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Polizei

Deutlich weniger Einbrüche in Parsberg

Trotz gestiegener Fallzahlen fällt die Bilanz der Polizei positiv aus. Das liegt nicht nur an der hohen Aufklärungsquote.
Von Peter Tost

Um zwei Drittel sank 2018 die Zahl der Wohnungseinbrüche im Vergleich zum Jahr 2017. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa
Um zwei Drittel sank 2018 die Zahl der Wohnungseinbrüche im Vergleich zum Jahr 2017. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Parsberg.Eine überdurchschnittlich hohe Aufklärungsquote von 76,3 Prozent, keine beunruhigenden Tendenzen und vor allem eine stark rückläufige Zahl von Wohnungseinbrüchen – so stellt sich die Kriminalitätsrate im vergangenen Jahr im Bereich der Polizeiinspektion (PI) Parsberg dar. Dazu gehören neben den Städten Parsberg, Velburg und Dietfurt auch die Gemeinden Breitenbrunn, Hohenfels, Lupburg und Seubersdorf.

Zwar war 2018 nach dem deutlichen Rückgang der Jahre 2016 und 2017 ein geringfügiger Anstieg der Kriminalitätsbelastung um 9,8 Prozent zu verzeichnen. „Im Zehn-Jahresvergleich stellt diese aber immer noch den zweitniedrigsten Wert seit 2009 dar und dokumentiert die gefestigte Sicherheitslage im Dienstbereich“, zieht PI-Leiter Peter Gotteswinter ein positives Fazit über das vergangene Jahr.

Gründe gibt es mehrere

Äußerst erfreulich sei die rückläufige Tendenz bei den Einbrüchen mit einem Minus von knapp einem Drittel und insbesondere im Bereich der Wohnungseinbrüche mit zwei Drittel weniger Fällen. „Noch vor wenigen Jahren haben uns Serien von Einbruchsdiebstählen in Wohnungen und Häusern auf Trab gehalten und für Verunsicherung in der Bevölkerung geführt“, erinnert sich Peter Gotteswinter. Für den starken Rückgang sind wohl mehrere Faktoren verantwortlich. Zum einen hatten wohl die Appelle der Polizei gefruchtet, stets die Türen abzusperren und bei Schlössern und Fenstern einbruchssichere Ausführungen nachzurüsten.

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Die Polizei warnt vor Einbrechern

Laut dem Parsberger Polizeichef Peter Gotteswinter bringen schon ganz einfache Mittel spürbaren Schutz vor Einbrüchen.

„Zum anderen hatte die Polizei auf die Aufklärung der Taten einen besonderen Fokus gelegt, den bei den Wohnungseinbrüchen handelt es sich um schwerwiegende Eingriffe in die Privatsphäre und das Sicherheitsgefühl der Bürger, die finanzielle aber vor allem auch psychologische Auswirkungen haben“, sagt der PI-Chef. Durch die besonderen Anstrengungen im Bereich der Spurensicherung und auch durch internationale Zusammenarbeit habe man mehrere bundesweit agierenden Einbrecherbanden aus dem Verkehr ziehen können.

Kriminalitätsentwicklung in Zahlen

„Wir hatten zudem durch regelmäßige Streifenfahrten auch in kleineren Orten regelmäßig Präsenz gezeigt, wofür die Bürger sehr dankbar waren.“ Nicht zuletzt die Verschärfung des Strafrechts – Wohnungseinbrüche werden nun mit Gefängnis nicht unter einem Jahr geahndet – habe wohl den gewünschten abschreckenden Effekt.

Während sich in diesem Bereich die Lage beruhigt hat, ist bei Vermögens- und Fälschungsdelikten dagegen mit 140 Fällen ein steigender Anteil an der Gesamtkriminalität zu verzeichnen. „Hartnäckig etablieren sich inzwischen Trickbetrügereien, bei denen insbesondere über osteuropäische Call-Center gutgläubige oder ältere Bürger zu finanziellen Transaktionen verleitet werden sollen“, betont Peter Gotteswinter.

Warnung vor Trick-Anrufern

Von diesen „Call-Center-Betrügereien“ genannten Formen des „Falschen Polizeibeamten“, des „Enkeltricks“ oder „Gewinnversprechens“ wurden 2018 zwölf Fälle angezeigt, wobei die Polizei von einem enormen Dunkelfeld ausgeht. „Erfreulicherweise reagierten die Angerufenen meist misstrauisch und legten sofort auf, so dass es in neun Fällen beim Versuch blieb. Allerdings entstand bei den vollendeten drei Fällen ein Gesamtschaden im mittleren fünfstelligen Bereich“, sagt der PI-Chef.

Unter dem Strich unterstreiche die Kriminalstatistik für das Jahr 2018 aber die gefestigte Situation der öffentlichen Sicherheit und Ordnung im Dienstbereich. „Unsere Bürger können sich sicher fühlen, aber auch darauf vertrauen, dass im Ernstfall ihre Polizei parat steht.“ Zu diesem positiven Gesamtergebnis haben auch zahlreiche Bürger ihren Teil beigetragen, da dank guter Beobachtungen und Informationen viele Straftaten aufgeklärt werden konnten, die ursprünglich keinerlei Ermittlungsansatz boten, lobt Gotteswinter, der auch weiterhin um Aufmerksamkeit und Bereitschaft zur Zivilcourage bittet. „Jedes Opfer ist froh, wenn es von einem engagierten Mitbürger direkte Hilfe erfährt oder die Beobachtung eines Zeugen zur Ermittlung des Täters führt.“

Zudem sei ein gesundes Maß an Skepsis angebracht, wenn sprachgewandte Anrufer finanzielle Aktivitäten verlangen, sei es als angebliche Polizeibeamte, in Not geratene Angehörige oder zur Auslösung eines plötzlichen Gewinnes. „Rufen Sie lieber einmal zu oft bei Ihrer örtlichen Dienststelle an“, appelliert der PI-Leiter.

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