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Recht

Die Gefahren eines Jagdhundes

Der Neumarkter Rechtsanwalt Geedo Paprotta befasst sich in seiner aktuellen Kolumne mit gefährlichen tierischen Fällen.
Von Rechtsanwalt Geedo Paprotta

Jadghunde sind treue Begleiter von Jägern. Foto: Arno Burgi/dpa
Jadghunde sind treue Begleiter von Jägern. Foto: Arno Burgi/dpa

Neumarkt.Wer ist der treueste Freund des Jägers? Nein, nicht der Flachmann. Entgegen weit verbreiteter Gerüchte gibt es auch zahlreiche Waidmänner, die ohne Zielwasser unterwegs sind. An ihrer Seite finden wir stets den treuen Hund. Natürlich bleibt der beste Freund des Jägers bei aller Vertrautheit eben ein Hund. Wenn man dem zu viel zumutet, kann das zu ernsten Problemen führen. Ich rede jetzt nicht darüber, dass ein Jäger seinem Rex, Hasso oder Bello beim Spaziergang durch Wald und Flur nicht sein Herz ausschütten dürfte. Hunde sind gute Zuhörer!

Aber kritisch wird es, wenn ein Jäger dem Hund die Knarre anvertraut. Das Verwaltungsgericht München hatte dafür jedenfalls kein Verständnis. Einem Jäger aus Pfaffenhofen wurde deshalb sogar seine Waffenbesitzkarte entzogen. Was genau geschah, bleibt wohl unklar. Herr und Hund waren im Auto unterwegs, als der Hund abdrückte. Das Verwaltungsgericht machte dem Hund deshalb übrigens gar keinen Vorwurf. Der Jäger hätte vielmehr keine schussbereite Flinte im Auto mitführen dürfen. Dann wäre beim Hund auch der Jagdtrieb nicht durchgegangen.

Wöchentlich schreibt Geedo Paprotta für die Tagblatt-Redaktion.
Wöchentlich schreibt Geedo Paprotta für die Tagblatt-Redaktion.

Besonders verhängnisvoll in dem Fall: Der Jäger selbst wurde getroffen. Aber er war offenbar danach noch fit genug, um auf der Jagd nach seiner Waffenbesitzkarte vor Gericht zu ziehen. Wir wollen hoffen, dass die Freundschaft zwischen Mann und Hund durch den Schuss nicht gelitten hat (Az. M 7 K 17.1943). Zugegeben: Der Fall war ungewöhnlich. Üblicherweise läuft es ja andersherum.

Statt einer Sau einen Hund geschossen

Das Verwaltungsgericht in Neustadt zeigte sich insoweit gnädig mit einem Wildschweinjäger. Der war heißen Blutes und in vollem Jagdfieber, die Flinte in der Hand beobachtete im Finstern einen Waldweg, über den mehrfach ein pelziges Tier wechselte. „Du Sau“, dachte sich der Jäger – und glaubte auch daran, als er schoss. Dummerweise war es ein nicht angeleinter Hund. Und nicht mal der Eigene. Die Richter gingen von einem einmaligen Fehlverhalten aus, das den Jäger im Umgang mit der Waffe nicht zwingend unzuverlässig erscheinen lasse. Der Vorfall würde ihm sicher zukünftig zur Lehre dienen, bei der Jagd besonders vorsichtig zu sein. Seine Waffenbesitzkarte durfte der Jäger behalten (Az. 5 K 504/12.NW).

Wenn der Hund zum Jäger wird

Nun kommt es bisweilen auch vor, dass der Jagdhund so gut angelernt ist, dass er glaubt, alleine jagen zu können. Das Verwaltungsgericht Mainz hatte es mit einem jagenden Rüden zu tun, der seinem Herrn so sehr nacheiferte, dass er es sogar auf Frauen abgesehen hatte. Eine davon hat er gebissen. Trotz eines tierpsychologischen Gutachtens über die schwere Welpenzeit des Beißers wurde der Hund von den Richtern als „gefährlicher Hund“ eingestuft, verbunden mit diversen Auflagen. In diesem Fall nicht von A bis Z, sondern von A wie Anleinpflicht bis M wie Maulkorb (Az. 1 L 825/09.MZ).

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