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Region Neumarkt
Montag, 25. Juni 2018 20° 6

Großprojekt

Dem Abriss des WGG folgt bald ein Neubau

Das alte Gymnasium mitten in Neumarkt ist Geschichte, das neue Schulzentrum wird wohl ein Jahr später fertig als geplant.
Von Lothar Röhrl

Markus Mederer steht genau dort, wo sich einmal der Haupteingang zum Sonderpädagogischen Förderzentrum befinden wird. Diese zieht sich ein Längsbau Richtung Ostendorfer Gymnasium (dahinter). Im rechten Winkel zweigt dann – wie bei einem L – der Erweiterungsbau des OG ab.Fotos: Röhrl
Markus Mederer steht genau dort, wo sich einmal der Haupteingang zum Sonderpädagogischen Förderzentrum befinden wird. Diese zieht sich ein Längsbau Richtung Ostendorfer Gymnasium (dahinter). Im rechten Winkel zweigt dann – wie bei einem L – der Erweiterungsbau des OG ab.Fotos: Röhrl

Neumarkt.Der Abriss des alten Willibald-Gluck-Gymnasiums ist Geschichte. Die Vorbereitungen für den Bau eines neuen Schulzentrums an dessen Stelle gehen in die Schlussphase. Das ist der aktuelle Stand an Neumarkts zweiter großer Baustelle – neben dem Ganzjahresbad. Die Mittelbayerische hat sich mit Markus Mederer vom Bauherrn Landkreis Neumarkt an der Ecke Florianstraße/Kurt-Romstöck-Ring umgesehen. Zufällig kam auch Architekt Michael Zaschka vom Büro Theo Nutz vorbei. Dieses Deininger Büro hatte nicht nur die Planung für das aus Sonderpädagogischem Förderzentrum (SFZ) und Erweiterung des Ostendorfer Gymnasiums bestehenden Neubaus vorgenommen. Es hat auch den Abbruch des alten Schulgebäudes begleitet.

Viel Lob für Fachfirma

Video: Lothar Röhrl

Markus Mederer hob die Professionalität der damit beauftragten Firma Plannerer aus Pullenreuth bei Tirschenreuth hervor. „Es gab keine übermäßige Staubentwicklung. Insgesamt sind Beschwerden von Nachbarn und auch vom Ostendorfer Gymnasium bis dato ausgeblieben.“ Der mit rund 1,8 Millionen Euro veranschlagte Kostenrahmen für den Abbruch inklusive der aktuell noch laufenden Auffüllungen wird laut Markus Mederer nach derzeitigem Stand voll eingehalten.

Markus Mederer hat uns in einem kleinen Film erklärt, was derzeit Sache an der Großbaustelle ist::

Wichtig ist dem Leiter des Sachgebiets, das alle kreiseigenen Hochbauten wie weiterführende Schulen unter seinen Fittichen hat, dass es keine Unfälle gegeben hat. Dabei hatte die Abbruchszenerie für die nicht wenigen Kiebitze durchaus spektakuläre Bilder hergegeben. So etwa, wenn das „Knabberer“ genannte Spezialgerät, das einem eisernen Kopf eines Krokodils sehr ähnlich ist, ganze Zwischendecken binnen einer Minute in kleine Betonbrösel verwandelte. Das Büro DAS IB war während des Zeitraums von Oktober 2017 bis jetzt Dauerbegleiter aller Arbeiten. Denn es nahm als „fachgutachterlicher Begleiter“ immer wieder Proben des anfallenden Abbruchmaterials. Damit wurde entschieden, ob dieses an Ort und Stelle beziehungsweise anderswo etwa als Auffüllmaterial beim Straßenbau Verwendung finden kann. Oder ob es auf die landkreiseigenen Deponien Pollanten und Blomenhof gebracht beziehungsweise auf Spezialdeponien transportiert werden muss. Immerhin verschwanden rund 70 000 Kubikmeter, auf fünf Gebäudeteile (inklusive Turnhalle) umbauter Raum scheinbar im Nichts.

Das Malheur mit der Mensa

Video: Lothar Röhrl

Wo gehobelt wird, fielen allerdings auch in diesem Fall Späne: Das merken alle Schüler, die es bis Anfang April gewohnt waren, an jedem Schulmittag die Mensa zu besuchen. Denn diese ist seit Anfang April geschlossen. Schuld daran ist ein Malheur bei der Beseitigung einer Gasleitung. Hierbei wurde die Mensaküche samt Geräten stark beschädigt. Die Behebung des Schadens – natürlich auf Kosten der Abbruchfirma – dauert aufgrund langer Lieferzeiten noch an, so dass die Mensa erst im September zum Start des neuen Schuljahrs wieder eröffnet werden kann.

Wir haben einen bewegten Blick in die Baugrube geworfen:

Apropos: neues Schuljahr. Eigentlich war die Hoffnung, dass der neue Schulkomplex plus generalsanierter B-Bau des Ostendorfer Gymnasiums zum Schuljahr 2020/2021 eröffnet werden kann. Weil aber derzeit die Lage in der Baubranche wegen eines enormen Anfalls von Aufträgen sehr angespannt ist, geht Markus Mederer eher von einem Unterrichtsstart zum Schuljahr 2021/2022 aus. Die benötigten Baufirmen sind übrigens noch gar nicht an der Angel. Dazu muss eine europaweite Ausschreibung des immerhin auf 23 Millionen Euro Gesamtkosten taxierten Schulzentrums erfolgen. Und diese Ausschreibung kann erst erfolgen, wenn die Regierung der Oberpfalz mit dem Erteilen des „vorzeitigen Baubeginns“ auch die vorläufige Höhe ihrer Fördersumme festgelegt hat.

Zu den Daten des Abrisses gehören auch diese Zahlen: Bei der Entkernung vor Start des Abbruchs wurde rund 17 000 Quadratmeter Zementestriche beseitigt. Da gilt auch für 5200 Quadratmeter Dachdämmung und 10 200 Quadratmeter Deckenverkleidungen.

Verfüllung lief an

Die Wasserpfützen markieren das Grundwasser. Darüber wird in einer Stärke von einem Meter aufgefüllt. Foto: Röhrl
Die Wasserpfützen markieren das Grundwasser. Darüber wird in einer Stärke von einem Meter aufgefüllt. Foto: Röhrl

Die Bauordnung schreibt vor, dass über dem Grundwasser in einer Schicht von einem Meter mit sauberem Material (Schroppen etc.) aufgefüllt wird. In einem kleinen Bereich des Geländes ist das schon geschehen. Nach dem Ende des Auffüllens beginnt der Neubau des Komplexes OG/SFZ.

Abriss-Daten

Der große Haufen zerkleinerter Beton war mal ein Gymnasium – zumindest ein Teil davon... Foto: Röhrl
Der große Haufen zerkleinerter Beton war mal ein Gymnasium – zumindest ein Teil davon... Foto: Röhrl

Es fielen rund 13 000 Kubikmeter Bauschutt an. Dieser wurde vor Ort aufbereitet. Mit rund 68 Proben wurde er daraufhin untersucht, ob er etwa bei der Auffüllung vor Ort verwendet werden kann. Vom Bauschutt wurden 12 000 m Beton und 1000 m Ziegel recycelt.

Die Restarbeiten laufen

Im Hintergrund die Mensa: Hier geschah das einzige Malheur. Foto: Röhrl
Im Hintergrund die Mensa: Hier geschah das einzige Malheur. Foto: Röhrl

Aller Abfall wie Leuchten, E-Geräte, Gips, Dämmungen aller Art, Leitungen, dauerelastische Verfugungen wurde unter Aufsicht des Fachgutachters, soweit möglich, ordnungsgemäß verwertet beziehungsweise entsorgt. Noch muss altes Pausenhofpflaster abgetragen werden.

Immer ein Blick wert

Michael Zaschka (r.) vom Büro Nutz sieht sich zusammen mit Markus Mederer das Arsenal des Zubehörs des noch nicht abtransportierten Baggers an. Foto: Röhrl
Michael Zaschka (r.) vom Büro Nutz sieht sich zusammen mit Markus Mederer das Arsenal des Zubehörs des noch nicht abtransportierten Baggers an. Foto: Röhrl

Viele Bürger haben bei den Abbrucharbeiten zugesehen. Darunter waren zwei große Bagger zu sehen. Um den einen, der noch nicht abtransportiert ist, hat die Firma sein Arsenal an Zubehör zum Abtransport gruppiert. Da machen Bagger-Fans sicher große, neidische Augen?!

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