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Historie

Deinschwangs Kirche wird 300 Jahre alt

Von den Merowingern, über die Reformation und den Dreißigjährigen Krieg bis heute hat St. Martin eine spannende Geschichte erlebt.
Von Hans-Jürgen Hennig

Die Vorgängergebäude von St. Martin wurden im Laufe der Jahrhunderte immer wieder zerstört. Foto: Hans-Jürgen Hennig
Die Vorgängergebäude von St. Martin wurden im Laufe der Jahrhunderte immer wieder zerstört. Foto: Hans-Jürgen Hennig

Deinschwang.Am Sonntag, 8. Oktober, feiert Deinschwang das 300-jährige Bestehen seiner Kirche St. Martin. Los geht es mit einem Kirchenzug vom Dorfplatz zur Kirche. Neben den Mitgliedern der Gemeinden werden auch Vereine und viele Ehrengäste erwartet.

Der Festgottesdienst zum Jubiläum beginnt um 10 Uhr mit Domdekan Willibald Harrer aus Eichstätt und Pfarrer Gerhard Ehrl aus Lauterhofen. Zum Abschluss des Gottesdienstes sind Ansprachen von Staatssekretär Albert Füracker, Landrat Willibald Gailler und Bürgermeister Ludwig Lang vorgesehen.

Nach dem Gottesdienst gibt es um 11.30 Uhr eine Kirchenführung und im Gasthaus Sichert in Ballertshofen wird ab 12 Uhr ein reichhaltiger Mittagstisch angeboten. Um 14 Uhr schließt sich eine Dankandacht in St.Martin mit Kaplan P. Sunil Ekka an.

Zum Jubiläum ist außerdem ein Kirchenführer anwesend, der bereits am Sonntag, 1. Oktober, um 19 Uhr im Gasthaus Sichert in Ballertshofen von Kreisheimatpfleger Rudi Bayerl und der Kirchenverwaltung vorgestellt wird. Pfarrer Gerhard Ehrl stellt außerdem ein paar Fakten zur bewegten Geschichte des Ortes und seiner Kirche St. Martin zur Verfügung.

Denn Deinschwang ist ein wahrlich geschichtsträchtiger Ort: Vor etwa 1200 Jahren liegt der damals noch als Taginoswank bezeichnete Ort an einer alten Heer- und Handelsstraße der Merowinger und Franken von Regensburg. Sie führt über Lauterhofen nach Forchheim. Aus dieser Zeit ist die erste St.-Martinskirche, dem Patron der Franken, unter Karl dem Großen, zu vermuten.

Vor etwa 600 Jahren wird eine romanische Steinkirche von Raubrittern aus dem Nürnberger Umland mit samt dem Dorf zerstört. Ulrich der Stromer von der Rosen, ein reicher Nürnberger Kaufmann, lässt St. Martin im gotischen Stil wieder aufbauen, ist den Annalen zu entnehmen.

Die beiden schmucken Seitenaltäre stammen aus der Zeit um 1600. Foto: Hans-Jürgen Hennig
Die beiden schmucken Seitenaltäre stammen aus der Zeit um 1600. Foto: Hans-Jürgen Hennig

Vor rund 500 Jahren hat dann Pfalzgraf Otto II. von Pfalz-Mosbach-Neumarkt Deinschwang übernommen und dort ein Jagdschloss errichtet. Doch der Nürnberger Hans Tucher brennt im Landshuter Erbfolgekrieg mit seinen Schergen das Schloss, die Kirche und das gesamte Dorf Deinschwang nieder.

Die Pfalzgrafen nehmen vor etwa 450 Jahren den lutherischen Glauben an, werden später calvinistisch und St.Martin wird zu einer protestantischen Kirche. Vor etwa 400 Jahren wird Pfalzgraf Friedrich V. im Jagdschloss zu Deinschwang geboren. Als böhmischer König unterliegt er in der Schlacht am Weißen Berg bei Prag den kaiserlichen Truppen und muss als Geächteter das Land verlassen.

Der 30-Jährige Krieg beginnt und Schwedische Truppen zerstören 1632/33 das Jagdschloss, die Kirche und das Dorf. St. Martin wird wieder katholisch – ist aber bis auf den Turm eine Ruine. Im Laufe der Zeit erhielt das Gotteshaus seine jetzige Inneneinrichtung und sein heutiges Aussehen: Die Marienstatue auf dem in Wolken schwebenden Mond kam 1580 dazu, die zwei Seitenaltärestammen aus der Zeit um 1600. Zur Innenausstattung ist noch wissenswert, dass der Hochaltar in seiner heutigen Form wahrscheinlich aus dem Jahre 1750 stammt. Das kleine Deinschwang kann also in Bezug auf seine Geschichte und die seiner Kirche sich mit viel bekannteren Orten messen.

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Gut zu wissen

  • Termin:

    Am Sonntag, 8. Oktober, wird das Jubiläum „300 Jahre Kirche in Deinschwang“ begangen.

  • Geschichte:

    Aus der Zeit von vor 1200 Jahren wird Taginoswank (Deinschwang) mit der St.-Martinskirche erstmals erwähnt. Am 8. Oktober 1717 wurde die Kirche St. Martin von Weihbischof Johann Adam Nieberlein aus Eichstätt geweiht.

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