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Natur

Der Wald im Landkreis Neumarkt

Welche Geheimnisse gibt es? Wie steht der Wald in Zeiten des Klimawandels da? Wir nehmen die Fakten genau unter die Lupe.
Von Katrin Böhm

37 Prozent der Landkreisfläche sind Waldfläche. Foto: Fotolia©nd3000/MZ-Infografik
37 Prozent der Landkreisfläche sind Waldfläche. Foto: Fotolia©nd3000/MZ-Infografik

Neumarkt.„Mein Freund, der Baum“, sang Schlagersängerin Alexandra Ende der 60er Jahre. Es geht um die Liebe zu einem Baum, der gefällt wird – gepaart mit der Mahnung, dass wir um die Natur um uns herum achtsam umgehen müssen. Was sich in unseren Wäldern verbirgt, welche Geheimnisse und unbekannten Daten und Fakten es gibt, darauf blicken wir in den nächsten Monaten immer wieder in einer Serie über den Wald.

In diesem Teil werfen wir mit Experten der Forstämter Neumarkt und Regensburg einen genauen Blick auf die Fakten – zum Beispiel darauf, dass mehr als ein Drittel der gesamten Landkreisfläche Wald sind. Insgesamt hat der Landkreis 134 000 Hektar – 49 000 davon sind Wald.

Doch wem gehört der Wald eigentlich? Das zeigt diese Grafik.

Erstaunlich dabei: Es gibt 14 000 private Waldbesitzer – Tendenz steigend. „Es werden in den nächsten Jahren massiv mehr werden, weil viele Wälder vererbt und aufgeteilt werden“, sagt Alois Meier, Geschäftsführer der Waldbesitzervereinigung (WBV) Parsberg. Eine große Herausforderung für die Vereinigung, da sich nicht alle Menschen, die einen Wald erben, mit dem Wald auch auskennen. „Manchmal wissen die nicht einmal, wo ihr Wald überhaupt ist“, sagt Neumarkts Leitender Forstdirektor Harald Gebhardt.

Mischwald gegen den Klimawandel

Gebhardt plädiert ebenso wie sein Kollege, Forstdirektor Erwin Engeßer aus Regensburg, für einen vielfältigen Wald – der ist am stabilsten, sowohl, was den Klimawandel als auch Schädlinge betrifft, sind die beiden überzeugt.

Derzeit teilen sich die Baumarten im Landkreis Neumarkt wie folgt auf:

Dass es im Landkreis vielerorts bereits bunte Mischwälder gibt, führen die Forstdirektoren auf die Bewirtschaftung des Waldes zurück. „Ohne menschliches Zutun wäre der Wald nicht so bunt, sondern relativ einheitlich“, sagt Gebhardt. Und meint damit: Die meisten Lagen im Landkreis sind prädestiniert für die Buche. Würde man die Wälder nicht bewirtschaften, würde die Buche die anderen Bäume verdrängen und es gäbe fast ausschließlich Buchenwälder.

Das wussten schon unsere Großväter, die daher eine „Jura-Mischung“ verwendeten: Sie achteten darauf, dass ihre Wälder in etwa so aussahen: 40 Prozent Fichten, 30 Prozent Buchen, jeweils zehn Prozent Tannen und Lärchen und jeweils fünf Prozent Kiefern und Edelholz.

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Äxte, Beile, Zug- und Motorsägen – Martin Meier aus dem Landkreis Neumarkt sammelt Waldwerkzeuge wie andere Briefmarken.

Um den Wald für die Zukunft fit zu machen, hat Forstdirektor Engeßer lange an einer Mischung für einen „neuen Wald der Zukunft“ getüftelt. Sie sieht jeweils 20 Prozent Tanne, Douglasie und Buche und jeweils zehn Prozent Lärche, Kiefer, Eiche und Edellaubhölzer vor – im Unterstand der großen Bäume sollten 100 Prozent Buche wachsen.

Erholungsort und Wirtschaftsraum zugleich: der Wald. Auf diesem Bild ist ein Waldstück bei Nattershofen (Gemeinde Lauterhofen) zu sehen. Foto: Böhm
Erholungsort und Wirtschaftsraum zugleich: der Wald. Auf diesem Bild ist ein Waldstück bei Nattershofen (Gemeinde Lauterhofen) zu sehen. Foto: Böhm

Diese Mischung sei nicht nur im Zuge des Klimawandels wichtig, sagt Engeßer, sondern ist es auch für den Geldbeutel: Pro Hektar und Jahr liegt die Wertleistung der neuen Mischung bei 1200 Euro, die Mischung unserer Großväter erzielt laut Engeßer nur etwa 700 Euro. Das liegt unter anderem daran, dass bei der neuen Mischung mehr Holz als Bauholz vermarktet werden kann – dafür gibt es mehr Geld als für Brennholz.

In dieser Zeitschiene ist die Entwicklung des Walds in der Region zu sehen – vom Mittelalter bis jetzt:

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