Mei voll“ (einen Mund voll) nehmen. „Des is koa Gift“, habe der gesagt. Wegen Opa Josef Bauer sei er heute als Musikant so bekannt. Denn dieser spielte Steirische. Mit dessen Harmonika habe er sich selbst das Spielen darauf beigebracht. Just beim Jura-Volksfest vor zwei Jahren sei Opa Josef gestorben. „Ich saß damals bei der Prominenz am Tisch, als mich der Anruf erreicht hat“, mit diesem traurigen Moment, so Jörg Bauer weiter, sei seither leider auch das Jura-Volksfest bei ihm verbunden.

Neumarkter Volksfest habe für ihn immer auch bedeutet, möglichst oft das wildeste Karussell zu fahren. Was beim aktuellen der „Magic-Dance“ ist, war damals das „Breakdance“.

Dass er und seine Mitstreiter von den „Gipfelstürmern“ heutzutage aus dem Musikprogramm eines Jura-Volksfestes nicht mehr wegzudenken sind, habe er Chris Wittl zu verdanken. Alles habe damit angefangen, als Wittl das Symphonische Blasorchester Parsberg aus der Taufe hob. Alle „Gipfelstürmer“ von heute waren damals Musiker im von Wittl künstlerisch geleiteten SBOP. Und so kam es auch, dass Jörg Bauer eines Tages in der Neumarkter Jurahalle zuhörte, als Chris Wittl mit dessen Formation „Abanda“ einen begeistert verfolgten Auftritt hatte. Das habe ihn sehr beeindruckt.

Mittlerweile steht Jörg Bauer mit seiner Lederhose dort, wo Chris Wittl einst stand. Das Kleidungsstück ist für Bauer so etwas wie ein Erkennungszeichen geworden. Zwei edle Stück aus Hirschleder habe er sich beim Berchtesgadener Hersteller Stangassinger maßschneidern lassen. „Die sind im Sommer viel luftiger und bequemer als Jeans, die halt schnell am Bein festpappen, wenn es heiß ist.“ Allerdings sei er einmal aus beruflichen Gründen in der Jeans auf dem Oktoberfest unter lauter Trachtträgern gewesen. „Da haben alle gedacht, ich sei kein Bayer. Mein Dialekt hat auch gar nicht zur Hose gepasst.“Jörg Bauer erzählte dem Tagblatt, was er mit seinem Opa erlebte, warum er auch einmal auf der Bühne stehen wollte und was er am Oktoberfest nicht mag.

Jörg Bauer ist stets begehrter Selfie-Partner.
Jörg Bauer ist stets begehrter Selfie-Partner.

Apropos: Oktoberfest. Das reizt Jörg Bauer gar nicht. „Den Zeltbesitzern sind Musikanten völlig egal. Die lassen Dich fühlen, dass Musiker nur ein lästiger Kostenfaktor sind.“ Das sei bei Festen in der zweiten Reihe wie Straubing oder Karpfham anders. Im Straubinger Weckmann-Zelt, wo Bauer & Co. am kommenden Samstag auch heuer zum zweiten Mal auftreten, würden Musiker gehegt und gepflegt.

Und sein liebstes Volksfest? „Ganz klar: Neumarkt! Ich fühle mich hier total integriert“, sagte Jörg Bauer. Seit 14 Jahren wohnt er hier nun auch. Neumarkt ist damit Ausgangspunkt der Fahrten zu jährlich gut 60 Auftritte dieser „Bauernkapelle“ geworden.

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