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Natur

Die Eigenjagd und ihre Vorteile

Der Vorstand der Jagdgenossenschaft Hörmannsdorf teilte seine Erfahrungen. Skeptiker wurden überzeugt.

Harald Gebhardt vom AELF Neumarkt war einer der Redner.  Foto: Thomas Bayerl
Harald Gebhardt vom AELF Neumarkt war einer der Redner. Foto: Thomas Bayerl

Mühlhausen.Neu verpachten oder künftig in Eigenregie betreiben? Spätestens wenn bei Jagdgenossenschaften der Pachtvertrag ausläuft oder über Jahre hinweg die Chemie mit dem Jagdpächter nicht mehr stimmt, stellt sich die Frage, die bei der Jahresversammlung der Arbeitsgemeinschaft Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer im BBV beim Brunnerwirt in Mühlhausen im Mittelpunkt stand.

Als Kenner der Materie konnte Josef Koller, langjähriger Vorstand der Jagdgenossenschaft Hörmannsdorf die richtigen Antworten geben. Dort hat man seit geraumer Zeit nicht nur Erfahrungen mit der Eigenbewirtschaftung eines Reviers, sondern auch den Vergleich zu zwei verpachteten.

Der Weg zur Eigenbewirtschaftung sei ein über viele Jahre andauernder Prozess, angetrieben „vom hohen Leidensdruck durch vielfältige Probleme mit Pächtern, die Uneinsichtigkeit gegenüber Jagdgenossen und Grundeigentümern zeigten“. Durch den extrem hohen Wilddruck, vor allem durch das Rotwild aus dem Truppenübungsplatz Hohenfels, habe es erhebliche Schäden in Wald und Flur gegeben, bei deren Regulierung es immer wieder zu Streit und gerichtlichen Auseinandersetzungen gekommen sei. Der Grundsatz Wald vor Wild sei weder akzeptiert noch umgesetzt worden.

Letztendlich sei man von den Vorteilen überzeugt gewesen. Da das Jagdrecht bei der Jagdgenossenschaft liege und der Jagdherr Grundeigentümer sei, lägen alle Entscheidungen in einer Hand. Einen Jäger habe man fest angestellt, mit anderen jährlich kündbare Verträge. Dies bedeute eine günstige Jagdmöglichkeit, die sich auch Jungjäger leisten können. Für den Jagdvorstand bedeute die Eigenjagd allerdings einen höheren Organisationsaufwand.

Der Erfolg habe auch die Skeptiker überzeugt, denn seit der Umstellung vor sechs Jahren konnte man jedes Jahr positiv abschließen und erheblich mehr erzielen als dies bei der Verpachtung der Fall war. Der Grundsatz „Wald vor Wild“ zeige gute Erfolge.

Der Chef des AELF Neumarkt, Leitender Forstdirektor Harald Gebhardt, knüpfte daran an und bekräftigte, dass eine funktionierende Jagd für die Forstwirtschaft von großer Wichtigkeit ist. Vor allem in Zeiten des Klimawandels müsse man einen naturnahen und zukunftsbewussten Waldbau anstreben. Gebhardt verwies auf die Initiative Zukunftswald, in deren Rahmen man den Erhalt der Mischbestände durch Naturverjüngung und die Verwendung von trockenheitstoleranten Baumarten fördere.

Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft, Alois Schuster, unterstrich, dass Naturverjüngung im Wald nur funktioniert, wenn Jäger und Waldbauern gemeinsam an einem Strang ziehen.

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