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Kommentar

Der Bürger hat das letzte Wort

Ein Kommentar von Bettina Dennerlohr

Fast dreimal so viele Unterschriften wie benötigt hat die Bürgerinitiative gegen den neuen Edeka-Standort in Dietfurt nach eigenen Angaben gesammelt. Sollte sich diese Zahl als gültig erweisen, ist es ein starkes Signal für das politische Bewusstsein der Dietfurter. Gut, dass der Bürger das letzte Wort hat – auch wenn der Stadtrat seine Entscheidung für das Projekt mit guten Argumenten belegen kann.

Dass sich Lebensmittler gerne in der Nähe von Konkurrenten ansiedeln, ist nicht neu. So locken sie noch mehr Kunden zu sich. Dass Einkäufer gerne mehrere Läden anfahren, zeigt sich schon jetzt, da laut einer Untersuchung 40 Prozent der Edeka-Kunden noch bei einem der Discounter im Stadtosten einkaufen. Ein attraktiver Einkaufsstandort mit Discountern, Getränkemarkt und Vollsortimenter auf einem Fleck könnte entsprechend viele Kunden anziehen. Vielleicht ist das ja ein Pfund für die Dietfurter, mit dem sie bei den Drogerieketten wuchern können – denn eine solche Filiale wünschen sich die Kunden im Ort bisher ja vergebens.

Die Initiatoren des Volksbegehrens hätten statt eines neuen Supermarktes gerne Wohnraum – ein nachvollziehbarer Wunsch, denn Wohnungen sind gerade im günstigeren Segment an vielen Orten Mangelware. Doch die Stadtverwaltung kann auf Lärmschutzgutachten verweisen, die in diesem Bereich nur Parkplätze möglichen machen würden. Dafür wäre dieses Grundstück an der Staatsstraße aber zu schade, wenn es gleichzeitig die Chance auf einen Supermarkt dort gibt.

Der längere Weg für viele Menschen, die im Stadtwesten wohnen, sind natürlich für Einzelne ärgerlich. Doch wer sich einige Zeit vor dem derzeitigen Edeka-Markt aufhält, sieht schnell, dass die wenigsten Kunden zu Fuß kommen. Die große Mehrheit fährt mit dem Auto oder auch dem Rad, und damit sind 1,2 Kilometer mehr gut zu bewältigen.

Dass das Thema trotz dieser Punkte kein einfaches in Dietfurt ist, zeigt sich schon am Stadtratsvotum von zehn zu acht Stimmen. Solche knappen Entschlüsse sind schon manchem Projekt später zum Verhängnis geworden. Gut, dass im Fall des Dietfurter Edekas der Bürger das letzte Wort hat – schließlich ist das die ultimative Legitimation.

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