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Dienstag, 14. August 2018 24° 2

Kunst

Der Mann, der den Papst malt

Benedikt XVI. ist für den Berchinger Herbert Franke ein besonderes Motiv. Der emeritierte Pontifex freute sich über das Bild.
von Barbara Blaser

Benedikt XVI. hält Herbert Frankes Bild in Händen – ein ganz besonderer Moment für den Künstler. Fotos: Blaser
Benedikt XVI. hält Herbert Frankes Bild in Händen – ein ganz besonderer Moment für den Künstler. Fotos: Blaser

Berching.Herbert Franke nimmt nicht einfach den Pinsel oder Bleistift zur Hand, er überlegt und recherchiert sehr lange, wie ein Bild aussehen soll. Akribisch hat er Fotos von Papst Benedikt XVI. studiert. Viele unterschiedliche Fotos ließen das Bild in seinem Kopf entstehen. Dabei achtet Herbert Franke selbst auf die kleinsten Details. Er studiert Mimik und Gestik, wie die Menschen gestikulieren und natürlich auch ganz wichtig – die richtige Farbwahl. Sogar ein Finger, der von Arthrose befallen ist, wurde genauso gemalt.

Nicht das erste Werk

Sehr viel Arbeit und Liebe investierte der Künstler in sein erstes Papstbild. Dieses stellt den Vatikan und das Geburtshaus in Marktl am Inn von Papst Benedikt dar. Über den Wolken thront Papst Johannes Paul II und betrachtet hingebungsvoll die Silhouetten auf Erden. Eigentlich wollte keiner dieses Bild haben, bis er Kontakt zum Hausmeister des Geburtshauses von Papst Benedikt bekam. Rupert Hofbauer war total begeistert. Er ermöglichte, dass das Bild während des Aufenthaltes von Papst Benedikt in Pentling in seinem Geburtshaus hängen durfte. Somit war der Grundstein für Herbert Franke und seiner Liebe zum Papst gelegt.

Herbert Franke hat viel Detailarbeit in sein Werk gesteckt. Foto: Blaser
Herbert Franke hat viel Detailarbeit in sein Werk gesteckt. Foto: Blaser

Anlässlich seines 90. Geburtstages im letzten Jahr übermannte ihn wieder die Lust, ein Bild für den inzwischen emeritierten Papst Benedikt XVI. zu malen. Da aber zum Jubeltag die ganze Welt nach Rom reisen möchte, war es für Rupert Hofbauer unmöglich, Benedikt XVI. zu besuchen. Nachdem der pflichtbewusste Hausmeister aus Oberbayern im vergangenen Jahr aber mit seiner Gattin Goldene Hochzeit feiern konnte, wurde ihm eine Audienz ermöglicht.

Diese Begegnung fand dann im August in Rom statt. In der Tasche hatte Hofbauer das neue Bild von Herbert Franke, das Papst Benedikt XVI. bei Amtsantritt und im hohen Alter, sowie auch Papst Franziskus zeigt. Franke hatte auf dem Bild die Worte: „Zum 90. Geburtstag herzliche Glückwünsche, Gesundheit und Gottes Segen. Dieses Bild fertigte der Maler mit Bleistift an. Jede Nuance penibel in verschiedenen Bleistifthärtegraden gezeichnet.

Da Bleistift nur die Farbe grau hat, musste er für die Tiefen schwarze Stifte nehmen. Herbert Franke versuchte, die richtigen Lichtverhältnisse zu erarbeiten. Die Begegnung im Vatikan war ein großartiges Erlebnis, sowohl für das Ehepaar Hofbauer, als auch für den Würdenträger.

Mehr über Frankes besondere Motivauswahl und woher seine Lieb zur Kirche kommt, erfahren Sie hier

Maler mit einer besonderen Vorliebe

  • Der Künstler:

    Herbert Franke aus Berching ist ein begnadeter Künstler. Von Beruf ist er Kirchenmaler, den er leider aus gesundheitlichen Gründen schon lange aufgeben musste. Aber sein größtes Hobby zuhause, das Malen, hat er niemals aufgegeben. Wenn Herbert Franke von seiner Lieblingsbeschäftigung spricht, dann kommen Gefühle bei ihm hoch. Er ist mit Leib und Seele mit seinen Bildern beschäftigt. Oft kommt er durch Zufälle auf seine Motive.

  • Liebe zum Papst:

    So auch geschehen, als er in einem Vortrag bei Monsignore Distler in Dietfurt verweilte. Dieser meinte damals: „Was man tun kann, wenn man 2005 zum Papst nach Regensburg will.“ Dabei kam ihm die Idee, ein Bild von Papst Benedikt zu malen. Dass er es wirklich schaffen würde, dass ein Kunstwerk von ihm im Geburtshaus von Papst Benedikt in Marktl am Inn hängen würde, hätte er sich niemals erträumen lassen.

Gerührt vor Freude nahm Benedikt XVI. das Portrait in Empfang. Für Herbert Franke ging ein Traum in Erfüllung. Seine Geistlichkeit Benedikt XVI. hält sein Bild in Händen und freut sich sehr darüber. Der emeritierte Pontifex findet, dass er sehr gut getroffen wurde auf dem Bild. Ein bewegender Moment, der natürlich mit der Kamera festgehalten wurde. Als Franke schließlich selbst das Foto sah, war es für ihn der Höhepunkt seiner künstlerischen Laufbahn und er konnte seine Emotionen nicht mehr zurückhalten. Am 16.April hatte Benedikt XVI. seinen 91.Geburtstag. Für Herbert Franke ein ganz besonderer Tag.

Exakte Vorrecherche nötig

Ein Atelier braucht Herbert Franke nicht, er malt dort, wo ihn gerade die Muse inspiriert. Er ist ein ausgesprochener Perfektionist und überlässt nichts dem Zufall. Er achtet auf jede Einzelheit. So hat er bei seinem ersten Papstbild ein Priestergewand mit Muscheln gezeichnet. Franke malt so etwas nicht einfach ab. Er will den genauen Hintergrund wissen. Dazu hat er Monate vorher schon  genau recherchiert und Informationen eingeholt.

Auch Frankes erstes Werk bekam Benedikt XVI. zu sehen. Foto: Blaser
Auch Frankes erstes Werk bekam Benedikt XVI. zu sehen. Foto: Blaser

Für die Pfarrei Berching hat er ein großes Bild gemalt, dass Jesus im Garten Gezemaneh zeigt. Auch dieses große Bild war eine Herausforderung für den Künstler. Dazu brauchte er extra eine große Leinwand, wozu eine Firma einen großen Raum zur Verfügung stellte. „Die Schönheit der Schöpfung mit Ehrgeiz und Perfektion dem Betrachter zu vermitteln, ist mir wichtig“, so Franke. 

Neben diesen Bildern, die von Glaube, Liebe und Hoffnung zeugen, hat Franke noch eine andere Seite - die Karikatur. Da hat er schon des Öfteren hohe Politiker beim Roßmarkt mit einem Bild überrascht. Herbert Franke ist sehr vielseitig in seiner Kunst. Seine Genauigkeit, der Spürsinn für die Natur und sein Pflichtbewusstsein haben ihm auch im Beruf beim Straßenbauamt geholfen.

Schon seit Jahren ist er als bekannter Maler bei vielen Veranstaltungen dabei und findet immer neue Motive. Pinsel, Bleistift Leinwand oder Papier sind immer parat. Auch Tochter Marion und die Enkeltochter haben sein Talent geerbt.

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